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Kommentar

Trotz des Sieges bleibt ein Wermutstropfen

Der Verhandlungserfolg der Arbeitsgruppe «Poststellennetz Uri» hat den Kanton schweizweit in ein positives Licht gerückt. Trotz des erfreulichen Ergebnises gibt es auch Verlierer.
Bruno Arnold
Bruno Arnold, Redaktionsleiter Urner Zeitung

Bruno Arnold, Redaktionsleiter Urner Zeitung

2016 hat die Post angekündigt, auch die Poststellen in Schattdorf, Bürglen und Wassen zu schliessen. Im Kanton Uri hat man sich gegen diese erneuten Sparpläne der Post zur Wehr gesetzt. Ein Jahr lang hat die Arbeitsgruppe «Poststellennetz Uri» mit der Post einen intensiven Dialog geführt. Mit dem für Uri erfreulichen Ergebnis, dass der Abbau weniger dramatisch ausfällt als von der Post ursprünglich vorgesehen.

Man darf von einem Sieg in vielfacher Hinsicht sprechen, den die Arbeitsgruppe «Poststellennetz Uri» erzielt hat. Der ausgehandelte Kompromiss bringt den Verzicht auf die Schliessung der Poststelle Wassen. Zudem wird es als schweizweites Novum in Schattdorf und Bürglen künftig die Kombination von Postagentur und grosszügigem Hausservice geben. Noch höher zu gewichten ist aber der Sieg, den die Arbeitsgruppe gegen das «Gärtli-Denken» der Urner Gemeinden erzielt hat. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben bei der Frage der künftigen Ausrichtung des postalischen Service public über die kommunalen Grenzen hinausgeschaut. Uri wurde als Raum betrachtet, das Gesamtwohl des Kantons über die Eigeninteressen der Gemeinden gestellt.

Der Verhandlungserfolg hat Uri schweizweit in ein positives Licht gerückt. Uri könnte den Weg für andere Kantone ein Stück weit geebnet haben. Vom Kompromiss, den die Urner Gemeinden zusammen mit der Post gefunden haben, dürften auch andere Regionen profitieren, auch wenn sich die Urner Lösung nicht einfach 1:1 adaptieren lässt.

Trotz des Sieges gibt es – auch in Uri – Verlierer. Die Post-Verantwortlichen wiederholen fast schon gebetsmühlenartig, dass kein Abbau des Service public geschehe. Für die Kundschaft und die Partner bringe der Post-«Umbau» sogar Vorteile. Argumentiert wird beispielsweise mit einer Erhöhung der Zugangsstellen oder damit, dass eine Postagentur 97 Prozent der Kundenbedürfnisse abdecke. Und auch damit, dass mit der Integration der Post da und dort sogar ein Verkaufsladen gerettet werden könne. Das mag alles richtig sein. Geflissentlich verschwiegen wird aber, dass dieser «Ausbau» Arbeitsplätze gekostet hat und der Druck auf die «Pöstler» grösser geworden ist. Sie müssen in der gleichen Zeit mit gleich viel Manpower immer mehr Dienstleistungen erbringen respektive Aufträge erledigen. Dieser Wermutstropfen bleibt – trotz des für Uri positiven Verhandlungsergebnisses.

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