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Über diese Vorlagen befinden die Urner Gemeinden

Seedorfer und Bauer entscheiden über eine Hochzeit per 2021. In Flüelen soll ein Betrag für eine Schulhaussanierung gesprochen werden. In Gurtnellen soll ein Damm die Bevölkerung vor Steinen und Schlammlawinen schützen.
Philipp Zurfluh
Die Gemeinde Bauen mit ihren rund 160 Einwohnern könnte bald mit Seedorf fusionieren. (Bild: Manuela Jans-Koch, 6. Oktober 2019)

Die Gemeinde Bauen mit ihren rund 160 Einwohnern könnte bald mit Seedorf fusionieren. (Bild: Manuela Jans-Koch, 6. Oktober 2019)

Die Gemeinden Seedorf und Bauen pflegen seit vielen Jahren eine erfolgreiche und enge Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. So besuchen Schüler von Bauen seit über zehn Jahren die Schulen in Seedorf und seit 2009 ist die Verwaltung der Gemeinde Bauen in die Verwaltungsorganisation der Gemeinde Seedorf integriert.

Insbesondere bevölkerungsmässig kleine Gemeinden, wie die Gemeinde Bauen, stossen jedoch mit den komplexen Anforderungen an Verwaltung und Behörden immer mehr an ihre Leistungsgrenzen. Die beiden Gemeinderäte erhielten von der Bevölkerung den Auftrag, die Frage eines weiteren Zusammenschlusses der beiden Gemeinden in Form einer Fusion zu prüfen. Anfangs 2018 wurde ein Prozess in die Wege geleitet, welcher eine optimale Lösungsfindung für eine allenfalls neu entstehende Gemeinde ermöglichen sollte. Auch die Bevölkerung wurde miteinbezogen. Pro Gemeinde wurden mit Unterstützung der Hochschule Luzern zwei öffentliche Workshops durchgeführt. Als Ergebnis des Teilprojekts wurde ein Bericht verfasst. Die Gemeinderäte beider Gemeinden haben nach dem Vorliegen des Schlussberichts und dem Beschluss des Landrats zum kantonalen Finanzbeitrag an die Fusionskosten im April 2019 beschlossen, das Ziel einer Gemeindefusion weiter zu verfolgen.

Gegner befürchten, fremdbestimmt zu werden

Die beiden Gemeinderäte sind von einer gemeinsamen Zukunft überzeugt. Jener von Bauen ist der Meinung, dass das seit Jahren bestehende Rekrutierungsproblem für die Behörden mit einer Fusion gelöst werden kann: «Die Ortsteile behalten ihren Charakter und ihre Identität.» Nach Ansicht des Bauer Gemeinderats ist der Erhalt der Eigenständigkeit wichtig. Diese setze jedoch eine langfristig funktionierende Behördenstruktur voraus. Die Gegner einer Fusion sind der Meinung, dass der Leidensdruck in der Behörde nicht mehr so gross ist wie vor ein paar Jahren und derzeit alle Ämter besetzt seien. Es bestehe die Gefahr, dass das «kleine» Bauen vom «grossen» Seedorf fremdbestimmt werde. Beide Gemeinden seien finanziell gesund, die Notwendigkeit einer Fusion sei aus ökonomischer Sicht nicht gegeben, so die Fusionsgegner.

Sollte einer Fusion zugestimmt werden, wird diese auf den 1. Januar 2021 umgesetzt. Der Gemeindename der vereinigten Gemeinde würde Seedorf lauten.

Baukredit für Verlegung von Leitung

(pz) An der Offenen Dorfgemeinde vom 9. November 2017 wurde die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Seedorf beschlossen und vom Regierungsrat am 9. Januar 2018 genehmigt. Mit der Nutzungsplanungsrevision wurden im Gebiet Weid Liegenschaften der Industriezone und der Grundnutzung Gewässerraum zugewiesen. Das Leitungsnetz der Wasserversorgung Seedorf (WVS) umfasst rund 13,7 Kilometer Haupt- und Versorgungsleitungen.
Im heutigen Industrieareal der Emil Gisler AG befindet sich laut dem Seedorfer Gemeinderat eine Trinkwasser-Hauptleitung aus dem Jahr 1974. Die Wasserleitung führt weiter in Richtung Seerestaurant und entlang der Dorfstrasse in Richtung Bolzbach. Mit rund 45 Jahren ist das Alter der Leitung bereits weit fortgeschritten. Das vorliegende Kreditbegehren in der Höhe von 255’000 Franken beinhaltet laut Seedorfer Gemeinderat die notwendigen Massnahmen zur Verlegung und Erneuerung der Trinkwasser-Hauptleitung Weid.

Gemeinderat: Drei Mitglieder stellen sich zur Wahl

(pz) Am Abstimmungswochenende vom 20. Oktober stehen im Gemeinderat Seedorf Bestätigungswahlen für die Amtsperiode 2020/2021 an. Dazu schlagen die Ortsparteien CVP und SVP der Bevölkerung folgende Personen zur Wiederwahl vor: Sozialvorsteherin Stefanie Albert-Arnold, Mitglied Christian Hofer und Mitglied Erich Stadler. Sie sind bereit, sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stellen.

Flüeler entscheiden über 7,5-Millionen-Kredit für Schulhaussanierung

Das Schulhaus Matte hat bereits 65 Jahre auf dem Buckel und weist baulich wie auch energietechnisch massive Schäden und Mängel auf. Unter anderem gibt es Risse in den Wänden und in den Bodenbelägen. Eine umfassende Sanierung der gesamten Gebäudehülle wie auch im Gebäudeinnern hält der Gemeinderat für notwendig. «Es ist in die Schulinfrastruktur zu investieren, jedoch massvoll und vernünftig», schreibt der Gemeinderat Flüelen in seiner Botschaft.

