ÜBERSTUNDEN: Urner Regierung rechnet nicht mit weiterem Überstunden-Fall

Die Urner Kantonsregierung geht nicht davon aus, dass in Zukunft Spitzenbeamte bei der Pensionierung Unmengen von Überstunden angehäuft haben. Sie begründet dies damit, dass nach heutiger Regelung Überstunden verfallen, wenn sie nicht abgebaut werden.

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War wohl eine Ausnahme: Der scheidende Urner Polizeikommandant Reto Habermacher. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

War wohl eine Ausnahme: Der scheidende Urner Polizeikommandant Reto Habermacher. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Im Herbst war nach 22 Dienstjahren der Urner Polizeikommandant Reto Habermacher in Pension gegangen. Gemäss Medienberichten hatte er über 3000 Überstunden angesammelt. Der Regierungsrat soll ihm eine Sonderregelung gewährt haben, um die Zahl der Überstunden teilweise abzubauen und auszuzahlen.

Landrat Markus Zurfluh (FDP) zeigte sich irritiert darüber. In einer Interpellation kritisierte er, dass eine Lösung der Überstunden im Falle des Polizeikommandanten jahrelang vor sich hergeschoben worden sei.

Der Regierungsrat schreibt in seiner am Freitag veröffentlichten Antwort auf die Interpellation, dass diese Überstunden noch nach dem alten Personalreglement entstanden seien. Sie seien noch vor Einführung der Jahresarbeitszeit geleistet worden. Ähnliche Fälle seien nicht mehr zu erwarten.

Die heutige Regelung für Kader sieht so aus, dass Zeitguthaben, die am Ende einer gewissen Periode den Saldo von 80 Stunden überschreiten, entschädigungslos verfallen. 2014 und 2015 sind so je über 2000 Stunden Überzeit verfallen.

Zudem werden angeordnete Überstunden, die aus betrieblichen Gründen nicht kompensiert werden konnten, bar vergütet. In den letzten beiden Jahren handelte es sich um Beträge von total 68'000 respektive 80'000 Franken für 25 respektive 29 Personen. (sda)