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TOURISMUS: Sawiris Luxusresort-Projekt fährt 35,6 Mio. Franken Verlust ein

Die Andermatt Swiss Alps (ASA), die im Gotthardgebiet ein Luxusresort mit Geld des ägyptischen Investors Samih Sawiris baut, wirtschaftet noch immer nicht gewinnbringend. So schmälert der Verlust von 35,6 Mio. Franken auch das Ergebnis der Muttergesellschaft Orascom Holding.
Franz-Xaver Simmen, CEO der Andermatt Swiss Alps, blickt vor dem Hotel Chedi trotz schwierigem Marktumfeld zuversichtlich in die Zukunft. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Franz-Xaver Simmen, CEO der Andermatt Swiss Alps, blickt vor dem Hotel Chedi trotz schwierigem Marktumfeld zuversichtlich in die Zukunft. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Normalerweise ist es Samih Sawiris, der vor den versammelten Medien lacht. Er lacht selbst dann, wenns nicht viel zu lachen gibt. Am Donnerstagnachmittag aber, als die Verantwortlichen der Andermatt Swiss Alps AG ihre Zahlen von 2015 im Flaggschiff des Projekts, dem 5-Sterne-Hotel The Chedi, präsentierten, war er entschuldigt. Er weilte in den Ferien. Stellvertretend für ihn lachte in Andermatt dafür die Sonne.

Noch aber steht Sawiris' Projekt in Andermatt nicht auf der Sonnenseite: Es steckt in den roten Zahlen. Zwar wurden im vergangenen Jahr Immobilien für über 110 Mio. Franken verkauft - der Gesamtumsatz belief sich auf 144,9 Mio. Franken. Die Tochtergesellschaft des Immobilienentwickler und Hotelbetreibers Orascom Holding musste aber einen Verlust von 35,6 Mio. Franken verbuchen. Dieser schmälerte denn auch das Gesamtergebnis des Firmenkonstrukts.

So bleibt der Orascom nach Abzug der Minderheitsbeteiligungen ein Verlust von 19 Mio. Franken, dies im Vergleich zu einem Gewinn von 41,9 Mio. Franken im Vorjahr. "Natürlich macht der Verlust der ASA nun einen grossen Anteil am Verlust der Orascom Holding aus. Doch in Zukunft wird die ASA einen grossen Anteil am Wachstum haben", sagte Orascom-Chef Khaled Bichara an der Telefonkonferenz.

Das Defizit der ASA scheint auch Geschäftsführer Franz-Xaver Simmen nicht zu beunruhigen. "Nach wie vor befinden wir uns in einer Aufbauphase, in der hohe Kosten für Infrastrukturen und die Fertigstellung der Immobilien anfallen", betonte er.

Bis Ende 2015 waren über 60 Prozent aller fertig gestellten Wohnungen in den Apartmenthäusern verkauft. 52 Prozent der Käufer sind Schweizerinnen und Schweizer, 9 Prozent stammen aus Italien, 8 Prozent aus Deutschland, 6 Prozent aus Russland. Die während des ganzen Jahres vermieteten Ferienwohnungen waren durchschnittlich zu 42 Prozent ausgelastet.

365 Tage im Jahr offen

Das Hotel The Chedi, das Ende 2013 eröffnet wurde, erreichte 2015 eine Ganzjahresauslastung von 40,3 Prozent. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Hotelmanager Jean-Yves Blatt zeigte sich zufrieden mit dieser Zahl: "Insbesondere, weil das Hotel im Vergleich zu anderen Hotels in Skigebieten an 365 Tagen im Jahr geöffnet ist. Also auch während der frequenzschwachen Nebensaison".

Bis in zwei, drei Jahren erwartet Blatt eine Auslastung von über 50 Prozent, den grossen Ansturm dann, wenn das Skigebiet vollständig ausgebaut ist. Über die Hälfte der The-Chedi-Gäste kommen aus der Schweiz. Blatt ist bereits der vierte Manager seit der Eröffnung des Luxushotels.

Im vergangenen Jahr fand der Spatenstich des fünften Apartmenthaus statt und es wurde die Grundsteinlegung für das zweite Hotel des Projekts, ein Viersternehaus mit Kongresseinrichtungen, gefeiert - zusammen mit den gleichzeitig entstehenden Gotthard Residences. In diesem Jahr steht der Baustart von zwei weiteren Apartmenthäuser an.

Im Endausbau umfasst das Luxus-Ferienresort sechs Hotels im 4-Sterne- und 5-Sterne-Bereich, rund 500 Apartments in 42 Gebäuden, 25 Chalets, Kongresseinrichtungen sowie eine Schwimmhalle und einen Golfplatz. Bis Ende 2015 wurden bereits 548 Mio. Franken in Sawiris' Projekt investiert. Insgesamt sollen 1,8 Mrd. Franken verbaut werden.

Schlechte Skisaison

Negativ schliesst auch die Saison der Skiarena Andermatt-Sedrun ab. Zwar verlief der Monat März in diesem Jahr dank der frühen Ostertage äusserst positiv. Der Totalumsatz aber liegt mit 12,9 Mio Franken 8,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. "Nicht nur der Eurokurs, auch das Wetter belastet uns", sagte Silvio Schmid, CEO der Skiarena Andermatt-Sedrun. Der Saisonauftakt war wetterbedingt schlecht.

Noch ist die Skigebietsverbindung von Andermatt und Sedrun nicht abgeschlossen. In diesem Jahr sollen die Sesselbahn Oberalppass-Calmut und zwei Beschneiungsanlagen fertiggestellt werden. Später folgt eine Gondelbahn von Andermatt zum Nätschen und Gütsch sowie zwei weitere Sesselbahnen. Zudem entsteht beim heutigen Bahnhof ein neues Terminal. Die Kosten für die gesamte Skigebietsverbindung belaufen sich auf 130 Mio. Franken.

Auch wenn die Wintersaison in Andermatt noch nicht ganz abgeschlossen ist - die Lifte auf dem Gemsstock laufen bis am 24. April -, denkt man in Andermatt bereits an den nächsten grossen Event Ende Juni. Dann folgt die Eröffnung des 18-Loch-Golfplatzes. Wie es sich hier gehört: Mit einem prominent besetzten Eröffnungsturnier. (sda)

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