Trotz massiv weniger Besucher als sonst blickt das Museum Sasso San Gottardo positiv auf das Jahr 2020 zurück

Corona hat dem Museum Sasso San Gottardo mächtig einen Strich durch die Rechnung gemacht – nur gerade 4000 Besucher konnten die Verantwortlichen zählen. Trotzdem gibt es Lichtblicke.

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(jb)

Das Museum Sasso San Gottardo in der ehemaligen Gotthardfestung blickt auf eine herausfordernde Saison zurück: Die Umsetzung von umfassenden Schutzmaßnahmen in der weitläufigen unterirdischen Stollenanlage war gemäss einer Mitteilung ein komplexes Unterfangen. So musste unter anderem auf lüftungsspezifische Fragen Rücksicht genommen werden und in sehr kurzer Zeit ein komplett neues Besuchskonzept, aufbauend auf einem ausgeklügelten Schutzkonzept, ausgearbeitet werden.

Da der Gruppenbetrieb wegfiel, blieb die Festung bis im Juni geschlossen. Anfang Juli wurde im Minimalbetrieb geöffnet. Zusätzlich sorgte Schneefall an den Herbstwochenenden für Schwierigkeiten. Das Personal hat aus diesen Gründen zeitweise Kurzarbeit geleistet und verschiedene beliebte Rundgänge wie Abenteuertouren, Festungswächtertouren oder die Kristallsuche mit Kindern konnten gar nicht angeboten werden.

«Wir haben gemacht, was möglich war»

Insgesamt haben aber gemäss der Mitteilung trotz allem 4000 Gäste die verschiedenen Ausstellungen, Kavernen und Riesenkristalle der ehemaligen Gotthardfestung besucht. Damian Zingg, Museumsleiter, blickt positiv auf die Saison zurück: «Es ist uns gelungen, mit grösstmöglicher Vorsicht Gäste und Personal optimal vor dem Virus zu schützen. So traten dank unserem Schutzkonzept bei engen Verhältnissen in den Stollen keine Coronafälle auf. Das oberste Ziel der Saison wurde somit erreicht.» Trotzdem schmerze der Rückgang der Besucherzahl. «In einem ‹normalen› Sommer wären es zwischen 16'000 und 20'000 Gäste gewesen», fügt er an, «aber wir haben gemacht, was möglich war.»

Aufnahme aus dem Museum mit dem Kristall Sasso del San Gottardo.

Aufnahme aus dem Museum mit dem Kristall Sasso del San Gottardo.

Carlo Reguzzi / KEYSTONE

Goethe-Ausstellung sorgt für Zuversicht

Ende August dieses Jahres hätte die neue Dauerausstellung über General Guisan mit einem dreitägigen Event eingeweiht werden sollen. Dieser Anlass, bei dem sogar die Patrouille Suisse dabei wäre, ist nun aufgeschoben worden. Damian Zingg verspricht jedoch, die Festivitäten nachzuholen.

Dennoch blicke das Museumsteam positiv in die Zukunft, denn im Jahr 2022 wird eine weitere Dauerausstellung eingeweiht. Dabei soll den Besuchern Goethe nähergebracht werden, der regelmässig zum Gotthard reiste und womöglich auch vom Gebirge inspiriert wurde. Mehrere Organisationen und die Gemeinde Stäfa sind an der Realisierung der Ausstellung beteiligt. Hauptförderpartner ist die Urner Dätwyler-Stiftung. Angesichts des grossen Interesses von Tourismus- und Kulturorganisationen verstrahlt Museumsleiter Damian Zingg Zuversicht: «Auch wenn wir 2020 eine sehr schwierige Saison zu meistern hatten und einige Probleme lösen mussten – wir arbeiten schon für die Zukunft und steuern unsere Ziele mit voller Kraft an.»