Das Schulhaus Matte ist in die Jahre gekommen. (Bild: Urs Hanhart, 25. Juni 2019)

Das Schulhaus Matte ist in die Jahre gekommen. (Bild: Urs Hanhart, 25. Juni 2019)

Das Betriebskonzept der Schule Flüelen sieht vor, dass neben dem Kindergarten im Schulhaus Gehren ein gleichwertiger, zweiter Kindergarten betrieben werden muss. Derzeit befindet sich der zweite Kindergarten in einem Klassenzimmer Schulhaus Matte Nord und vermag räumlich den zeitgemässen Anforderungen an einen sinnvollen Kindergartenbetrieb nicht zu genügen. Das vorliegende Bauprojekt beinhaltet somit einen Kindergarten-Neubau auf dem Dach der Schutzraumanlage Gehren. Die künftige räumliche Nähe der beiden Kindergärten erlaubt die Nutzung betrieblicher Synergien und fördert den Austausch zwischen den Lehrpersonen optimal. Der Auftrag zur Ausarbeitung einer Baukreditvorlage für eine Gesamtsanierung der Schulanlage Matte wurde dem Architekturbüro Arnold+Thalmann AG, Altdorf, erteilt. Diese Firma hat bereits die Sanierung Gehren umgesetzt und besitzt aus früheren Planungen umfassende Kenntnisse der Schulanlage Matte.

Steuerfuss soll unangetastet bleiben

Der Gemeinderat ist der Meinung, dass das vorliegende Sanierungs- und Neubauprojekt alle Notwendigkeiten enthält, um eine zeitgemässe Schulanlage zur Verfügung stellen zu können. Laut Behörde ist das 7,5-Millionen-Projekt vertretbar und finanzierbar. Die gute finanzielle Lage der Gemeinde lasse es zu, diese hohen Kosten zu tragen. Stand heute geht der Gemeinderat davon aus, dass keine Steuererhöhung nötig ist. Bei einer Zustimmung des Kredits ist vorgesehen, ab September 2020 den Kindergartenneubau zu realisieren. Ab Mai 2021 soll der Baubeginn für die Gesamtsanierung der Anlagen Matte erfolgen. Laut Gemeinderat kann aufgrund der gestaffelten Ausführung weitgehend auf Provisorien verzichtet werden.

Gurtnellen: Damm soll Bevölkerung vor Naturereignissen schützen

In der Vergangenheit ereigneten sich am Fellihorn, oberhalb des Ortsteils Wiler, immer wieder Felsabbrüche. Die meisten Felsblöcke blieben jeweils im Wilerwald liegen. Einzelne Felsblöcke oder Schlammlawinen erreichten jedoch via Läubchälä das Siedlungsgebiet Wiler. Das jüngste Ereignis war eine Schlammlawine von Mitte Juni, welche die Gotthardstrasse zudeckte. Das Amt für Forst und Jagd entschied, die Gefährdungssituation für das Gemeindegebiet wie auch für die Autobahn genauer überprüfen zu lassen.

Gemäss dem Leitfaden «Schutzziele Massenbewegungen und Lawinen» des Kantons Uri sind für Bauzonen und ständig bewohnte Einzelbauten Sicherheitsmassnahmen bis zu einem 100- jährigen Ereignis notwendig und ebensolche bis zu einem 300-jährigen Ereignis zu überprüfen. Ein solcher Schutz existiert für den Ortsteil Wiler momentan nicht. Laut Abstimmungsbotschaft der Gemeinde ist daher ein Schutzdefizit für das Siedlungsgebiet wie auch für die Autobahn vorhanden.

Bund und Kanton beteiligen sich mit 70 Prozent

Das Astra hatte eigentlich geplant, 2021 einen neuen Steinschlagschutzdamm für die Autobahn zu erstellen. Aufgrund der jüngsten Ereignisse wurde das Projekt auf 2020 verlegt. Der geplante Schutzdamm befindet sich oberhalb des Dorfs Gurtnellen. Der Projektperimeter erstreckt sich vom Forstmagazin bis hin zur Galerie Wilerplanggen. Mit dem Neubau des Schutzdammes soll die Autobahn A2 sowie das sich unterhalb befindliche Siedlungsgebiet vor Steinschlägen geschützt werden. Um Synergien im Zusammenhang mit dem Erhaltungsprojekt Amsteg-Göschenen nutzen zu können und Kosten einzusparen, wird der geplante Schutzdamm Wiler um zirka 75 Meter verlängert. Die Investitionskosten betragen 368’000 Franken. Der Bund sowie der Kanton zahlen 70 Prozent des Betrags. Der Anteil der Gemeinde beläuft sich auf 110’000 Franken. Der Gemeinderat Gurtnellen empfiehlt, dem Kredit «Schutzdamm Läubchälä» zuzustimmen. Er wird darum bemüht sein, weitere Beiträge auszulösen.

Am Fellihorn, oberhalb des Ortsteils Wiler, ereigneten sich in der Vergangenheit immer wieder Felsabbruch. Mit dem Neubau des Schutzdamms soll das Gebiet geschützt werden. (Bild: PD)

Am Fellihorn, oberhalb des Ortsteils Wiler, ereigneten sich in der Vergangenheit immer wieder Felsabbruch. Mit dem Neubau des Schutzdamms soll das Gebiet geschützt werden. (Bild: PD)

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