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TENNIS: Junger Flüeler auf den Spuren von Rafael Nadal

Jan Jauch will es wissen: Mindestens ein Jahr verbringt das Nachwuchstalent in einer Akademie auf Mallorca, schlägt Bälle übers Netz und büffelt für die Schule. Mit viel Vorfreude und Ehrgeiz nimmt der Gymischüler das Abenteuer in Angriff.
Philipp Zurfluh
Jan Jauch aus Flüelen freut sich auf das Austauschjahr. (Bild: Philipp Zurfluh (Seedorf, 24. August 2017))

Jan Jauch aus Flüelen freut sich auf das Austauschjahr. (Bild: Philipp Zurfluh (Seedorf, 24. August 2017))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Der 15-jährige Jan Jauch darf bald seinen Traum leben. Am 1. September geht’s mit dem Flugzeug ab nach Mallorca. Dort darf er mindestens ein Jahr lang in der Rafa Nadal Academy by Movie­star – gelegen in der Stadt Manacor – seinem Hobby nachgehen. Einige Tage vor der Abreise ist die Vorfreude gross: «Mit diesem neuen Lebensabschnitt geht ein Traum in Erfüllung», sagt der Tennisspieler.

Die Faszination fürs Tennis begann schon in den Kinderjahren. «Für diesen Sport gebe ich meine ganze Leidenschaft hin.» Vor allem der mentale Aspekt spiele eine wichtige Rolle. «Ob Sieg oder Niederlage, vieles entscheidet sich im Kopf.» Dreimal pro Woche trainiert der Rechtshänder und feilt in Seedorf an seiner Technik. «Ich spiele konstant von der Grundlinie, aber variiere auch mein Spiel mit Angriffen ans Netz», kommentiert der ehrgeizige Flüeler, der beim Verein RTC Seedorf eingeschrieben ist.

Gute Mischung zwischen Schule und Sport

Die Idee zum Besuch der Tennis-Akademie kam vergangenes Jahr auf. «Meine Eltern und ich haben in den Medien von der Eröffnung der Akademie auf Mallorca erfahren.» Das passierte zum richtigen Zeitpunkt. Denn: «Mein Ziel ist es, mein Hobby zu forcieren und mehr Zeit darin zu investieren.» Anhand einer Laufbahnberatung wurden dem Gymischüler verschiedene schulische Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt – ein Austauschjahr war eine Option davon. Der Idealfall sei eine ideale Mischung zwischen Sport und Schule, die man gut kombinieren könne.

Um mal einen Vorgeschmack zu erhalten, besuchte Jan Jauch im Frühling während einer Woche den riesigen Tennis-Komplex in Manacor (siehe Box). Was das Tennistalent zu sehen bekam, haute ihn aus den Socken: «Die Anlage ist ein Paradies, einfach traumhaft.» Der Flüeler führte einige Gespräche mit Trainern und dem Schulleiter und war fortan begeistert.

Bereits eine Woche später kam der erfreuliche Bescheid seitens der Verantwortlichen, dass er während eines Jahres unter professionellen Bedingungen seinem Hobby nachgehen darf und gleichzeitig die schulische Ausbildung nicht zu kurz kommt. Seine Eltern unterstützen ihn voll und ganz bei seinem Vorhaben. «Ich bin sehr glücklich, dass sie mir ermöglichen, dieses Abenteuer erleben zu dürfen.»

Der diplomierte Tennislehrer Reto Dubacher aus Altdorf steht dem Konzept äusserst positiv gegenüber. «Für den sportlichen Fortgang und die Entwicklung seiner Persönlichkeit ist es eine tolle Sache.» Dubacher trainiert den 15-Jährigen schon viele Jahre und weiss: «Er hat Fleiss und Beharrlichkeit. Jan ist ein kompletter Spieler, der alle Schläge kennt.» Der Tennislehrer macht prinzipiell nie Zukunftsprognosen, sagt aber: «Wenn Jan gesund bleibt und weiter hart an sich arbeitet, muss der Weg eigentlich nach oben zeigen!»

Verlängerung des Aufenthalts ist denkbar

Unter der mallorquinischen Sonne profitieren die möglichen Nachfolger von Federer, Nadal, Djokovic und Co. ganzjährig von den mediterranen Wetterbedingungen. Jan Jauch ist begeistert, was die 10- bis 18-jährigen Spieler in der luxuriös ausgestatteten Tennisschule erwartet. Für die schulische Bildung des Teenagers ist die American International School Mallorca zuständig. Der Unterricht wird auf Englisch abgehalten. Dazu wird mit Spanisch eine weitere Fremdsprache unterrichtet. Wäre der Flüeler nicht nach Mallorca gegangen, hätte er an der Kantonalen Mittelschule Uri mit der bilingualen Maturität begonnen. Das Angebot gibt es seit einem Jahr und richtet sich an Schüler, die sich zusätzlich zu ihrer normalen Ausbildung zur Maturität intensiv mit einer Zweitsprache auseinandersetzen wollen.

Der Nachwuchsspieler kann sich durchaus vorstellen, länger als ein Jahr in der Akademie auf Mallorca zu verbringen, nach drei Jahren den Schulabschluss zu machen und dann an einem amerikanischen College zu studieren. «Das steht aber noch in den Sternen», so der 15-Jährige. Viel würde aber auch von seiner körperlichen Fitness abhängen und ob er von Verletzungen verschont bleibe. Denn ihm ist bewusst: «Der Sport ist schnelllebig. Ich gehe Schritt für Schritt, alles Weitere wird sich von allein ergeben.»

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