Testkäufe: Urner Betriebe sind beim Jugendschutz wieder lascher

Bei den Alkohol- und Tabak-Testkäufen 2019 ist ein ernüchterndes Ergebnis entstanden. Im Herbst haben 30 Prozent der Getesteten Spirituosen an zu junge Kundschaft abgegeben.

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Die Testkäufe ergaben ein ernüchterndes Ergebnis. (PD)

Die Testkäufe ergaben ein ernüchterndes Ergebnis. (PD)

(zf) 2019 wurden im Kanton Uri bereits zum sechsten Mal in Folge Alkohol- und Tabak-Testkäufe bei Verkaufsstellen durchgeführt. «Diese Testkäufe finden jeweils unter dem Fokus Jugendschutz statt», schreibt die Gesundheitsförderung Uri in einer Mitteilung. Im Herbst 2019 wurden 30 Betriebe bezüglich Verkaufs von Tabak und Alkohol an Minderjährige getestet. «Mehrheitlich wurden die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz eingehalten.» Beim Verkauf von Spirituosen hätten jedoch fast ein Drittel der getesteten Verkaufsbetriebe die gesetzlichen Bestimmungen nicht eingehalten.

Eltern können Meldung erstatten

«Dem Amt für Gesundheit Uri und der Fachstelle Gesundheitsförderung Uri ist die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein grosses Anliegen.» Entsprechen würden die gesetzlichen Verkaufs- und Abgabebestimmungen von Tabak und Alkohol an Kinder und Jugendliche stark gewichtet. Gemäss Urnerischer Gesetzgebung dürfen keine Tabak- und Alkoholprodukte an unter 16-Jährige und keine Spirituosen an unter 18-Jährige abgegeben oder verkauft werden. Die Testkäufe wurden in Kooperation mit dem Blauen Kreuz Zürich durchgeführt. «Die Testkäufe haben bis heute keine strafrechtlichen Konsequenzen für die Verkaufsstellen», hält die Gesundheitsförderung fest. Sie weist jedoch darauf hin, dass Eltern oder weitere Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit haben, bei Kenntnisnahme von Verstössen gegen die Jugendschutzbestimmungen entsprechende Meldung bei den Behörden zu machen.

In 30 Verkaufsstellen über den Kanton verteilt wurden durch speziell ausgebildete Personen des Blauen Kreuz Zürich Tabak- und Alkohol-Testkäufe durchgeführt. Es wurden verschiedene Verkaufs- und Gastronomiebetriebe wie Cafés, Restaurants, Bars, sowie Detailhandelsgeschäfte, Kioske und Tankstellenshops geprüft. Von den getesteten Verkaufsstellen haben 18 die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz eingehalten, acht Betriebe haben sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten und vier Betriebe waren zum Zeitpunkt der Testkäufe geschlossen. Im Vergleich zu den Testkäufen, welche im Frühling 2018 durchgeführt wurden, sind die aktuellen Resultate tendenziell schlechter ausgefallen. 2018 hatten lediglich 3 von 29 getesteten Verkaufsstellen dem Gesetz zu wider gehandelt.

Anstieg auch bei illegalen Bierverkäufen

Zum Tabakverkauf werden im Kanton Uri bereits seit 2014 Testkäufe durchgeführt. Von 11 Prozent illegal verkauften Tabakwaren im 2018 waren es aktuell 17 Prozent. Alkohol-Testkäufe werden seit 2016 durchgeführt. Die Ergebnisse 2019 sind im Vergleich zu 2018 bei den illegalen Bierverkäufen an unter 16-Jährige von 7 auf 13 Prozent angestiegen, beim illegalen Verkauf von Spirituosen an unter 18-Jährige sogar von 4 auf 30 Prozent. Somit zeigt sich insbesondere bei der Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen im Spirituosenverkauf eine massive Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr.

Die Verkaufsstellen wurden direkt nach den Testkäufen mündlich über das Ergebnis informiert. In den folgenden Wochen erhalten sie zusätzlich ein Informationsschreiben. Mit Betrieben, die bereits zum wiederholten Male die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhalten, wird das persönliche Gespräch gesucht. Die verantwortlichen Personen müssen sich bewusst sein, dass sie bei illegalem Verkauf von Tabak oder Alkohol an Minderjährige eine Geldbusse oder ein Strafverfahren riskieren. «Ein besonderer Dank gilt den Verkaufsstellen, welche eine vorbildliche Einhaltung des Jugendschutzes an den Tag legen», so die Gesundheitsförderung.

Beratung ist kostenlos

Für die Beratung, Schulung und Information von Veranstaltern, Verkaufsstellen und Mitarbeitern steht die Fachstelle Gesundheitsförderung Uri (www.gesundheitsfoerderung-uri.ch) kostenlos zur Verfügung. Weiterführende Informationen zum Jugendschutz sind zu finden unter www.jugendschutz-zentral.ch.