Theatergruppe Momänt & Co.
Eine Produktion mit vielen Premieren

Die Theatergruppe tritt dieses Jahr mit einem reinen Frauen-Ensemble auf. Auch sonst enthält «Hopetown», das am 27. August Premiere feiert, viele Neuerungen bereit.

Florian Arnold
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«Aussergewöhnlich» ist das neue «normal». Das gilt für nichts mehr als die Coronazeit. Und davon betroffen ist auch die Altdorfer Theatergruppe Momänt & Co. Normalerweise stehen die Schauspielerinnen und Schauspieler jedes zweite Jahr kurz nach Weihnachten auf der Bühne. Dieses Jahr ist dies aber in den Sommer verlegt worden. Am 27. August wird im Theater Uri Premiere des Stücks «Hopetown – Just another Western» gefeiert.

Das Ensemble der Theatergruppe Momänt & Co. probt für das Frauenstück Hopetown. Von links: Noemi Auf der Maur, Caroline Jauch, Sandra Lussmann.

Das Ensemble der Theatergruppe Momänt & Co. probt für das Frauenstück Hopetown. Von links: Noemi Auf der Maur, Caroline Jauch, Sandra Lussmann.

Bild: Florian Arnold (Altdorf, 8. August 2021)

«Wir waren eigentlich bereit, um im Januar 2021 aufzutreten», verrät Julia Trottmann von der Produktionsleitung. Die verschärften Massnahmen verhinderten dann praktische in letzter Sekunde die Aufführungen. Weil die Tellspiele nun abgesagt wurden, ergriff Momänt & Co. nun die Chance der freien Bühne. «Das war ein riesen Glück für uns», sagt Julia Trottmann. «Die Verhandlungen mit dem Theater Uri verliefen sehr unkompliziert. Von allen Seiten haben wir grosse Unterstützung erfahren. Denn viele wollen, dass Kultur wieder stattfinden kann.» Die Aufführungen finden unter dem Schutzkonzept des Theaters Uri statt. Das Publikum wird somit eine Maske tragen, ein Covid-Zertifikat wird nicht nötig sein. «Jeder, der Lust hat und sich gesund fühlt, ist willkommen. Niemand braucht sich wegen der Pandemie zu fürchten.» Auf eine Pause wird verzichtet, das Stück dauert 75 Minuten.

Die Hitze des Westens

Noch ist die Bühne des Theaters Uri etwas kahl. Mit Stühlen werden die Elemente des Bühnenbilds von Fredy Burkart angedeutet, das erst nach dem Musikfestival Alpentöne vom kommenden Wochenende aufgebaut werden kann. Die bunten Kostüme, die Anna Maria Glaudemans zusammengestellt hat, geben schon einen Vorgeschmack, in welche Richtung es gehen könnte. Das Publikum wird wieder auf einer Rampe Platz nehmen, die sich im Rückraum der Bühne befindet.

Das Ensemble der Theatergruppe Momänt & Co. probt für das Frauenstück Hopetown. Von links: Julia Trottmann, Silvia Arnold, Caroline Jauch, Corinne Gnos, Noemi Auf der Maur und Sandra Lussmann.

Das Ensemble der Theatergruppe Momänt & Co. probt für das Frauenstück Hopetown. Von links: Julia Trottmann, Silvia Arnold, Caroline Jauch, Corinne Gnos, Noemi Auf der Maur und Sandra Lussmann.

Bild: Florian Arnold (Altdorf, 8. August 2021)

Nüchtern betrachtet kommt die Verschiebung in den Sommer gar nicht so ungelegen. Denn Hopetown spielt, wie der Untertitel verrät, in der Hitze des Wilden Westens. «Das Thema könnte aktueller nicht sein», sagt Julia Trottmann, denn angesprochen wird auch das Wasser, von dem es momentan an gewissen Orten zu viel und an anderen zu wenig gibt. Daneben dreht sich das Stück vor allem um die – ebenfalls aktuelle – Frauenthematik. Denn das Ensemble besteht ausschliesslich aus Frauen. «Wir stehen zu sechst auf der Bühne, wobei jede Figur ihre eigene Geschichte mitbringt», verrät Julia Trottmann, die selber eine dieser Rollen spielt – genauso wie die beiden Co-Produktionsleiterinnen Corinne Gnos und Silvia Arnold. «Das, was wir erlebt haben, ist vielschichtig. Es kommen lustige wie tragische Geschichten vor, die sich nicht selten um Männer drehen, und es geht um Leben und Tod.»

Ein Mann steuert Sichtweisen bei

Die Produktionsleiterin kommt ins Schwärmen, wenn sie vom Frauen-Team spricht. Neben der Produktionsleitung stehen Sandra Lussmann, Caroline Jauch und Noemi Auf der Maur auf der Bühne. «Ich glaube nicht, dass ich es in einer anderen Konstellation je erlebt habe, dass ich so offen über meine Befindlichkeiten und Bedürfnisse sprechen konnte», erzählt Julia Trottmann. «Wir sind so eingeschweisst, dass wir uns mittlerweile gegenseitig in- und auswendig kennen. Wir weinen und lachen gemeinsam.»

Bei der Regie jedoch arbeitet auch ein Mann mit: Jürg Schneckenburger, der bereits zum dritten Mal ein Stück mit Momänt & Co. einstudiert. «Er ist mit diesem Stück an uns herangetreten und viele von uns kennen ihn von früheren Produktionen sehr gut», erklärt Julia Trottmann. Schneckenburger zur Seite steht jedoch auch die Urner Schauspielerin Madlen Arnold. «Sie teilen sich die Aufgabe der Inszenierung», erklärt die Produktionsleiterin. «Das gibt zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen, eine besondere Mischung.»

Daneben darf man auf weitere Elemente gespannt sein, wie sie die Theatergruppe noch nie gezeigt hat. Denn erstmals arbeitet Momänt & Co. auch mit Video-Einspielungen, was die Konzentration und Genauigkeit der Schauspielerinnen besonders herausfordern wird. Die Videos stammen von Sarah Hugentobler, die Musik hat der Urner Musiker Mario «Moe» Schelber komponiert und eingespielt, die Grafik Luca Schenardi.

Tickets gibt es unter www.eventfrog.ch/hopetown. Wer keine Kreditkarte oder elektronische Zahlungsmittel nutzt, kann per E-Mail verbindlich Tickets reservieren unter hopetown.justanotherwestern@gmail.com.