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Urner Regierung beantragt
zusätzliche 169'000 Franken

Archäologische Grabungen bei der Überbauung auf dem Areal des ehemaligen Hotels Weisses Kreuz in Flüelen und der Unterhalt von Wanderwegen kosten mehr als budgetiert. Hinzu kommt Geld für ein Pilotprojekt im ägyptischen El Gouna.
Bruno Arnold
Auf dem Areal des ehemaligen Hotels Weisses Kreuz entstehen zurzeit Alterswohnungen. (Bild: Urs Hanhart, Flüelen, 22. Mai 2019)

Auf dem Areal des ehemaligen Hotels Weisses Kreuz entstehen zurzeit Alterswohnungen. (Bild: Urs Hanhart, Flüelen, 22. Mai 2019)

Der Landrat entscheidet am 4. September über zwei Nachtragskredite von total 139000 Franken. 39500 Franken beantragt die Regierung für eine zweite Etappe archäologischer Grabungen auf dem Areal des ehemaligen Hotels Kreuz bei der Alten Kirche in Flüelen. Dort entstehen zurzeit mehrere Alterswohnungen. Im Staatsvoranschlag 2019 sind für den Sachaufwand Archäologie total 100000 Franken budgetiert worden. «Da die bisherigen und laufenden Projekte im Jahr 2019 das Budget vollständig beanspruchen werden, ist für die zweite Etappe der archäologischen Grabung in Flüelen ein Nachtragskredit notwendig», begründet die Regierung ihren Antrag.

Ursprung könnte weiter zurückreichen

Ab September/Oktober soll auf dem Areal in Flüelen die Platzgestaltung des Ochsenhofs (Ochsenplätzli) vorgenommen werden. Wie die archäologischen Grabungen der ersten Etappe beim ehemaligen Gasthaus im Jahr 2018 gezeigt haben, liegen die geplanten Bodeneingriffe in einem archäologisch äusserst wichtigen Areal. Dort konnten der mittelalterliche Hafen und der Dorfkern in gutem Erhaltungszustand freigelegt und so neue Erkenntnisse gewonnen werden. Auf dem Areal sind Reste der ältesten, 1360 erstmals erwähnten Dorfkapelle und dazugehöriger Bauten wie des Pfrundhauses zu erwarten. «Ihr Ursprung könnte aber weiter zurückreichen, da schon die Fraumünsterabtei in Zürich im 9. Jahrhundert eine Fährstelle in Flüelen betrieb», heisst es im Bericht. Wie die erste Etappe gezeigt habe, könne auch zwischen dem ehemaligen Gasthaus Kreuz und dem Hotel Sternen von einer guten Erhaltung archäologischer Strukturen ausgegangen werden.

Intervention wird als 
«gerechtfertigt» erachtet

«Massnahmen für eine zweite Etappe waren ursprünglich nicht eingeplant», schreibt die Regierung. «Das nun festgelegte Konzept der Platzgestaltung sieht jedoch grössere Bodeneingriffe vor, die aufgrund der Erkenntnisse der ersten Etappe eine archäologische Intervention rechtfertigen. Gemäss Zivilgesetzbuch und Gesetz über den Natur- und Heimatschutz ist der Kanton Uri verpflichtet, Untersuchungen durchzuführen. «Die Zerstörung der Überreste von kulturhistorischer Bedeutung ist im vorliegenden Fall endgültig und demzufolge irreversibel», so die Regierung.

Gemäss Kostenberechnung ist mit einem Aufwand von 39'500 Franken zu rechnen. Dies beinhaltet eine Grabungskampagne mit baubegleitender Untersuchung von ungefähr 25 Manntage vor Ort und abschliessendem Grabungsbericht.

30'000 Franken für El-Gouna-Projekt

(bar) Die Regierung beantragt dem Landrat auch einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 30 000 Franken. Im Rahmen eines Pilotprojekts will der Kanton Uri das Lernzentrum El Gouna in Ägypten vom 1. August 2019 bis 31. Juli 2022 pädagogisch beraten und unterstützen. Die dortige Trägerschaft möchte das Lernzentrum El Gouna in Anlehnung an die schweizerischen Bildungsstandards entwickeln. Der Aufwand dürfte jährlich maximal 19500 Franken betragen. Während der dreijährigen Pilotphase fallen somit Gesamtkosten in Höhe von 58500 Franken an. Daran beteiligen sich der Kanton Uri und das Lernzentrum El Gouna je zur Hälfte. Eine Evaluierung gegen Ende der Pilotphase soll sodann als Grundlage dienen für eine definitive Zusammenarbeit zwischen der Trägerschaft des Lernzentrums El Gouna und dem Amt für Volksschulen ab dem Schuljahr 2022/2023.

Hauptwanderwege müssen
 dringend saniert werden

99'500 Franken soll der Landratz für den baulichen Unterhalt der Hauptwanderwege sprechen. Der Grund: Durch die intensiven Niederschläge Anfang Juni 2019 wurden insbesondere im Urserntal und Urner Oberland diverse Abschnitte von Hauptwanderwegen stark beschädigt, die tangierten Wege mussten teilweise gar gesperrt werden. Weiter führten die grossen Schneemengen vom März und April 2019 zu Schäden, die durch Lawinenniedergänge verursacht wurden. Gemäss kantonalem Fuss- und Wanderweggesetz ist der Kanton für Anlage, Unterhalt und Kennzeichnung der Hauptwanderwege zuständig. Der beantragte Kredit wird wie folgt für Sofortmassnahmen auf folgenden Hauptwanderwegen investiert: SAC-Hotel Maderanertal–Alp Sass (Gemeinde Silenen): Ersatz der Brücke über den Spritzbach (Kosten: rund 28'500 Franken); Richligen–Intschi: Wiederherstellung des Wegs im Bachbereich des Schwandentals (6000 Franken); Göschenen–Göscheneralp: Räumungsarbeiten auf dem Abschnitt Steglaui–Wiggen (8000 Franken); Göscheneralp–Berg: Instandsetzung der stark ausgewaschenen Wegabschnitte (12'000 Franken); Giessen Andermatt–Moos Hospental: Räumung und Erneuerung der Fundations- und Verschleissschicht des zurzeit nicht passierbaren und gesperrten Wanderwegs (10'000 Franken); Hospentall–Chämleten: Instandstellung des stark ausgewaschenen Wegtrasses, um die Nutzung durch die historische Gotthardpostkutsche wieder zu ermöglichen (20'000 Franken); Andermatt–Schöni–Oberalp: Instandstellung stark ausgewaschener Wegstrecken im Abschnitt Schöni–Pazolatal (15'000 Franken).

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