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TREIBSTOFF: Benzinpreise: Im Kanton Uri herrscht wenig Wettbewerb

In den Zentralschweizer Nachbarkantonen ist Benzin und Diesel billiger als in Uri – bis zu 10 Rappen pro Liter. Während Tankstellenbetreiber Preisabsprachen dementieren, lüftet derweil ein Schwyzer Anbieter sein Geheimnis für tiefe Benzinpreise.
Kein Benzin mehr: Im Grossraum Paris sitzen wegen eines Streiks zahlreiche Tankstellen auf dem Trockenen. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Kein Benzin mehr: Im Grossraum Paris sitzen wegen eines Streiks zahlreiche Tankstellen auf dem Trockenen. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Uri ist eine Hochpreisinsel: In sämtlichen Zentralschweizer Nachbarkantonen kostet das Tanken weniger, besonders aber in Schwyz. Das zeigt zumindest ein Blick auf die App der Migrol, die als einzige schweizweit agierende Tankstellenbetreiberin, die Preise für Benzin und Diesel in Echtzeit angibt (siehe Kasten). An den Migrol-Tankstellen in Altdorf und Silenen kostet Bleifrei 95 pro Liter 1.57 Franken. Den gleichen Preis verlangen im Urner Talboden auch die Konkurrenten Hubrol, BP, Avia und Coop – einzig die Gotthard-Raststätte verlangt mit 1.745 Franken pro Liter Bleibfrei 95 mehr.

Wenige Strassenkilometer entfernt an der Migrol-Tankstelle in Ibach SZ kostet der Liter noch 1.47 Franken – das sind 10 Rappen weniger. Aber auch an Migrol-Tankstellen in Stans (1.51 Franken), Sachseln (1.50 Franken), Airolo (1.49 Franken) oder Glarus (1.52 Franken) können Autofahrer ihren Tank billiger füllen.

«Die Preise bewegen sich auf Schweizer Niveau»

Warum nur ist das Benzin im Kanton Uri am teuersten? Diese Behauptung sei schlicht falsch, sagt Andreas Bossart, Geschäftsführer der Hubrol AG. «Die Preise der Urner Tankstellen bewegen sich auf normalem Schweizer Niveau.» Viele Tankstellen in den benachbarten Kantonen würden Benzin und Diesel zu den gleichen Preisen anbieten. «Einzig die Schwyzer Tankstellen verlangen Preise, die ökonomisch nicht nachvollziehbar sind.» Deshalb müsse man viel eher fragen, wieso die Anbieter in Schwyz so billig seien, meint Bossart. «Zudem ist es aus ökologischen Gründen nicht klug, fossile Treibstoffe zu so tiefen Preisen zu verkaufen.» Die Hubrol AG betreibt mit acht Tankstellen das grösste Tankstellennetz in Uri.

Schwyzer Tankstellen: Kleine Marge als Marketing

Warum es sich bei ihm besonders billig tanken lässt, daraus macht Stefan Abegg kein Geheimnis. Zusammen mit Christian Kneubühl leitet er die Mythen Garage AG in Ibach SZ, wo aktuell ein Liter Bleifrei 95 nur gerade 1.422 Franken kostet. «Wir verkaufen unser Benzin nur mit geringer Marge weiter – und betreiben so auch Marketing. Davon profitieren letztlich unsere Kunden.» Genauso würden das zwei weitere unabhängige Garagen-Tankstellen im Raum Schwyz machen.

«Der Tankstellenmarkt ist im Kanton Uri weniger hart umkämpft als anderswo», sagt Daniel Hofer, Geschäftsführer der Migrol, die schweizweit über 300 Tankstellen betreibt, zwei davon im Kanton Uri, und nennt damit den Hauptgrund für den teuren Urner «Sprit». Allerdings schlage auch die grössere Distanz zu den Treibstofflagern im Mittelland auf den Preis. «Die Differenz von rund 10 Rappen zum Nachbarkanton Schwyz können die Kosten für den Transport aber nicht alleine erklären», räumt Hofer ein. Er wie auch Bossart beteuern, dass sich die Tankstellenbetreiber in Uri nicht über die Preise absprechen.

Solange im Kanton Uri kein Anbieter seine Treibstoffpreise senkt und so den Wettbewerb lanciert, solange heisst es für die Urner Autofahrer weiterhin: Entweder pro Liter Benzin rund 10 Rappen mehr bezahlen – oder einen Umweg in den Nachbarkanton Schwyz in Kauf nehmen. Ob sich das aber tatsächlich lohnt, will genau berechnet sein.

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

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