Kolumne
«Ürner Asichtä»: Krimizeit

Sarah Kempf erzählt in ihrer Kolumne über ihre Leidenschaft für Krimis.

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Sarah Kempf, Anwaltsassistentin

Sarah Kempf, Anwaltsassistentin

Bild: PD

Kommende Nacht ist es wieder so weit, wir werden unsere Uhren auf die Winterzeit umstellen. Es wird abends früher dunkel. Die Tage werden kürzer und wir Menschen oftmals träger. Wir strotzen nicht mehr so voller Energie wie im Sommer, denn das Schlafhormon Melatonin wird in der Dunkelheit vermehrt ausgeschüttet und lässt uns müde werden. Aber auch die langen Abende haben ihre schönen Seiten, wenn man sich die «Zeit zu Hause» bewusst für sich selber nimmt. Ich persönlich mache das mit fesselnden Krimigeschichten!

Ich liebe Krimis. Das tönt jetzt eventuell makaber, denn gemäss Wikipedia «geht es bei einem Krimi oft um die Verübung und Aufklärung einer oder mehrerer schwerer Straftaten, die den Leser, Hörer oder Zuschauer in Spannung versetzen sollen». Aber nein, es sind nicht die Straftaten, die mich eigentlich interessieren, sondern es ist die Spannung, die mich fasziniert. «Whodunit?» oder zu Deutsch: «Wer hat es getan?» Vor zwei Jahren besuchte ich eine Weiterbildung in Journalismus. Christine Brand war dort eine unserer Dozentinnen und hat mich mit ihrer Erzählart begeistert. Sie arbeitete lange als Gerichtsreporterin und ist seit einigen Jahren eine erfolgreiche Krimiautorin. Sämtliche ihrer Bücher sind in den Bestsellerlisten gelandet, denn die Geschichten der Hauptfigur Milla Nova fesseln wirklich von Anfang bis zum Schluss. Zu meinen Favoriten zählen auch die Fälle von «Kommissar Hunkeler», «Commissario Brunetti» oder «Commissario Montalbano». Diese verschlinge ich buchstäblich. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass es nach Mitternacht wird, bis ich mich endlich durchringe, das Licht zu löschen.

Am liebsten lese ich die Bücher mit einer nicht allzu hellen Stirnlampe, dick eingehüllt in der Bettdecke und einer warmen Bettflasche auf dem Bauch. Wenn die Augen zum Lesen zu müde sind, dann höre ich einfach Podcasts. Zurzeit hat mich die Krimireihe «Zeit Verbrechen» total in ihren Bann gezogen. In jeder Folge werden wahre Kriminalfälle erzählt und aufgearbeitet. Die ruhigen und verständlichen Stimmen der Erzähler passen genau zu meinen Hörvorstellungen.

Natürlich verpasse ich auch den SRF-Fernsehkrimi am Dienstagabend nie. Meine Eltern haben diesen ebenfalls wöchentlich auf dem Programm. Via Whatsapp tippen wir dann während der Sendung auf den möglichen Täter. Das anschliessende gemeinsame Fachsimpeln zur ausgestrahlten Folge ist schon fast Tradition. Kürzlich entdeckte ich im Tram das Plakat mit Werbung für das «Krimidinner Zürich». Entweder auf dem Uetliberg oder während einer Schiff-fahrt auf dem Zürichsee wird man dabei mit einem Dreigangmenu verwöhnt. Zwischen der Kulinarik hilft man als Ermittler interaktiv mit, einen verzwickten Fall aufzuklären. Das will ich erleben und habe deshalb gleich Tickets für das nächste verfügbare Krimi-Abendessen gekauft. Liebe Urnerinnen und Urner, ich wünsche auch Ihnen viele kreative Ideen für angeregte und doch gemütliche lange Abende. Oder wie Alfred Hitchcock so treffend meinte: «Spannung ist Kaugummi fürs Gehirn.»

Sarah Kempf, Anwaltsassistentin