Tourismusgesetz im Urner Landrat unbestritten

Der Landrat will das Potenzial im Urner Tourismus ausschöpfen. Er hat am Montag das neue Tourismusgesetz einstimmig zuhanden der Volksabstimmung verabschiedet.

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Wohnmobile machen Halt auf dem Gotthardpass. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Wohnmobile machen Halt auf dem Gotthardpass. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Der Tourismus ist für Uri von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Er generiert rund 10 Prozent der Einnahmen der Volkswirtschaft direkt und rund 5 Prozent indirekt - zum Beispiel im Baugewerbe, im Detailhandel, im Kunsthandwerk und in der Landwirtschaft. Jeder zehnte Arbeitsplatz findet sich in touristischen Betrieben.

Der Vergleich mit anderen Regionen in der Schweiz zeigt jedoch, dass das Potenzial des Tourismus in Uri nicht ausgeschöpft ist. Das soll sich jetzt ändern: mit professionellen Strukturen und mehr Geld. So sieht es das neue kantonale Tourismusgesetz vor, das der Landrat am Montag einstimmig gutgeheissen hat.

Breit abgestützt

Alle Fraktionen im Landrat begrüssten das neue Gesetz. «Es ist ausgereift», sagte Hedy Kempf (FDP). «Das Gesetz optimiert die Strukturen und setzt längst überfällige Veränderungsprozesse in Gang», meinte Vinzenz Arnold (SVP). Auch die CVP-Fraktion begrüsse das Gesetz einstimmig, sagte Urs Dittli (CVP).

Zustimmung fand die Vorlage zudem bei SP/Grünen. David Imhof (SP) kritisierte indes den Verteilschlüssel für die Gemeindebeiträge, der sich am Steuersubstrat orientiere. Zudem hegt Imhof Zweifel, ob ein kleiner Kanton wie Uri tatsächlich zwei Tourismusregionen mit je einer eigenen Organisation brauche.

Das unterschiedliche Angebot im südlichen und nördlichen Kantonsteil mache eine Einteilung in zwei Regionen erforderlich und sinnvoll, entgegnete Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann. Die beiden Organisationen könnten innerhalb des Kantons natürlich zusammenarbeiten. Aber jede Region könne sich auch über die Kantonsgrenzen hinaus ausdehnen und dort nach Partnern suchen.

Nach der Zustimmung durch den Landrat findet die Volksabstimmung am 23. September statt. Ein erster Versuch, ein kantonales Tourismusgesetz in Uri einzuführen, war 2007 an der Urne knapp gescheitert. Kritikpunkte damals waren die geplante Einführung einer Tourismusförderungsabgabe für das Gewerbe und der damit verbundene hohe administrative Aufwand.

Das neue Gesetz sieht zur Finanzierung ein Drei-Säulen-Modell vor. Der Kanton zahlt 750'000 Franken, die Gemeinde steuern 500'000 Franken bei. Die Gelder der öffentlichen Hand fliessen aber nur, wenn auch die Tourismuswirtschaft einen finanziellen Beitrag leistet.

sda