Lehrabschluss in Uri: Traumnote 5,8 wird mit Preis honoriert

Der Kanton Uri hat 78 neue Berufsleute. Gestern durften sie ihre Zeugnisse in Empfang nehmen. Der Präsident von Wirtschaft Uri hatte für den besten Abschluss eine besondere Belohnung dabei. Der Bildungsdirektor kam auf ein Urner Grossereignis zu sprechen.

Florian Arnold
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Lehrabschlussfeier in Altdorf. Bildungsdirektor Beat Jörg hielt die Festansprache. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
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Gespannt warten die Absolventen auf ihre Zeugnisse. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Ein erster Blick der frisch ausgebildeten Maurer ins Zeugnis. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Auch die Fachangestellten Gesundheit studieren ihre Zeugnisse genau. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Zufriedene Gesichter bei den Landwirten. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Landwirtin Tanja Marty erreichte Traumnote 5,8. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
René Röthlisberger, Präsident Wirtschaft Uri, konnte der Landwirtin Tanja Marty den Lehrlingspreis übergeben.  (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Zufriedene Gesichter bei den Landwirtinnen und Landwirten. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Erste Gratulationen gibt es bei den Automobil-Fachmännern bereits auf der Bühne. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Das Notenbild macht Freude bei den Fachangestellten Gesundheit. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Die neu ausgebildeten Maurer dürfen sich freuen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Glückliche Gesichter bei den Coiffeusen; von links: Linda Kempf, Andrea Arnold und Berfin Demir. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Freude bei den Landwirten; von links: Stefan Zumbühl, Martin Bless, Bruno Hurschler und Michael Herger. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Emotionen bei den Fachangestellten Gesundheit; von links: Bettina Bissig, Nadja Gisler, Laura Planzer und Tanisha Schuler. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Sie machten die besten Abschlüsse; von links: Matthias Baumann, Automachatroniker, Angelika Gisler, FaGe, Philipp Arnold, Maurer, Tanja Marty, Landwirtin, Andrea Arnold, Coiffeuse, und Linda Kempf, Coiffeuse freuen sich riesig über ihre Zeugnisse und die guten Noten. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)
Daniel Beltrametti (rechts) und Nico Hunziger sorgten für die musikalische Umrahmung. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)

Lehrabschlussfeier in Altdorf. Bildungsdirektor Beat Jörg hielt die Festansprache. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 1. Juli 2019)

«Es ist nicht genug, zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun.» Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe richtete Wirtschaft-Uri-Präsident René Röthlisberger seine Glückwünsche an die 78 jungen Berufsleute, die gestern im Theater Uri ihre Fähigkeitszeugnisse in Empfang nehmen konnte. Die Coiffeusen, Fachfrauen Gesundheit, Automobilfachleute und -mechatroniker, Landwirte und Maurer konnten sich wegen des Besuchs von Röthlisberger besonders freuen, hatte dieser doch den Urner Lehrlingspreis von Wirtschaft Uri im Gepäck. Die Auszeichnung geht jeweils an den besten Abschluss der Berufsfachschule BWZ Uri.

Über diesen besonderen Preis freuen durfte sich die Landwirtin Tanja Marty, welche die Note 5,8 erreichte. Die 39-jährige Altdorferin war früher Lehrerin und hat sich nun zur Landwirtin weitergebildet. Für alle Absolventen hatte der Wirtschaft-Uri-Präsident drei Tipps dabei: «Bringen Sie Ihr Wissen ohne Aufforderung ins Unternehmen ein. Diskutieren Sie mit den Mitarbeitern am Arbeitsplatz über Neues und Wichtiges. Und eignen Sie sich immer wieder neues Wissen an.» Dank des Wissens, das in den Urner Unternehmen stecke, sei die Urner Wirtschaft stabil und verlässlich.

Landwirtin Tanja Marty erhielt den Lehrlingspreis. (Bild: Urs Hanhart, 1. Juli 2019)

Landwirtin Tanja Marty erhielt den Lehrlingspreis. (Bild: Urs Hanhart, 1. Juli 2019)

Was eine Grippe mit einer Lehre zu tun hat

Der jungen Fachangestellten Gesundheit, Lisa Schuler, war es vorbehalten, die Rede seitens der Absolventen zu halten. Schon früh habe sie darüber Witze gemacht, dass sie einst diese Rede schwingen werde. Dass man dies für bare Münze nehmen werde, habe sie nicht geahnt. Sie verglich ihre Lehrzeit mit einem Spitalaufenthalt wegen einer Grippe. Bei verordneter Bettruhe in Isolation fühle man sich am Anfang so ziemlich einsam. «Alles war fremd, und ich hatte das Gefühl, ich sei die Einzige, der es so geht», sagte die junge Berufsfrau. Dass dies nicht stimmte, habe sie aber bald gemerkt. Die erste Pflegefachfrau, die schliesslich das Spitalzimmer betrete, sei wie das Team, in das die junge Berufsfrau gestossen ist. Man habe ihr mit viel Geduld alles erklärt. «So fühlt man sich schon bald etwas wohler.» Die erste Visite, bei welcher der Arzt mit Fachwörtern erkläre, woran man eigentlich leide, sei gleich wie die Berufsschule.

Nach einer gewissen Zeit könne im Spital Langeweile aufkommen. Und einen solchen Durchhänger habe wohl jeder einmal während einer Lehrzeit. «Doch auch das geht vorbei», sagte Lisa Schuler. Wenn schliesslich das Pflegepersonal ohne Mundschutz ins Zimmer komme, realisiere man, dass es an die Abschlussprüfungen gehe. Mit Medikamenten bepackt könne man dann das Spital verlassen. «Man fühlt sich glücklich, dass einem die Welt wieder offen- steht», so die Absolventin. Sie werde aber sicherlich noch oft daran denken, dass die Ausbildung eine schöne Zeit gewesen sei.

Tugenden des Schwingens passen auch zur Berufswelt

Der Urner Bildungsdirektor Beat Jörg zeigte sich im Schwingerfieber – was so kurz vor dem «Innerschweizerischen» in Flüelen kommenden Sonntag nicht erstaunt. «Tradition, Wehrhaftigkeit und Mut, aber auch Solidarität, Ordnung und Pflichtbewusstsein: Das sind die Werte, die wir mit dem Schwingen und mit den Schwingern verbinden», so Beat Jörg. «Und das sind auch die Werte, die für den Erfolg unseres Landes so entscheidend waren – und auch in Zukunft sein werden.»

Wie von den Schwingern werde von den jungen Berufsleuten Kraft und Leistung abverlangt. «Sie haben sich bewusst für eine Lehre entschieden, Sie haben sich entschlossen in ihre Ausbildung hineingekniet, und Sie haben dann tapfer durchgehalten bis zum Ziel.» Anders als beim Schwingen jedoch gebe es statt Kränze heute Zeugnisse.