Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Trockenheit macht den Urner Bauern Sorge

Die Bauern wollen in Zukunft noch mehr zusammenstehen, um Ziele zu erreichen. Herausforderungen sind die Agrarpolitik des Bundes, die tiefen Löhne in der Landwirtschaft sowie anstehende Initiativen.
Paul Gwerder
Die beiden geehrten Älpler zusammen mit: (von links) Wendel Loretz (Präsident Bauernverband Uri), Mathias Schuler (Hirteverwaltung Surenen), Kari Muheim (Älpler), Karl Arnold (Älpler), Andreas Baumann (Vizepräsident). (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 8. März 2019))

Die beiden geehrten Älpler zusammen mit: (von links) Wendel Loretz (Präsident Bauernverband Uri), Mathias Schuler (Hirteverwaltung Surenen), Kari Muheim (Älpler), Karl Arnold (Älpler), Andreas Baumann (Vizepräsident). (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 8. März 2019))

Für Wendel Loretz, Präsident des Urner Bauernverbands, ist klar: «Die Landwirte können etwas erreichen, wenn sie das gleiche Ziel verfolgen und dafür kämpfen.» So geschehen am 10. Februar 2019. «Mit einem wuchtigen Ja-Stimmenanteil von 70,2 Prozent hat die Urner Bevölkerung die Initiative zum Schutz vor Grossraubtieren deutlich angenommen und ein klares Zeichen gegenüber Bundesbern gesetzt», stellte Loretz an der 84. Generalversammlung des Bauernverbandes Uri im Pfarreizentrum Erstfeld vor 66 Delegierten und 30 Gästen fest.

Der Präsident zeigt sich aber auch besorgt: «Der extrem heisse Sommer und die grosse Trockenheit sorgten im vergangenen Jahr für riesige Ertragsausfälle in der Landwirtschaft.» Die Situation auf den Alpen war hingegen nicht so prekär und das Vieh konnte teilweise sogar länger in der Höhe bleiben als in früheren Jahren.

Die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 war auch für die Urner Landwirtschaft ein riesiger Erfolg. Die Urner Bäuerinnen und Bauern konnten sich im besten Licht präsentieren und den Gästen aufzeigen, dass sie versuchen, das Optimum aus ihren Grundlagen herauszuholen.

Die Landwirtschaft braucht Planungssicherheit

Sorgen bereitet den Landwirten die Agrarpolitik ab 2022 (AP 22+), welche der Bundesrat Anfang Winter in die Vernehmlassung schickte. Damit wolle der Bund das Direktzahlungssystem über den Haufen werfen, so der Tenor an der GV des Urner Bauernverbands. «Dies führt nur zu Unstimmigkeiten unter uns Bauern und bringt im Endeffekt rein gar nichts», sagte Loretz. «Mit der Einführung der letzten AP 2014-2017 sind für den Kanton Uri wichtige positive Anpassungen vorgenommen worden. Nun gilt es endlich Planungssicherheit für unsere Bauernfamilien zu erhalten», ist der Präsident überzeugt. «Auch dürfen für uns Landwirte zentrale Bundesgesetze, wie das bäuerliche Bodenrecht oder das landwirtschaftliche Pachtgesetz möglichst nicht angetastet werden.» Für den Bauernpräsidenten sind Anpassungen auf Stufe Verordnung absolut ausreichend und werden auch so in der Stellungnahme eingereicht. Für den Kulturlandschutz und für die Interessen der Landwirte setzt sich die AG pro Kulturland während des ganzen Jahres ein. Sie stört sich zusammen mit dem Bauernverband seit längerer Zeit an den immer wiederkehrenden Revitalisierungsprojekten, welche oft einen Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche mit sich zieht. Ferner hat sie sich mit verschiedenen Bauprojekten beschäftigt, welche einen grossen Landverlust mit sich tragen würden.

«Es kommen immer mehr Aufgaben und Leistungen auf den Bauernverband zu, deshalb muss ich versuchen, mit dem Geld möglichst haushälterisch umzugehen», erklärte Kassier Peter Arnold. Er konnte der Versammlung einen kleinen Überschuss von 721 Franken präsentieren, dies bei Ausgaben von 168156 Franken. Der Grundbeitrag bleibt bei 50 Franken und dazu kommen noch 3 Franken pro Grossvieheinheit. Nachdenklich stimmen die Mitgliederbeiträge, die fast um 2000 Franken zurückgingen, da es immer weniger Landwirtschaftsbetriebe in Uri hat.

Älpler Kari Arnold und Kari Muheim geehrt

Der Flüeler Kari Muheim mit Jahrgang 1948 war 40 Jahre Älpler auf der Alp Blacken und betrieb dort zusätzlich noch ein Alpbeizli. «In dieser langen Zeit hat Muheim als bekannter ‹Chrampfer› zuverlässig auf der grössten Rinderhirte in Uri zu den rund 600 Rindern und den vielen Schafen geschaut – dafür gehört ihm ein riesiger Dank», sagte Mathias Schuler von der Hirteverwaltung Surenen, zu der die drei Bürgergemeinden Altdorf, Erstfeld und Attinghausen.

Karl Arnold aus Erstfeld wurde für die elf Jahre geehrt, in der er im Meiental auf der Bergalp mit viel Herzblut zu rund 180 Stück Vieh geschaut hat und diese wie seine Eigenen behandelt hat. Nun gehen die beiden Älpler in Pension und erhielten von ihren Arbeitgebern zum Dank ein Geschenk.

Referent macht sich für den Berufsstand stark

(gw) «Wir wollen verlässliche Rahmenbedingungen für die produzierende Landwirtschaft, faire Produzentenpreise, eine multifunktionale Landwirtschaft mit einer gerechten Abgeltung und damit wollen wir die Attraktivität des Berufsstands erhöhen», sagte Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands. «Der Beruf des Landwirts ist nur gefragt, wenn dieser mit seiner strengen Arbeit auch Geld verdienen kann.»

Zur AP 22+ sagte Schneider: «Wir verlangen, dass nur etwas geändert wird, was notwendig ist und nicht alle vier Jahre alles auf den Kopf gestellt wird.»

«Diese Initiative ist viel zu extrem»

Zur Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» sagte Schneider: «Diese ist viel zu extrem und wir müssen sie mit allen Mitteln bekämpfen, denn diese verlangt, dass nur noch betriebseigenes Futter verwendet werden darf. Die Folge davon wäre, dass es erhebliche Mindererträge geben würde.» Die Bauern würden heute schon ihre Verantwortung wahrnehmen und schützen, was sie lieben.

Camenzind setzt sich für höhere Einkommen ein

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind überbrachte die Grüsse der Regierung und informierte zum Thema Schafsrisse, dass Uri 2017 von Rissen verschont blieb, im vergangenen Jahr aber 28 Risse von Grossraubtieren gezählt wurden. «Es ist eine Tatsache, dass es Wölfe in unserer Gegend immer wieder geben wird und deshalb müssen wir auf pragmatische Art und Weise einen Herdenschutz aufbauen, der die Nutztiere vor den Grossraubtieren schützt.»

Besonders zu denken gibt Camenzind, dass das durchschnittliche Einkommen in der Landwirtschaft viel zu tief ist. Davon sei er enttäuscht und es müsse versucht werden, dies zu verbessern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.