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TIERMEDIZIN: Weihnachten birgt Gefahren für Haustiere

Was für Menschen ein gutes Weihnachtsfest ausmacht, kann für Haustiere mitunter gefährlich werden. Eine Übersicht zeigt die grössten Gefahrenquellen – damit Weihnachten auch für Vierbeiner, Nagetiere und Vögel nicht tödlich endet.
Carmen Epp
Katzen spielen gerne mit Christbaumschmuck. Das kann gefährlich enden. Verschlungene Geschenkbändel können beim Hund zum Darmverschluss führen (Bilder: MaRussya / Fotostorm / Getty)

Katzen spielen gerne mit Christbaumschmuck. Das kann gefährlich enden. Verschlungene Geschenkbändel können beim Hund zum Darmverschluss führen (Bilder: MaRussya / Fotostorm / Getty)

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Weihnachten ist ein Fest für die ganze Familie. Dazu gehören in vielen Urner Haushalten auch Haustiere. Auf Nachfrage unserer Zeitung bei den Urner Gemeinden sind derzeit 1472 Hunde im Kanton Uri registriert. Hochrechnungen zufolge wohnt in jedem vierten Haushalt eine Katze. Hinzu kommen Nagetiere wie Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen sowie Vögel, die Schätzungen zufolge in 4 Prozent der Haushalte gehalten werden.

Was viele Haustierhalter nicht wissen: Während das Weihnachtsfest für uns Menschen meist eine Freude ist, können Christbaum, Geschenke und auch das Festtagsmahl für Haustiere zum Verhängnis werden. Folgende Gefahren lauern an Weihnachten auf Hunde, Katzen, Vögel und Nagetiere:

Der Christbaum, ein wahrer Giftcocktail für Hund und Katze

Zu jedem Weihnachtsfest gehört ein Christbaum. Wer sich entscheidet, sich dafür einen echten Baum ins Wohnzimmer zu holen, sollte ihn so gut wie möglich von seinen Haustieren fernhalten. Abgesehen von der Gefahr, dass eine allzu verspielte Katze den Baum zu Fall bringen könnte oder der Hund kurzerhand sein Bein daran hebt, kann der Christbaum samt Schmuck auch stehend und unmarkiert zur Falle für Vierbeiner werden.

Frisst der Hund oder die Katze die Nadeln des Baumes, können diese den Darm des Tieres schwer verletzen. Und alleine das Knabbern oder Lecken am Christbaum kann gefährlich werden. Der Grund: Die Nadeln, das Harz am Stamm und auch das Baumwasser enthalten ätherische Öle, die Hunde und Katzen zwar schmackhaft finden, sie aber schwer vergiften können.

Daneben kann auch der Baumschmuck Haustieren gefährlich werden. Lametta etwa, die beliebten glitzernden Streifen, mit denen so mancher Baum geschmückt wird, bestehen meist aus Aluminium, was für Hunde und Katzen giftig ist. Dasselbe gilt für das sogenannte Engelshaar: Die dünnen, goldenen Schmuckfäden bestehen teilweise aus Glaswolle, deren Splitter in die Haut, in die Augen und beim Fressen in den Magen und den Darm der Tiere gelangen können. Eine weitere Gefahrenquelle sind Christbaumkugeln. Sie zersplittern meist in scharfe Einzelteile, wenn die Katze sie zu Boden zerrt oder sie im Hundemaul landen. Und auch der Christbaumschmuck aus Schokolade kann – einmal im Magen von Hund oder Katze – eine schwere Vergiftung verursachen.

Ein schön geschmückter Christbaum will beleuchtet sein. Was für uns zum Weihnachtsfeeling gehört, kann dem Haustier jedoch zum Verhängnis werden: Hund und Katze können sich in den Lichterketten verheddern oder beim Anknabbern einen gefährlichen Stromstoss kriegen. Kerzen hingegen können bei Berührungen mit dem Fell des Tieres zu Verbrennungen führen und im gelöschten Zustand auch besonders verfressenen Haustieren gefährlich werden: Das in den meisten Kerzen enthaltene Paraffin ist nämlich ebenfalls giftig für Tiere.

Deko und Weihnachtsmenü sind nichts für Haustiere

Auch Geschenke können Haustieren zur Gefahr werden. Die vor allem für Katzen verlockenden bunten Bändel und das raschelnde Papier können verschluckt werden und zu einem Darmverschluss führen. Verkriecht sich der Hund oder die Katze zu den Geschenken in eine Tragetasche, geht ihnen schnell die Luft aus.

Auf Sprühschnee und Glitzer aus der Dose, um Christbaum oder Fenster zu verzieren, sollten Tierhalter ebenfalls verzichten; auch sie enthalten Giftstoffe, die den Haustieren gefährlich werden können. Weihnachtssterne, Christrosen und Mistel- und Stechpalmenzweige sollten ebenfalls ausser Reichweite von Tieren aufbewahrt werden. Sie enthalten Stoffe, die beim Anknabbern oder Ablecken zu Vergiftungen führen können. Vorsicht geboten ist ausserdem bei Räucherkerzen und Duftölen: Sie können die Atemwege von Hund, Katze und auch Vögeln empfindlich reizen.

Nicht ungefährlich ist auch das Festtagsessen. Grosse Hunde können problemlos etwas auf dem Tisch erreichen und Katzen lautlos auf die reich gedeckte Tafel springen. Macht sich das Tier dann etwa über ein Rollschinkli her, droht wegen des Netzes ein Darmverschluss. Zu Weihnachten oft aufgetischte Nüsse sind ebenfalls giftig für Hunde, Weintrauben bekommen Hunden und Katzen nicht gut. Dasselbe gilt für Schokolade. Hier gilt: Je dunkler die Schokolade, desto giftiger ist die Süssigkeit für Hund und Katze. Mit Vorsicht zu geniessen ist ausserdem der Racletteplausch in Anwesenheit von Haustieren. Der Grund: Teflonbeschichtete Pfännchen setzen bei hohen Temperaturen ein Gas frei, das vor allem für Vögel giftig ist.

Hunde lieben Schokolade, Katzen Lametta

Dass die Gefahren an Weihnachten nicht nur theoretische sind, bestätigt Flavio Regli auf Anfrage unserer Zeitung. Die Suppe werde zwar meistens nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird, sagt der Urner Tierarzt. Trotzdem gebe es hin und wieder Hunde und Katzen, die während der Weihnachtszeit bei ihm in der Praxis landen, weil sie mit Dingen in Kontakt kamen, die ihnen nicht gut tun. «Hunden wird meistens Schokolade, oft inklusive Verpackungspapier, zum Verhängnis. Bei Katzen sind es vor allem die glitzernden Lametta-Fäden», sagt Regli. Die Anzahl Fälle halte sich jedoch in Grenzen. Dies, weil erfahrene Tierhalter über die Gefahren Bescheid wissen. Neuhalter informiert Regli jeweils in der Praxis.

Sollte es über Weihnachten zu einem Notfall kommen, so ist Reglis Kleintierpraxis Adlergarten in Schattdorf auch ausserhalb der Praxiszeiten jederzeit telefonisch (041 870 85 85) erreichbar.

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