Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Traum vom Kunstrasen ist geplatzt: Altdorfer lehnen Projekt des Fussballklubs ab

Die Altdorfer folgen der Empfehlung des Gemeinderats: Mit 1872 Nein- zu 1278 Ja-Stimmen wird das Projekt Kunstrasen beerdigt.
Philipp Zurfluh
Im Gegensatz zu Schattdorf wird in Altdorf der Kunstrasen nicht ausgerollt. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 24. April 2019)

Im Gegensatz zu Schattdorf wird in Altdorf der Kunstrasen nicht ausgerollt. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 24. April 2019)

Die Stimmbürger haben entschieden. 59,4 Prozent der Altdorf lehnen das 2,9-Millionen-Franken-Kreditbegehren für den Umbau der Suworowmatte auf Kunstrasen ab, 40,6 Prozent stimmen dafür. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,3 Prozent. Das Resultat ist mit grosser Spannung erwartet worden, die kommunale Vorlage gab im Vorfeld viel zu reden.

Gemeindepräsident Urs Kälin ist erfreut über den Ausgang des Abstimmungssonntags:

«Der Sieger in dieser Abstimmung ist die Demokratie.»

Erleichtert zeigt er sich, dass es kein Zufallsergebnis ist. «In der Öffentlichkeit habe ich im Vorfeld der Abstimmung ein etwas einseitiges Bild wahrgenommen», stellt Urs Kälin fest. Hauptgrund, warum das Projekt derart klar in die Schranken gewiesen wurde, sieht er vor allem bei den hohen Kosten. Möglicherweise hätten auch ökologische Argumente zu diesem klaren Nein beigetragen, meint Kälin.

Intensive aber faire Diskussionen

Für den Gemeinderat ist das Thema nicht vom Tisch. «Wir wollen die Rahmenbedingungen für den Fussballklub verbessern, aber nicht zu jedem Preis.» Der Gemeindepräsident sieht vor allem bei der Nutzung der Kunstrasen im Urner Talboden Optimierungspotenzial. Dem FC Altdorf zollt er dennoch Respekt. «Er hat eine sehr gute Kampagne gefahren und hat zu einer lebendigen, intensiven aber fairen Diskussion beigetragen. Der Fussballklub leistet wertvolle Arbeit und hat deshalb in Altdorf einen hohen Stellenwert.»

Gegenteilig sieht die Gemütslage beim FC Altdorf aus. Die Abstimmungsniederlage schmerzt. So sagt Präsident Yves Althaus:

«Bei unseren Mitgliedern ist die Enttäuschung gross, es ist ein Rückschlag. Die Anzahl Stimmen, die wir uns erhofft haben, konnten wir nicht generieren.»

«Es ist ein demokratischer Entscheid, den es zu akzeptieren gilt.» Althaus bedauert es, dass der Gemeinderat plötzlich mit dem Thema Ökologie argumentiert habe und auf die ‹grüne Welle› aufgesprungen sei. «Gut möglich, dass damit die Stimmung in der Bevölkerung gekippt ist.» Der Fussballklub werde sich nächstens mit dem Gemeinderat kurzschliessen und das weitere Vorgehen besprechen. «Wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der Gemeinde und erwarten diesbezüglich Lösungen für einen ganzjährlichen Trainingsbetrieb.»

Projekt hatte auch in der Politik Sympathien

Das Projekt Kunstrasen genoss bei vielen Altdorfer Vereinen und Politikern Sympathien. Bei den Altdorfer Ortsparteien war das Projekt nicht unumstritten: CVP und SVP unterstützten das Anliegen, SP und FDP verzichteten auf eine Abstimmungsparole und erteilten Stimmfreigabe.

Dass die Vorlage überhaupt vor das Altdorfer Stimmvolk gelangen konnte, war einer Gemeindeinitiative des Fussballklubs geschuldet. Weil dem Altdorfer Gemeinderat die Umrüstung der Suworowmatte von Natur- auf Kunstrasen zu teuer war, lehnte er das Anliegen ab. Der FC Altdorf gab sich kämpferisch und ging auf Stimmenfang. Die Mindestzahl von mindestens 656 geforderten Unterschriften, damit eine Gemeindeinitiative zu Stande kommt, wurde klar übertroffen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.