«Ürner Blaskapällä-Stubätä»
In Seedorf dominiert das Böhmische: Urner Blaskapellen laden zur Stubätä ein

Fünf Blaskapellen spielen am 30. Oktober in der Mehrzweckhalle Seedorf auf. Das Böhmische wird dominieren. Aber nicht nur.

Bruno Arnold
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Am 31. Oktober 2008 ging in Erstfeld auf Initiative der Blaskapelle Schattdorfer Nachtbüäbä die erste «Ürner Blaskapällä-Stubätä» über die Bühne. Neben der organisierenden Formation spielten damals auch die Seedorfer Blaskapelle und die Bürgler Sechser-Musik im bis auf den letzten Platz besetzten Pfarreizentrum St.Josef auf. Auch die Zweitauflage vom 31. Oktober 2011 stiess beim Publikum auf grosse Begeisterung. In der Mehrzweckhalle in Seedorf trat damals neben den drei «Stammformationen» (Seedorfer Blaskapelle, «Schattdorfer Nachtbüäbä» und Sechser-Musik Bürglen) auch die Kleinformation des MV Unterschächen auf, die sich kurz danach als Blaskapelle Schächental neuformierte.

Die Schattdorfer Nachtbüäbä ­– hier bei ihrem Auftritt an der «Stubätä 2019» – haben den traditionellen Blaskapellenanlass 2008 initiiert.

Die Schattdorfer Nachtbüäbä ­– hier bei ihrem Auftritt an der «Stubätä 2019» – haben den traditionellen Blaskapellenanlass 2008 initiiert.

Bild: Paul Gwerder (Seedorf, 31. Oktober 2019)

Trotz des äusserst positiven Echos und obwohl sich die Mitglieder der vier Formationen bereits auf den 31. Oktober 2014 als Termin für die dritte Auflage geeinigt hatten, geriet das Projekt ins Stocken. Der Grund: Es liess sich – trotz mehrerer Anläufe – aus verschiedenen Gründen kein Organisator für diesen Anlass finden. Ende 2018 nahmen dann die Seedorfer Blaskapelle und die Blaskapelle Schächental einen neuen Anlauf für eine dritte Auflage der «Urner Blaskapällä-Stubätä». Der Anlass vom 31. Oktober 2019 in der Mehrzweckhalle in Seedorf wurde ein voller Erfolg. Erstmals präsentierte sich bei diesem Stelldichein der Urner Blaskapellenszene auch die 2017 gegründete Formation Böhmisch plus aus Bauen dem «Stubätä»-Publikum.

Nur wenige Änderungen vorgenommen

«Bei Konzerten und Ständchen unserer Blaskapellen dürfen wir von Jahr zu Jahr mehr Zuhörerinnen und Zuhörer begrüssen», freut sich Bruno Arnold, der Dirigent der Blaskapelle Schächental. «Offensichtlich schätzen viele Leute diese Art von volkstümlicher Musik.» Paul Wyrsch, der musikalische Leiter der Seedorfer Blaskapelle, macht die gleiche Feststellung: «Polkas, Walzer und Märsche, aber auch Arrangements von bekannten Ohrwürmern aus andern Genres, erfreuen sich in breiten Kreisen der Bevölkerung wachsender Beliebtheit.» Um am ursprünglich geplanten Drei-Jahres-Turnus festzuhalten, nahm das personell unveränderte OK, bestehend aus Mitgliedern der Seedorfer und der Schächentaler Blaskapelle, Ende Juni 2022 die Vorbereitungen für die Durchführung der vierten «Stubätä» in Angriff. «Das Konzept von 2019 hat sich bis auf einige wenige kleine Details als sehr gut erwiesen», betont Paul Wyrsch, der erneut als OK-Präsident amtiert.

«Wir müssen und wollen deshalb das Rad nicht frisch erfinden, sondern auf Bewährtes setzen. Im OK läuft denn auch vieles fast von selber.»

Eine wesentliche Änderung hat das OK allerdings vorgenommen: Die «Stubätä» findet nicht – wie bisher üblich ­– am Abend vor Allerheiligen statt, sondern bereits einen Tag früher, am Sonntag, 30. Oktober. «Da viele Leute am Montag nicht arbeiten respektive eine Brücke machen werden, haben wir dieses Datum als geeigneter erachtet», begründet Wyrsch den Terminentscheid des OK.

Jede Kapelle spielt 40 Minuten

«Wir sind mit den Vorbereitungen auf Kurs», freut sich Wyrsch. «Ich bin überzeugt, dass die rund 60 Musikantinnen und Musikanten wiederum abwechslungsreiche Blasmusik bieten werden, wobei das Böhmische natürlich dominieren dürfte.» Jede der fünf Formationen wird ab 18 Uhr jeweils 40 Minuten lang aufspielen. Nach jedem Konzert wird eine zehnminütige Pause eingeschaltet. Wer dieselbe etwas verlängern will, der kann sich statt in der Festwirtschaft in der Halle auch an der Bar im Foyer aufhalten, einen Drink geniessen oder nach Lust und Laune fachsimpeln. Mit zwei Blaskapellen-Ohrwürmern, gemeinsam gespielt von den Mitgliedern der fünf Kapellen, soll um zirka 23 Uhr der musikalische Abschluss der «Stubätä» erfolgen. Das Festwirtschaftsteam wird allerdings auch nach dem Gesamtchor noch Vollgas geben, um das Publikum mit Getränken und Snacks zu verwöhnen.

Hinweis: An der «Ürner Blaskapällä-Stubätä» vom Sonntag, 30. Oktober, in der Seedorfer Mehrzweckhalle konzertieren die Blaskapelle Böhmisch plus aus Bauen (ab 18 Uhr), die Sechser-Musik Bürglen (ab 18.50 Uhr), die Blaskapelle Schächental (ab 19.40 Uhr), die Blaskapelle Schattdorfer Nachtbüäbä (ab 20.30 Uhr) und die Seedorfer Blaskapelle (ab 21.20 Uhr). Der Eintritt ist frei – Türkollekte.