Trotz Widerstand gegen WOV-Kreisel: Urner Regierungsrat hält an Planung fest

Die Gegner des geplanten Kreisels in Schattdorf sammeln derzeit Unterschriften für eine Volksinitiative. Die Regierung lässt sich dadurch aber nicht von ihrem Weg abbringen.

Lucien Rahm
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Gibt zu reden: Der geplante Kreisel in Schattdorf.

Gibt zu reden: Der geplante Kreisel in Schattdorf.

Visualisierung: Baudirektion Uri

Seine Gegner sammeln derzeit Unterschriften für eine Initiative, den Schattdorfer Gemeinderat haben sie mit Nachverhandlungen beauftragt. Der Widerstand gegen den geplanten Kreisel Schächen der West-Ost-Verbindung (WOV) dauert an. Davon lässt sich die Urner Regierung jedoch bei der Umsetzung des Verkehrsprojektes nicht bremsen. «Für den Regierungsrat ist es kein Thema, dass man das Plangenehmigungsverfahren abbrechen würde», sagte Baudirektor Roger Nager (FDP) am Dienstag an einer Medienkonferenz.

In der aktuellen Diskussion gibt insbesondere die Umgestaltung des Knotens Schächen in Schattdorf zu reden, wo Gotthard- und Dorfstrasse zusammentreffen. Nördlich des Knotens soll ein Kreisel entstehen, der direkt an der zu bauenden WOV angeschlossen wäre. Die Gotthardstrasse hingegen soll nicht unmittelbar in den Kreisel münden, sondern zunächst in die Dorfstrasse übergehen. Letztere führt dann direkt in den Kreisel, der somit dreiarmig wird. Die dritte angeschlossene Strasse führt dann durchs Dorf in Richtung Kollegi.

Sechs Beschwerden sind noch hängig

Dagegen wehrt sich die Interessengemeinschaft «WOV für alle» (wir berichteten). Mit ihrer Initiative möchte sie erreichen, dass auch die Gotthardstrasse einen direkten Kreiselanschluss erhält. Das widerspreche aber dem Ziel, in Altdorf und Schattdorf die Luftbelastung und den Lärm zu reduzieren, so Nager. Der Kreisel Schächen sei Teil eines Gesamtkonzepts, welches nicht nur die WOV, sondern auch den geplanten Autobahn-Halbanschluss Altdorf Süd, den Kantonsbahnhof und seine neuen Busverbindungen, flankierende Massnahmen sowie Verbesserungen für Fussgänger und Velofahrer beinhaltet.

Zudem ist die WOV in ihrer jetzigen Form auch ins Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen worden. Hierdurch beteiligt sich dieser finanziell am Projekt, und zwar mit rund neun Millionen Franken. «Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass auch der Bund das Projekt als zielführend betrachtet», sagte Nager. Voraussetzung sei aber eben, dass die Siedlungsgebiete tatsächlich entlastet werden, und das sei ohne den geplanten Kreisel nicht möglich. Eine erneute Umplanung zum heutigen Zeitpunkt würde «sicher auch erhebliche Kosten auslösen». «So kurz vor der Ziellinie wäre es sicher nicht richtig, wenn man auf Feld eins zurückgehen würde», so der Baudirektor.

Man habe stets offen kommuniziert und die Pläne in diversen Dokumenten festgehalten, habe auf Infoveranstaltungen die Sachlage erläutert und auch betroffene Anwohner miteinbezogen. «Erfreulicherweise gibt es auch Anwohner, die sagen, wir sollen an den Plänen festhalten.» Der Regierungsrat sei der festen Überzeugung, dass das Projekt zielführend sei. In den noch offenen Rechtsfragen werde man hoffentlich bald Entscheide erwarten dürfen. Derzeit sind beim Bundesgericht noch zwei Beschwerden gegen den Knoten Schächen hängig, das Urner Obergericht hat sich noch mit vier zu befassen.

Durchgangsverkehr muss zwingend um 80 Prozent sinken

Konkret soll der Durchgangsverkehr in Schattdorf mit der WOV um 80 Prozent gesenkt werden. Dieser Wert wurde durch Verkehrszählungen ermittelt und als verbindliches Ziel definiert. Und auch nach der Erbauung der WOV werde man die Zahlen weiter beobachten, so Nager. «Man muss dann den Beweis erbringen, dass dieser Wert tatsächlich erreicht wird.» Sollte dies nicht der Fall sein, würde man zusätzliche Massnahmen ergreifen, um das Ziel zu erreichen.

Hinsichtlich des Widerstandes werde man nun abwarten, was passiert, so Nager weiter. «Die benötigten Unterschriften werden wohl zustandekommen. Wir werden zu gegebenem Zeitpunkt das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.»

Der Kanton Uri hat folgendes Erklärvideo zur WOV veröffentlicht: