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Kolumne

«Ürner Asichtä»: Die gute Stube

Fränzi Stalder berichtet in ihrer Kolumne, was sie aus ihrer «guten Stube» lockt und was sie daheim hält.
Fränzi Stalder
Fränzi Stalder

Fränzi Stalder

«Jemand, der kaum aus dem Zimmer, aus der Wohnung geht und sich lieber zu Hause beschäftigt», definiert der Duden als einen Stubenhocker. Nein, als Stubenhocker würde ich mich definitiv nicht bezeichnen. Wenn ich es mir jedoch ein wenig genauer überlege, verbringe ich zumindest in meiner eigenen Stube ziemlich viel Zeit. Zumindest dann, wenn ich wirklich zu Hause bin.

Ok, ich gebe zu, es ist auch der Raum, in welchem mein Fernseher steht. Aber nicht nur. Hier steht auch mein gemütliches Sofa. Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, gibt es für mich fast nichts Gemütlicheres als bei einer heissen Schokolade ein spannendes Buch zu lesen. Bei Kerzenschein ein Glas Wein zu geniessen. Oder gar doch, in eine kuschelige Decke eingehüllt, einfach vor dem Fernseher einzuschlafen. Ach, und wenn mein Sofa sprechen könnte. Wie viele Stunden Gelächter, Diskussionen und Geheimnisse hat es schon gehört? Naja, nicht alles wäre für fremde Ohren bestimmt.

Dank meiner Reiselust und der damit verbundenen Neugier durfte ich auch schon einige fremde «Stuben» entdecken. Letztes Jahr zum Beispiel auf einer kleinen Insel im Titicacasee. Ich hatte die Gelegenheit, eine Nacht bei einer einheimischen Familie zu verbringen. Mehr als ein Tisch mit vier Stühlen war nicht in der kahlen «Stube» zu sehen. Oder bei den Massai vor einigen Jahren in Tansania: Die ganze Wohnung beziehungsweise Hütte bestand nur aus einem Raum, einer grossen «Stube», in welcher es nach Rauch und Lehm roch. Im Dschungel von Costa Rica, hier erinnert mich der Duft nach frischen Empanadas an die riesige Tafel in der «Stube», welche auf häufige Besuch oder eine grosse Familie hindeutete. Und all die «Stuben» in den Hostels auf dieser Welt. Sie sind nicht wegzudenken.

Doch so unterschiedlich all diese «Stuben» auch sind. Immer waren und sind sie gefüllt mit Leben, Lachen und der Freude, Gäste in seiner «Stube» willkommen zu heissen. Die Stube verbindet sozusagen Kulturen.

Zurück zu meiner guten Stube. In der kommenden Jahreszeit fällt es mir definitiv schwerer, diese aus den genannten Gründen zu verlassen. Wäre da nicht das unglaublich vielfältige kulturelle Angebot vor meiner Haustür. Die Dezembertage sind gar nicht mehr aus meiner Agenda wegzudenken. Sich auf Bekanntes freuen und auf Unbekanntes einlassen. Dieser Mix macht die Veranstaltungsreihe zu meinem Muss in der Vorweihnachtszeit. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns in einer der grossen «Stuben»? Im Kino, im Saal des Theater Uri oder im Vogelsang. Wobei garantieren kann ich es nicht immer. Es lockt die gute Stube.

Fränzi Stalder, PR-Fachfrau

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