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Titlis-Chef am Branchentalk: «Den Fall Andermatt muss man sehr kritisch anschauen»

Tourismusprominenz und Branchenvertreter trafen sich in der neuen «Andermatt-Konzerthalle» zum Netzwerk-Event. Zum Prestigeprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris gab es auch kritische Anmerkungen.
Lucien Rahm
CEO Khaled Bichara präsentierte den Anwesenden die Erfolge der Orascom Development Holding. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)CEO Khaled Bichara präsentierte den Anwesenden die Erfolge der Orascom Development Holding. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)
Die Vertreter der Tourismusbranche lauschen den Ausführungen Bicharas. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)Die Vertreter der Tourismusbranche lauschen den Ausführungen Bicharas. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)
Samih Sawiris im Interview. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)Samih Sawiris im Interview. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)
Samih Sawiris im Interview. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)Samih Sawiris im Interview. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)
Im Anschluss an die Vorträge gab es eine Podiumsdiskussion. Von links: Tourismusprofessor Philipp Lütolf, Moderator Björn Zern, Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen, Jungfraubahnen-Chef Urs Kessler und Titlisbahnen-CEO Norbert Patt. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)Im Anschluss an die Vorträge gab es eine Podiumsdiskussion. Von links: Tourismusprofessor Philipp Lütolf, Moderator Björn Zern, Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen, Jungfraubahnen-Chef Urs Kessler und Titlisbahnen-CEO Norbert Patt. (Bild: Lucien Rahm, Andermatt, 17. September 2019)
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«Branchentalk Tourismus» in Andermatt

«Ohne ihn würde Andermatt wahrscheinlich immer noch im Dornröschenschlaf vor sich hindösen», kündigte der Moderator Samih Sawiris an. Im Rahmen des «Branchentalks Tourismus» des Unternehmensnetzwerkes «schweizeraktien.net» kamen gestern prominente Namen des Schweizer Tourismus nach Andermatt, um vor Dutzenden Branchenvertretern Vorträge zu halten.

Sawiris betrat die kleine Bühne in der neuen «Andermatt Konzerthalle» in Begleitung eines weiteren Moderators, der mit dem Ägypter auf die 30 Jahre zurückblickte, seit denen dessen Orascom Development Holding besteht. Mit dieser habe Sawiris über eine Milliarde Franken hier in Andermatt investiert, pries der Fragensteller Sawiris Leistungen.

«Nicht ich alleine, ich und andere zusammen haben hier in Andermatt über eine Milliarde investiert», sagte Sawiris. Einen solchen Betrag als Einzelperson für ein einziges Projekt einzuschiessen, fände er dann doch etwas risikoreich. Dennoch: «Ich muss immer wieder lachen, wenn es heisst, Andermatt sei ein riskantes Projekt. Nirgends gibt es eine Rechtssicherheit wie in der Schweiz.»

Eine der jüngsten Investitionen sind jene in die «Andermatt Konzerthalle», die in diesem Juni eröffnet wurde. «Diese Halle hat sich bereits gelohnt», so Sawiris. Sie hätten dafür bereits viel Berichterstattung in den Medien – auch ausländischen – erhalten. Hätte man diese Präsenz in Form von Inseraten erreichen müssen, wäre es teuer geworden. «Ich bin heute schon zufrieden mit dem finanziellen Resultat.»

Projekt auf dem Titlis kann im Optimalfall in zwei Jahren eröffnen

Um weitere Millionenbeträge ging es bei Referent Norbert Patt, CEO der Titlisbahnen. Er stellte den Anwesenden das Prestige-Projekt «Titlis 3020» vor, in das rund 100 Millionen Franken investiert werden sollen. Unter Einbezug des Richtstrahlturms der Swisscom wird in den kommenden Jahren ein Bau von Herzog und de Meuron realisiert. «Im optimalen Fall können wir den neuen Turm im Dezember 2021 eröffnen», so Patt. Darin soll ein Restaurant entstehen.

Das Problem bei solchen Projekten – und das könne er auch hier in Anwesenheit der Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen sagen – sei jeweils:

«Wenn man so etwas der Regierung vorstellt, sagen die immer, ‹das ist super, das machen wir›.»

Wenn man dann aber in die Tiefen der Verwaltung vordringe, treffe man auf viele Probleme, deren Lösung nicht immer einfach sei.

Heidi Z’Graggen: «Wir hatten die nötige Ruhe»

Dass die Planung in Andermatt so gut geklappt habe, erklärte Heidi Z’graggen in der anschliessenden Podiumsdiskussion mit der frühen Involvierung der Urner Regierung ins Projekt. «Der Regierungsrat hatte vor der Veröffentlichung ein halbes Jahr Zeit, um sich mit dem Projekt zu befassen.» Man habe dann entschieden, einen speziellen regierungsrätlichen Ausschuss dafür zu bilden sowie einen Verwaltungsausschuss mit speziellen Kompetenzen. «Da das Ganze am Anfang noch nicht öffentlich war, hatten wir die nötige Ruhe, um alles sorgfältig vorzubereiten», so Z’graggen.

Patt fand dennoch, den Fall Andermatt müsse man «sehr kritisch anschauen». «Wir haben einen Schneesportmarkt mit einer gewissen Grösse, das ist ein knallharter Verdrängungskampf. Und jetzt kommt der Staat und unterstützt eine bestimmte Region speziell.» Für ihn sei das marktverzerrend. «Hier braucht es klare Spielregeln, auch für die Politik.»

Z’graggen hingegen sieht hierbei aber keine Marktverzerrung. «Wenn der Staat an ein Projekt glaubt und Fördergeld hat, das politisch abgestützt ist, dann gibt es eben diese Möglichkeit der Unterstützung.»

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