«Tischlein deck dich» hat fast 190'000 Kilo Lebensmittel gerettet

Seit der Eröffnung 2010 hat «Tischlein deck dich» Altdorf fast 200 Tonnen Lebensmittel gerettet und unterstützt so 160 Personen in der Region.

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(mah) Der Verein «Tischlein deck dich» verteilt wöchentlich einwandfreie, vor der Entsorgung gerettete Lebensmittel an über 160 Personen, welche in Altdorf von Armut betroffen sind. Nun feiert der Verein in Altdorf sein Zehn-Jahr-Jubiläum.

Die Abgabestelle Altdorf befindet sich im Hilfswerk der Kirchen Uri, wo jeden Mittwoch während einer Stunde Lebensmittel von freiwilligen Helfern – das Team zählt 33 Personen – verteilt werden. Seit der Eröffnung im August 2010 seien in Altdorf 188'530 Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet und abgegeben worden, so der Verein.

Armuts- und Foodwaste-Bekämpfung

Aurelia Auf der Maur, Leiterin der Abgabestelle, ist überzeugt, dass das Projekt in zweierlei Hinsicht sinnvoll sei: «Einerseits wird Menschen geholfen, die Unterstützung benötigen und auf der anderen Seite wird etwas gegen die Lebensmittel-Verschwendung unternommen», sagt sie. Die Abgabestelle Altdorf wird von der Stiftung Suyana finanziert. Mit dem Engagement gegen Foodwaste und zu Gunsten Armutsbetroffener leiste «Tischlein deck dich» einen wertvollen Beitrag, den sie seit dem Jahr 2013 unterstützen, sagt auch Daniel Sigrist, Geschäftsführer von Suyana Schweiz.

Doch Altdorf ist nur eine von 132 Essens-Abgabestellen, welche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein existieren. Der Verein setzt damit ein Zeichen gegen Foodwaste und unterstützt Menschen, welche unter der Armutsgrenze leben. In der Schweiz seien dies laut dem Verein fast 660'000 Personen. «Tischlein deck dich» bilde deshalb «eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel», heisst es in der Medienmitteilung.

Wer bei «Tischlein deck dich» Lebensmittel beziehen möchte, muss sich mit einer Bezugskarte ausweisen können, die von regionalen Sozialfachstellen nach Prüfung der finanziellen Situation ausgestellt werde. Für die Lebensmittel, welche ausschliesslich Produktspenden sind, wird ein symbolischer Franken bezahlt, trotzdem könne so das Haushaltsbudget entlastet werden.

Lebensmittelabgabe mit neuem Schutzkonzept

Nachdem die Abgabestellen während des Lockdowns geschlossen wurden, weil sie unter anderem die Distanzregeln nicht einhalten konnten, wurden die Stellen nun schrittweise wieder geöffnet: Mit Hilfe eines neuen Schutzkonzepts sei das Herausgeben der Lebensmittel wieder möglich.

Die Freiwilligen würden die Lebensmittel neu in Papier- und Kühltaschen packen. Das Team halte bei diesen Vorbereitungen ausserdem immer genügend Abstand voneinander. In engeren Räumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, trage das Team Masken. Um eine Gruppenbildung zu verhindern, erhält jede Kundin und jeder Kunde ein Zeitfenster, damit die Abholung der Lebensmittel gestaffelt ablaufen kann.