«TRANSILVANIA» IN ERSTFELD: Gugger starten verfrüht in die Fasnacht

Im «Transilvania» stürmten für einmal nicht harte Jungs mit Gitarren die Bühne. Dafür schränzten 550 Guggen- musiker um die Wette.

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Hatten für die CD-Aufnahme einen gemeinsamen Auftritt: Urschner Tyyfel und Notäfääger. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Hatten für die CD-Aufnahme einen gemeinsamen Auftritt: Urschner Tyyfel und Notäfääger. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Es fehlten eigentlich nur noch die Narren und die Konfetti. Musikalisch jedenfalls wars am Samstag, als wäre man schon mitten in der Fasnachtszeit. Das vornehmlich junge Publikum im «Transilvania» in Erstfeld schunkelte und sang mit zu «Hello Mary Lou» und «Ewigi Liäbi». Viele weitere Hitparadenstürmer kamen ebenfalls im aufgepeppten «Guggergwändli» daher: Songs von Patent Ochsner, Dada Ante Portas oder Guns N?Roses und Bon Jovi. 

Wechsel im 20-Minuten-Takt
Auf der Bühne im «Transilvania» reihte sich Ohrwurm an Hitparadenstürmer. Im 20-Minuten-Takt wechselten sich die Formationen ab. Zweimal konnten sich die Guggenmusiker im Halbkreis vor den vielen Mikrofonen aufstellen und ihr Stück spielen. Dann müssen sie wieder runter von der Bühne. Der Grund für das Tempo. Die Urner Guggen spielen für ihr grosses gemeinsames Fest Gugg-Uri 2009 eine neue Live-CD ein. Bis am späteren Samstagabend mussten alle Aufnahmen im Kasten sein.
Steff Gisler, OK-Präsident des kantonalen Guggenmusikfestes Gugg-Uri, konnte gestern eine positive Bilanz ziehen. «Mit den Aufnahmen hat es prima geklappt. Und auch das Lokal war ideal.»
Premiere für den Präsidenten
Steff Gisler stand nicht nur vor der Bühne, sondern spielte bei den Tellsymphonikern auch selber mit. Obwohl der 35-jährige Bürgler schon lange ein Guggenmusiker ist, war es für ihn das erste Mal, dass er bei einer CD-Aufnahme dabei war. Trotzdem brauchte er am Samstag nicht viel, um auf Touren zu kommen. «Mein Herz klopft schon im Rhythmus», sagte er kurz vor dem Auftritt.
Walti Schmid, Präsident des Vereins Gugg-Uri, hingegen ist ein alter Hase. Schon dreimal hat der 32-jährige Hospentaler bei Aufnahmen mitgemacht. Und bei der Guggenmusik Smürfer/Spätzinder hat er jedes Mal ein anderes Instrument gespielt: Sousafon, Posaune und Euphonium. Dabei kann Walti Schmid gar keine Noten lesen. Auch Steff Gisler geht das nicht anders. Doch das ist bei Guggenmusikern offensichtlich kein Problem. «Ich merke mir einfach, welche Knöpfe ich in welcher Reihenfolge drücken muss», sagt Walti Schmid. 

Grosse Nachfrage nach CDs
Die Urner Guggen haben keine Angst, dass sie auf den neuen CDs sitzen bleiben. Ganz im Gegenteil: «Die Nachfrage ist gross», weiss Steff Gisler. «Nicht nur die rund 550 Urner Guggenmusiker wünschen sich ein Exemplar, auch die Kinder wollen sie.» Schon die Kleinsten gehören nämlich zu den treusten Fans. «Ich kenne Familien mit kleinen Kindern, die sich zweimal dieselbe CD kaufen, weil eine kaputt gegangen ist.»
Die Guggenmusiken gaben im «Transilvania» ihr Bestes. Und das nicht nur, weil die Aufnahmen auf CD verewigt werden. Denn für Walti Schmid ist klar: «Ein Auftritt in Uri vor vielen Leuten, die einen kennen, darf nicht in die Hosen gehen.» 

Markus Zwyssig