Treib-Seelisberg-Bahn investiert in die Zukunft

Die Standseilbahn erhält ein neues Zugseil und die beiden Stationen werden umgebaut.

Christoph Näpflin
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Das Zugseil der Treib-Seelisberg-Bahn wird einer regelmässigen Kontrolle unterzogen. Jetzt wird es erneuert.

Das Zugseil der Treib-Seelisberg-Bahn wird einer regelmässigen Kontrolle unterzogen. Jetzt wird es erneuert.

Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 14. Januar 2020)

Seit 104 Jahren bringt die Treib-Seelisberg-Bahn Einheimische und Gäste von der Schiffsstation Treib zum Bergdorf Seelisberg hoch über dem Urnersee. Nach den alljährlichen Revisionsarbeiten der vergangenen zwei Wochen steht die Bergbahn während des ganzen Monats März erneut still.

In dieser Zeit werden die Schienen sowie die Schienenaufleger in der Tal- und Bergstation erneuert. Anstelle der bisherigen Betonstützen werden neu Eisenträger die Bergbahn in den beiden Stationen tragen. «Die beiden Bahnwagen werden in dieser Zeit auf der Strecke fest verankert und mit der Wagenbremse gegen das Abrutschen gesichert» erklärt Richi Waser, stellvertretender Technischer Leiter der Treib-Seelisberg-Bahn. Dann wird das Gleis durch Mitarbeiter der Seilbahnfirma Garaventa ausgebaut und in Goldau erneuert.

Neue Stahlstützen werden in die Stationen eingebaut

Sobald die alten Betonstützen vom Seelisberger Unternehmen Marcel Truttmann entfernt sind, werden die speziell für die beiden Stationen angefertigten Stahlstützen eingebaut. Auf die neuen Stützen werden dann wieder die fehlenden Geleise eingesetzt. «Träger und Schienen müssen genau aufeinander stimmen» verrät Balz Stadler aus Flüelen, der mit seiner Firma für den Stahlbau verantwortlich ist. Zum Schluss werden die verschiedenen Sicherheits- und Steuerungseinrichtungen durch die Seilbahnfirma Sisag in Altdorf und durch Mitarbeitende des EWA installiert.

«Wenn alles nach Plan läuft, wird die Bergbahn am 21. März auf den neuen Stützen fahren können. Das Bundesamt für Verkehr wird nach einer Kontrolle der Arbeit vor Ort die Betriebsbewilligung auf diesen Zeitpunkt hin wieder erteilen» erklärt Michael Ziegler von der Altdorf Firma Synaxis, welche für die Planung der Umbauarbeiten zuständig ist.

Das Zugseil ist der Lebensnerv der Bergbahn zum Seelisberg. Es ist in die Jahre gekommen und wird in absehbarer Zeit die technischen Anforderungen nicht mehr erfüllen können und muss deshalb erneuert werden. «Mit über 33 Jahren hat das Zugseil eine überdurchschnittliche Lebensdauer erreicht» weiss Richi Waser. Das knapp 1200 Meter lange neue Zugseil wird von der Firma Fatzer auf einer Bobine aufgerollt mit einem Lastwagen zur Talstation gebracht. Von da wird es ab dem 23. März gegen das alte Seil ausgetauscht. «Zum Wochenende wird dann die Bergbahn bereits mit dem neuen Zugseil verkehren können und ab Anfang April wieder fahrplanmässig im Einsatz stehen», freut sich Verwaltungsratspräsidentin Barbara Merz Wipfli.

Während des Umbaus fährt ein Kleinbus

Das alte Seil wird nach Möglichkeit noch weiterverwendet, allenfalls im Holzbau oder für die Erstellung von Brücken. «Für die Kosten von mehreren 100000 Franken konnte die Treib-Seelisberg-Bahn AG im Rahmen der Abgeltung mit dem Kanton Uri und dem Bund eine Lösung für die Finanzierung finden» erklärt die Verwaltungsratspräsidentin. Während der ganzen Umbauzeit verkehrt ein Kleinbus zwischen Treib und Seelisberg und bringt so die Gäste von und zu jedem Schiffskurs in Treib.