Toleranz gegenüber den Jungen nimmt ab

Die Urner Jugendanwältin Romana Bossi überrascht es, wie offen Jugendliche sind. Es stört sie aber, dass die Toleranz jungen Menschen gegenüber abgenommen hat.

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«Ich erledige viel soziale Arbeit», sagt Jugendanwältin Romana Bossi. (Bild: Andrea Schelbert/Neue UZ)

«Ich erledige viel soziale Arbeit», sagt Jugendanwältin Romana Bossi. (Bild: Andrea Schelbert/Neue UZ)

«Jugendkriminalität ist meistens nur eine episodenhafte, vorübergehende Begleiterscheinung der normalen Entwicklung», sagt Romana Bossi. Die 43-Jährige ist seit 1999 als Jugendanwältin des Kantons Uri tätig. Straftaten von Jugendlichen seien nur in den seltensten Fällen Einstieg in eine kriminelle Karriere. «Sie können aber Ausdruck von fehlendem Selbstwertgefühl, fehlenden Perspektiven oder sonstigen Nöten sein», erklärt die zweifache Mutter.

Aufwand wird immer grösser

Für das Amt der Jugendanwältin stehen in Uri 40 Stellenprozente zur Verfügung. Daneben ist Bossi als Anwältin und Notarin tätig. «Seit ich mit der Arbeit als Jugendanwältin begonnen habe, ist der Aufwand immer grösser geworden», erklärt sie. Den Urner Teenagern stellt sie trotzdem ein gutes Zeugnis aus. Man habe keine grossen Probleme mit ihnen. «Was mir Sorgen macht ist, dass die Gesellschaft ein ganz anderes Bild von den Jugendlichen hat. Oft ist man der Meinung, dass sie diejenigen sind, die etwas schlecht machen. Das ist aber nicht so», stellt die Jugendanwältin klar. Diese Wahrnehmung habe aber zu einem ganz anderen Anzeigeverhalten geführt. «Die Toleranz jungen Menschen gegenüber hat abgenommen», sagt Romana Bossi.

Andrea Schelbert

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