Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

THEATER: Schüler spielen ein Märchen über Macht

Die Schüler des Kollegitheaters beschäftigen sich in ihrem neuen Bühnenstück damit, was Macht mit Menschen anstellt. Sie inszenieren George Orwells weltberühmten Roman «Farm der Tiere».
Salome Infanger
Die Theaterspieler proben unter der Leitung von Matteo Schenardi (links) seit Herbst ihr neues Stück. (Bild: Salome Infanger (Altdorf, 22. März 2017))

Die Theaterspieler proben unter der Leitung von Matteo Schenardi (links) seit Herbst ihr neues Stück. (Bild: Salome Infanger (Altdorf, 22. März 2017))

Die Tiere planen eine Revolution gegen ihren Bauern. Sie haben es satt, unterdrückt zu werden. «Alle Tiere sind gleich», lautet der Wahlspruch. Das selber komponierte Revolutionslied wird gesungen. Die Schüler des Kollegitheaters proben den Tieraufstand, wie ihn der Engländer George Orwell 1945 in seinem Roman «Farm der Tiere» niedergeschrieben hat.

Die Revolution auf dem Bauernhof scheitert kläglich. Der einstige Herrscher wird zwar vertrieben, aber die Machtgelüste einzelner Schweine führen dazu, dass sich die Tiere untereinander unterdrücken und in verschie­dene Klassen einteilen. «Eine ernüchternde Thematik, aber trotzdem gibt es auch Szenen zum ­Lachen», sagt Spielleiter und Theaterpädagoge Matteo Schenardi. Auf Basis einer Spielvorlage bringt er mit 20 Schülern das Stück auf die Bühne. Im Gegensatz zu den vergangenen Aufführungen des Kollegitheaters folgt «Farm der Tiere – ein Märchen frei nach George Orwell» einer klaren Handlung. Gesprochen wird Schweizerdeutsch.

Theater mit Parallelen zur Gegenwart

George Orwells Roman ist eine satirische Analyse der Geschichte der Sowjetunion und handelt davon, wie die Idee eines Aufstands untergeht, die Macht sich im Grunde nur verschiebt, und welche Rollen die Menschen in diesem Prozess einnehmen. «Es gibt immer Gewinner und Verlierer einer Revolution», sagt Schülerin Andrina Imhof. «Aber der Zustand der Ärmsten bleibt eigentlich immer gleich», ergänzt ihre Kollegin Arlette Journeaux. Die weltberühmte Geschichte wurde vor über 70 Jahren geschrieben, trotzdem existierten zahlreiche Parallelen zur heutigen Zeit, sagt Schenardi. «Wir beziehen uns aber nicht auf ein spezifisches Ereignis. Zu was genau die Zuschauer den Bogen schlagen, überlassen wir ihnen.»

Ausgang des Stücks ist noch ungewiss

Das Theaterensemble wird das Stück auf einer sogenannten Zentrumsbühne aufführen. Das Publikum schliesst die Bühne samt Schauspieler ein. «So können wir darstellen, wie eingepfercht und unfrei die Tiere sind», sagt Schenardi. Es werde sehr schlicht inszeniert, nur mit wenigen Requisiten gearbeitet.

Der Theaterpädagoge verrät auch, dass sich die Bühne im Verlauf der Aufführung entwickeln wird. Dass die Schauspieler Tiere verkörpern, erkennt der Zuschauer an Geräuschen und Textstellen. Die Kostüme aber sollen eher an Arbeiter erinnern. «Wir gehen grundsätzlich von Menschen aus», erklärt Schenardi.

In den nächsten zwei Wochen wird noch intensiv geprobt. Die Premiere findet am Freitag, 7. April, statt. «Bis dahin wird noch viel passieren», sagt Schenardi. Das Stück sei noch nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt. Die Schülerin Lisa Huonder sagt: «Wir müssen uns noch entscheiden, ob das Stück frustrierend oder doch hoffnungsvoll ausgehen soll.»

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch

Hinweis

Das Kollegitheater wird im Theater Uri vom 7. bis 12. April täglich um 19.30 Uhr, am 8. April um 16.30 Uhr aufgeführt. Tickets gibt es im Ticket Center (Uri Tourismus AG) unter Telefon 041 874 80 09.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.