Tourismus Uri geht in die Offensive

Mit einem neuen Modell fallen für die Anbieter von touristischen Leistungen weniger Gebühren an und somit den Tourismus im Kanton Uri beleben.

Paul Gwerder
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Maurus Stöckli, Geschäftsführer Uri Tourismus AG, will die Tourismusförderung noch besser auslasten. Dort hat die Organisation noch Luft nach oben. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 19. September 2019)

Maurus Stöckli, Geschäftsführer Uri Tourismus AG, will die Tourismusförderung noch besser auslasten. Dort hat die Organisation noch Luft nach oben. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 19. September 2019)

Am Donnerstagabend kamen sehr viele Behördenmitglieder und Leute aus der Tourismusbranche in den Winkel nach Altdorf. Dort ist das neue geplante Partnerkonzept durch Verwaltungsratspräsident von Uri Tourismus AG (UTAG), Markus Züst und dem Geschäftsführer Maurus Stöckli vorgestellt worden. Ab Neujahr soll sich einiges verändern: «Wir wollen die Tourismusförderung noch besser auslasten, denn hier haben wir noch Luft nach oben, und wenn der Tourismus im Kanton Uri floriert, dann profitiert davon auch die Wirtschaft», so der Geschäftsleiter.

Deshalb soll die Vermittlung der Gäste an touristische Leistungsträger wie beispielsweise Hotels, Restaurants oder Erlebnisanbietern in einer dreijährigen Pilotphase nichts mehr kosten – bisher wurde dafür eine entsprechende Entschädigung verlangt. Wegen der bisherigen Gebühren hatten bis jetzt nicht alle touristischen Leistungsträger mit der UTAG zusammengearbeitet.

Die UTAG 2019 verfügt über ein Budget von 1,7 Millionen Franken. Daran bezahlt die öffentliche Hand 63 Prozent und 23 Prozent der Gelder kommen durch Mandate herein. Es ist ihr gesetzlicher Auftrag, eigene Einnahmen zu generieren.

Alle touristischen Partner ins Boot holen

«Ich bin jetzt seit mehr als drei Monaten Präsident von der UTAG und dabei konnte ich feststellen, dass sich alle Mitarbeiter enorm engagieren», sagte Markus Züst. Und weiter führte er aus: «Wenn es uns gelingt, alle Leistungsträger zusammenzubringen, dann können alle profitieren». Das Ziel des neuen Konzepts ist eine Vereinfachung der Zusammenarbeit. «Wir werden einen Leistungskatalog für die Leistungsträger erstellen und diese bezahlen dann in Zukunft nur für gewisse Leistungen», erklärte der Verwaltungsratspräsident. Bisher arbeitete die UTAG nur mit Leistungsträgern zusammen, welche eine Partnervereinbarung unterschrieben haben. Dies soll sich nun ändern, denn die Verantwortlichen von UTAG wollen in Zukunft alle Anbieter im Urner Unterland ins Boot holen.

Markus Züst, Verwaltungsratspräsident Uri Tourismus AG. (Bild: Paul Gwerder)

Markus Züst, Verwaltungsratspräsident Uri Tourismus AG. (Bild: Paul Gwerder)

Ab dem kommenden Jahr wird einerseits die Zusammenarbeit mit den touristischen Leistungsträgern neu strukturiert und vereinfacht: Anstelle von starren Pauschalvereinbarungen wird neu mit modularen Angebotsbausteinen gearbeitet, aus welchen die interessierten Leistungsträger ihre bevorzugten Bausteine (Prospekte, Inserate, Online-Präsenz, Schulungen) wählen können. Andererseits vermittelt und bucht die regionale Tourismusorganisation touristische Anbieter im Urner Unterland neu in der Regel ohne Kommissionierung. Dieser Grundsatz gilt nicht für Leistungsträger, die ausserhalb der Region liegen oder überregional arbeiten. Ausnahmen sind auch vorgesehen für Grossevents in der Region, bei welchen externe Partner die UTAG mit der Koordination beauftragen. Die durch das neue Partnerkonzept wegfallenden Einnahmen will die UTAG durch eine bessere Verankerung bei den touristischen Partnern kompensieren dank tieferen Einstiegshürden sowie durch eine breitere Abstützung bei den Sponsoren durch den Abschluss zusätzlicher Dienstleistungsmandate.

Stöckli und Züst schauen optimistisch in die Zukunft

Mit dieser Charmeoffensive will die UTAG den Tourismus im Kanton Uri weiter fördern und die Zusammenarbeit mit den touristischen Anbietern im Urner Unterland verstärken. Sie stellt neu die Basisvermarktung aller Leistungsträger sicher und setzt auf eine breite Abstützung und Kooperation in allen Bereichen des Tourismus. Durch den Erlass der Kommissionierungsgebühren verfügen die touristischen Anbieter ihrerseits über mehr freie Mittel. Damit können sie ihre Angebote ausbauen und ihr Marketing intensivieren. Maurus Stöckli:

«Wir wollen und müssen uns weiterentwickeln.»

Ein Beispiel dafür ist der neue Auftritt bei der Gotthardraststätte und die UTAG wird auch in Zukunft noch vermehrt an Messen und Veranstaltungen präsent sein. «Und der neue Kantonsbahnhof Altdorf wird ebenfalls eine Riesenchance sein, denn er ist das Eingangstor zum Kanton Uri, an dem täglich 90 Züge anhalten werden», glaubt der Geschäftsleiter.

«Es ist eine grosse Herausforderung für uns. Ich persönlich bin überzeugt, dass es uns gelingt, kann dies aber heute nicht garantieren», so abschliessend Markus Züst. Nach der dreijährigen Pilotphase wird das Projekt sorgfältig evaluiert, und der Verwaltungsrat wird dann entscheiden, ob das Projekt in diesem Rahmen weitergeführt wird.