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Kolumne

«Ürner Asichtä»: Die Uristiere sind unterwegs

Sarah Kempf wird zum wiederholten Mal beim «Swiss-City-Marathon» in Luzern teilnehmen. Wie sie diesen Anlass als Urnerin erlebt, beschreibt sie in ihrer Kolumne.
Sarah Kempf
Sarah Kempf

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In zwei Wochen ist es wieder so weit. Wie jedes Jahr werden am letzten Wochenende im Oktober die Uhren auf die Winterzeit umgestellt. Die Nacht dauert dann eine Stunde länger. Ob ich die geschenkte Stunde für meinen Schönheitsschlaf nutzen kann, steht aber noch nicht fest. Wahrscheinlich kriege ich in dieser Nacht kein Auge zu vor lauter Nervosität und Vorfreude.

Denn seit Jahren mache ich mich jeweils an diesem Sonntag zusammen mit rund 100 anderen Urnerinnen und Urnern bereits frühmorgens auf den Weg nach Luzern, um beim «Swiss-City-Marathon Lucerne» die Stadt Luzern und deren Umgebung rennend zu erkunden. Verschiedene Distanzen von 10 km bis Marathon stehen zur Auswahl.

Obwohl die Veranstaltung internationalen Charakter hat und Zehntausende teilnehmen, fallen wir Urner auf dank unserer grellgelben T-Shirts mit dem Uristier auf dem Rücken. Schon von weitem sieht man uns leuchten. Stolz und Freude erfüllen mich, wenn ich vom Strassenrand aus «Hopp Uri»-Zurufe erhalte. Und wenn ich als Läuferin weiter vorne einen gelben Uristier erblicke, motiviert mich das extrem und ich lege umgehend noch einen Zacken zu. Ich will doch wissen, wer da vor mir rennt.

Trotz Tempoverschärfung strahle ich wie ein Maikäfer, denn schon wieder feuern mich fremde Zuschauer aufgrund meines T-Shirts an. Ein erneuter Energieschub durchfährt meinen Körper: «Los, weiter», sagt meine innere Stimme. Plötzlich nehme ich Klänge wahr. Etliche Musikgruppen entlang der Strecke begeistern die Läuferinnen und Läufer mit ihren Rhythmen. Meine persönlichen Favoriten sind die «Guggen». Oh wie ich diese Art von Musik liebe! Das pusht mich zusätzlich. Bei Kilometer 11 winkt mir die Urner Fahne entgegen. Bekannte Stimmen rufen meinen Namen und strecken mir Wasser, Cola, Gels, Bananen entgegen. Unverkennbar höre ich auch die Töne einer grossen «Ürner Tryychlä». Heimatgefühl. Ich weiss, hier erwartet mich die Crew von Imholz Sport & Steve Events. Schon seit zwölf Jahren treffen sich Urner Läuferinnen und Läufer von März bis Oktober einmal pro Monat zu einem gemeinsamen Abendtraining, um sich auf das Jahreshighlight vorzubereiten.

Ich renne nun durch das FCL-Fussballstadion, weiter durch Schrebergärten und bin fast zurück in der Stadt. Ganz euphorisch und wie in der Disco fühle ich mich auf den 200 Metern, wenn ich durch die Bahnhofshalle über den blauen Teppich spurte. Blitzlichter von Fotografen und Scheinwerfern überall. Ich bin ein Star. Jetzt noch eine kurvige Zusatzschlaufe über Kopfsteinpflaster durch die Altstadt und dann mit Vollgas die letzten beiden Kilometer bis zum Zieleinlauf im Verkehrshaus Luzern. Geschafft! Das Glücksgefühl ist überwältigend.

Möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, dieses Gefühl auch einmal erleben? Dann machen Sie doch nächstes Jahr auch mit und geniessen Sie das Rennen im Urner Team. Oder unterstützen Sie uns als Zuschauer lautstark am Streckenrand.

Sarah Kempf, freie Journalistin

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