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TRACHTENGRUPPE ERSTFELD: Grossmutter weist Dachschaden auf

Die Trachtengruppe Erstfeld feierte am Samstag vor zahlreichem Publikum die Premiere der Komödie «Oma mit Dachschadä». Die Schauspieler wussten mit Sprache, Mimik und Gestik zu überzeugen.
Robi Kuster
Dr. Spinner erklärt die Sachlage. (Bild: Hans Zgraggen (Erstfeld, 20. Januar 2018))

Dr. Spinner erklärt die Sachlage. (Bild: Hans Zgraggen (Erstfeld, 20. Januar 2018))

Robi Kuster

redaktion@urnerzeitung.ch

Die Trachtengruppe Erstfeld ist seit Jahren bekannt für lustiges Theater. Mit dem Dreiakter «Oma mit Dachschadä» von Hansueli Züger ist es auch heuer nicht anders. Die Regie führt wiederum Bernadette Wipfli, die das Stück auf die Urner Verhältnisse angepasst hat. Mit dem engagierten Team hat sie ein überaus sinnvolles und amüsantes Zeit­dokument auf die Bühne gebracht, um die Lachmuskeln testen lassen zu können.

Der Inhalt passt in die heutige Zeit, wo nicht selten von Missbrauch bei der Invalidenversicherung zu hören ist. Ein solcher Fall diente dem Autor wohl für seine Komödie. Oma Gertrud Spühler hatte vor Jahren einen Unfall mit Hirntrauma und Gehörverlust, der sich aber längst gebessert hat. Doch die IV-Rente ist ihr zu wichtig, zumal ihr Sohn Max als Fabrikant in engen Schuhen steht. Warum soll sie also auf die willkommenen Einnahmen verzichten? Das Schummeln hat sie sich längst angewöhnt, und die Familie hat sich mit dem Schicksal der Oma mit Dachschaden abgefunden, solange das Geld fliesst. Was aber würde geschehen, wenn der Schwindel auffliegen sollte? Genau dies droht zu geschehen, als die Oma einen unerwarteten Entschluss fasst.

Die Familie Spühler gerät in arge Nöte, weil sich der Psychiater der Versicherung anmeldet, um der Behinderung der Oma auf den Grund zu gehen. Wäre da nicht ein gerechter Ausgang vorgesehen, müsste sich der Theaterbesucher fragen, ob sich das Betrügen nicht doch noch lohnen würde.

Ausgezeichnete ­schauspielerische Leistung

Neben Robert Schmid, der als Psychiater zum ersten Mal auf einer Theaterbühne steht, sind lauter erfahrene Spieler am Werk. Einige hatten zwischenzeitlich eine Pause eingelegt, wie etwa Maria Zurfluh als Oma Gertrud Spühler oder Pia Walker als Adelheid Gantner. Sie spielt zusammen mit Fabian Kempf (Geschäftspartner von Max Spühler) eine eher untergeordnete Rolle zum Geschehen. Mehr in Erscheinung tritt ihr Sohn Alex (Daniel Walker), der schliesslich bei der Lösung des Problems wichtig wird, weil er mit Petra Spühler (Patricia Birchler) befreundet ist. Sämtliche Rollen überzeugen in Mimik, Gestik und Aussprache.

Es ist erfreulich, dass die Jungen wichtig sind bei der Lösung des Falles. Immerhin muss unter ihnen noch eine falsche Oma gefunden werden, bevor die richtige wieder auftaucht. Kurt Wyrsch als Max Spühler und Daniela Eller als seine Frau, aber auch Karin Stadler als Hausmädchen Laura Berger gehören zu den Erfahrenen im Team. Die Komödie verlangt viel Einfühlungsvermögen, da freudige und niederschmetternde Reaktionen gezeigt werden müssen. Dies gelingt den Theaterspielern sehr gut.

Die Premiere in Erstfeld dient auch immer dem Dank verdienter Spieler (siehe Box). Da auch der Chor regelmässig mit zwei Liedern auftrete, sei dies das ge­eignete Umfeld für die Ehrungen, so die Meinung.

Spezialpreise für Senioren und Familien

Der Trachtenchor unter der Leitung von Michel Huser singt bei jeder Aufführung im zweiten Akt «Winterträum» und «Wiä doch d Ziit vergaad». Damit hat das Theater Erstfeld seinen ganz eigenen Anstrich. Das von Xaver Epp gestaltete Bühnenbild bietet dabei auch den passenden Hintergrund.

Das Theater Erstfeld wartet noch mit weiteren Besonderheiten auf: So können die Besucher sich bereits vor der Aufführung im Theaterstübli mit Getränken aufwärmen und nach den Aufführungen mit den aktiven Spielern über das Stück Gedanken aus­tauschen. An drei Abenden ist für musikalische Unterhaltung gesorgt. Am 21. und 28. Januar gibt es Spezialpreise für Familien und Senioren. Die Livemusik vor und während der Aufführungen ist ebenfalls Tradition. Diesmal sind es die beiden Gitarristen David Stadler und Janine Wipfli.

Hinweis
Reservation: <i>www.trachten-&shy;erst&shy;feld.ch</i>; Telefon 041 880 14 28; Dienstag bis Freitag, 17 bis 18 Uhr; weitere Aufführungen: 24., 26., 27., 31. Januar sowie 2. und 3. Februar, 20.15 Uhr, und am 28. Januar um 17.15 Uhr.

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