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Übung zeigt auch Schwachstellen bei Urner Organisationen auf

Ein voll besetzter umgekippter Reisecar, drei ineinander verkeilte Personenwagen, zwei Tote und 34 Verletzte: Dies war das Schreckensszenario der Grossübung «Strasse UNO» vom vergangenen Samstag.
Paul Gwerder
Schwierig gestaltete sich vor allem die Bergung der Verletzten aus dem umgestürzten Fahrzeug. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Schwierig gestaltete sich vor allem die Bergung der Verletzten aus dem umgestürzten Fahrzeug. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Inszeniertes Schreckensszenario in Erstfeld: Kurz nach 8 Uhr kam es am vergangenen Samstagmorgen auf dem Areal des Schwerverkehrszentrums in Erstfeld zu einem Auffahrunfall zwischen einem Reisecar und drei Personenwagen. Dabei kippte der Bus um, eines der Autos überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Es galt, 34 zum Teil schwer verletzte Personen zu bergen. Dies war die Ausgangslage der Grossübung «Strasse UNO», an der neben den verschiedenen Diensten der Urner Kantonspolizei auch die Werkhoffeuerwehr Flüelen, die Stützpunktfeuerwehr Altdorf sowie die Mobile Sanitätshilfestelle des Kantons Uri (Mob San Hist) beteiligt waren. Hubert Lussmann war Gesamteinsatzleiter, während für die Feuerwehr Franz Exer und für die Sanität Claudia Zgraggen an vorderster Front im Einsatz standen.

Etwa zehn Minuten nach der Alarmierung traf das erste Polizeifahrzeug auf dem Unglücksplatz ein, und die beiden Polizisten stellten sofort fest, dass es sich hier um ein Grossereignis handelte. Sie boten sofort alle möglichen Rettungskräfte auf. Via Sanitätsnotrufnummer 144 wurden neben den Krankenwagen auch die Mitglieder der Mob San Hist Uri alarmiert.

Rettungsfahrzeuge tauchen fast im Minutentakt auf

Bestandteil der Übung: Eine schwerverletzte Person wird aus einem der Autos geborgen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Bestandteil der Übung: Eine schwerverletzte Person wird aus einem der Autos geborgen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Schon nach 5 Minuten tauchte das erste Feuerwehrauto aus Altdorf auf, gefolgt von einem Ambulanzfahrzeug. Danach trafen – fast im Minutentakt – die Rettungsfahrzeuge der einzelnen Organisationen ein. Die Polizei hatte die Aufgabe, die Unglücksstelle grossräumig zu sichern, während die Feuerwehren vorsorglich den dreifachen Brandschutz aufbauten, dies als Vorsichtsmassnahme, da aus den Fahrzeugen brennbare Flüssigkeit auslief. Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild: ein umgestürzter Bus mit Reisenden und zudem drei Autos, in denen schwerverletzte Menschen eingeklemmt waren und aus denen markerschütternde Hilfeschreie ertönten. Nun galt es, die teils schwer verletzten Personen aus den Fahrzeugen zu befreien. Mit Schneidbrennern und anderen Hilfsmitteln wurde der Zugang zu den verletzten Leuten ermöglicht. Die Rettungssanitäter hatten die schwierige Aufgabe, die Menschen, die lebensbedrohlich verletzt waren, zuerst zu bergen. Als kompliziert erwies sich für die Retter die Aufgabe, die Leute aus dem umgekippten Car zu holen, denn dies klappte nur durch eine Dachöffnung oder durch die Hecktüre. Dazwischen galt es für die Rettungskräfte, verwirrte und unter Schock stehende Patienten zu beruhigen.

Nach der Erstversorgung wurden die Verletzten zu den bereitstehenden Ambulanzfahrzeugen getragen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Nach der Erstversorgung wurden die Verletzten zu den bereitstehenden Ambulanzfahrzeugen getragen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 1. Dezember 2018)

Zuerst wurden die verunglückten Leute zur Pre-Triage getragen oder geführt. Dort nahm Kantonsarzt Dr. med. Jürg Bollhalder mit seinem Team die Bergungssichtung vor. Ziel dabei ist es, das Ersticken oder Verbluten von Verunglückten zu verhindern und rasch die «Erste-Priorität-Patienten» zu ermitteln. Die Verletzten wurden in verschieden Kategorien eingeteilt: Nötig waren eine sofortige Notbehandlung oder ein sofortiger Transport ins Spital. Es gab aber auch Verletzte, die nur eine minimale Versorgung brauchten. Insgesamt waren zehn Ambulanzfahrzeuge aus Uri und den umliegenden Kantonen eingetroffen.

Bei der Medienorientierung gab Hubert Lussmann bekannt, dass total 31 Rettungssanitäter, 36 Personen der Mob San Hist, 36 Feuerwehrleute und 12 Polizisten im Einsatz standen. Hinzu kamen 33 Figuranten, die mit zum Teil grossen schauspielerischen Leistungen aufwarteten. Die Rettungskräfte konnten 34 Personen lebend bergen, 2 starben vor Ort. «Für mich war es wichtig, eine solche Übung mit den anderen Hilfsorganisationen möglichst realitätsnah durchzuführen», sagte Reto Pfister, Kommandant der Kantonspolizei Uri. «Ich konnte feststellen, dass die einzelnen Organisationen professionell gearbeitet haben und ihr Handwerk auch verstehen.»

Das Zusammenspiel klappte noch nicht richtig

Als Negativpunkt wertete der Polizeikommandant, dass das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Organisationen nicht richtig klappte. «Besonders in der ersten halben Stunde war dies klar ersichtlich», so Pfister. «Als die Schnittstellen allmählich bei allen Beteiligten klar waren, besserte sich dies sofort und der Abschluss der Übung lief recht zufriedenstellend», rekapitulierte Reto Pfister. «Aus diesem Grund ist es wichtig, dass mindestens einmal pro Jahr eine solche Grossübung gibt, bei der die Zusammenarbeit der Beteiligten trainiert werden kann, denn wir haben noch Luft nach oben», so der Kommandant.

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