TRAINSOLDATEN: Mit Pferden gehts über Stock und Stein

Trainsoldaten helfen der SAC-Sektion Lägern mit Pferdetransporten. Der Truppeneinsatz stellt hohe Anforderungen an Mensch und Tier.

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Jetzt nur kein Fehltritt: Ein Trainsoldat unterwegs mit seinem beladenen Pferd. (Bild pd)

Jetzt nur kein Fehltritt: Ein Trainsoldat unterwegs mit seinem beladenen Pferd. (Bild pd)

«Holla komm Helvetia, hier, hopp, schön langsam, keine Angst»: Das schwer beladene Pferd wirkt unsicher auf dem schmalen Übergang von den wackligen Plattensteinen aus Gotthardgranit auf das weisse, in der Mittagssonne weich gewordene Schneefeld. Aber mit vereinten Kräften gelingt es den drei vordersten Soldaten im Zug, das im Moment etwas störrische Tier über den kniffligen Übergang zu lotsen. Unter den strengen Augen des Ausbildungsverantwortlichen Adjutant Patrik Sieber formiert sich der Zug kurze Zeit später neu. Die Gurten werden noch einmal nachgezogen. Brennholz, Gasflaschen und Getränkeharasse müssen auf dem Rücken der Pferde gut verankert sein. Die Soldaten führen ihre schwer beladenen Pferde auf dem schmalen Pfad weiter Richtung Leckihorn. Sie werden auf der Rotondohütte, erbaut von der SAC-Sektion Lägern erwartet.

Zuverlässigkeit am Berg gefragt
Der Hüttenweg erweist sich bis auf wenige Stellen als gut begehbar. Für Vierbeiner besonders heikle Stellen wurden markiert, Hindernisse wo nötig mit einem separat ausgesteckten Pfad umgangen. Auch im Hochgebirge hat Sicherheit erste Prioriät. Abstürze seien sehr selten, und für Erste Hilfe am Tier stehe ein Truppentierarzt vor Ort, erklärt Patrik Sieber. Ein Hufschmied stellt zusätzlich sicher, dass die Tiere ständig über das richtige «Schuhwerk» verfügen. Der Einsatz im Hochgebirge sei nicht gefährlich, er stelle aber hohe Anforderungen an Mensch und Tier. Konzentration und gegenseitige Rücksichtnahme seien am Berg auch für die Trainsoldaten und ihre Tiere unerlässlich, erklären die beiden Ausbildungsverantwortlichen Patrik Sieber und Daniel Aeschbach.

Transport mit Nostalgie-Potenzial
Auf der Hütte, rund 2600 Meter über Meer, werden die Soldaten und ihre Tiere schliesslich von interessierten Hüttengästen in Empfang genommen. Freude über die unerwartete Begegnung mit Nostalgie-Potenzial mischt sich mit konkreten Fragen über das Training der Tiere und ihre Einsatzmöglichkeiten und Grenzen. Bis auf 5000 Meter Höhe können akklimatisierte und geeignete Pferde grundsätzlich Lasten tragen. In der Schweiz aber sei der Train selten über 3000 Meter im Einsatz, erklären die Trainsoldaten zwei Wochen vor ihrem RS-Ende geduldig.

Tommy Dätwyler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.