UKB: Jahresgewinn leicht gesunken

Der Jahresgewinn beträgt 14,5 Millionen Franken – dafür konnte der Geschäftserfolg gesteigert und die Ausgaben gedrosselt werden.

Florian Arnold
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Was mit dem jetzigen Hauptsitz der UKB geschieht, ist noch nicht klar.

Was mit dem jetzigen Hauptsitz der UKB geschieht, ist noch nicht klar.

Bild: Florian Arnold (Altdorf, 4. März 2020)

«Die Strategieumsetzung trägt Früchte», konnte gestern Heini Sommer, Bankratspräsident der UKB gegenüber den Medien verkünden. So konnte die Bank im vergangenen Jahr den Geschäftsaufwand gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent respektive 850000 Franken senken. Dazu beigetragen haben auch geringere Personalkosten von 521000 Franken. Unter dem Strich hat sich der Mitarbeiterbestand um 3 Personen verringert. Einige Personalwechsel bei der UKB führt die Leitung auf die Transformationsprozesse zurück. Einige Personen hätten sich beruflich anders orientiert. «Das Personal ist das wichtigste für uns», betonte aber Bankratspräsiden Sommer. «Wir möchten alle auf den Weg mitnehmen, die wollen.»

Die neue Strategie lässt sich die Bank aber einiges kosten. So wurden im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Franken für die Umsetzung ausgegeben (Vorjahr 2,2 Millionen). Unter anderem sind darin auch Kosten für externe Berater enthalten. «Zum Start der Strategieumsetzung war der Bedarf an Beratung noch höher, nun geht dieser zurück», so Sommer. Den budgetierten Betrag habe man nicht ausgeschöpft.

Geschäftserfolg von 14,9 Millionen erwirtschaftet

In Zahlen konnte der Geschäftsaufwand auf 25,2 Millionen gesenkt werden (Vorjahr: 26,0 Millionen). Der Geschäftserfolg beträgt 14,9 Millionen (Plus 3,0 Prozent, Vorjahr: 14,5 Millionen), der Jahresgewinn ist auf 14,5 Millionen gesunken (Minus 11,8 Prozent, Vorjahr 16,3 Millionen).

Zu schaffen machten der UKB 2019 wiederum die Negativzinsen, die vor allem die Margen drücken. «Wir sind betroffen von Negativzinsen», so Geschäftsleitungsmitglied Urs Eichenberger. «Als kleine Bank sind wir aber nicht so stark betroffen wie grössere.» Auf der Kundenseite stelle man nicht flächendeckend Negativzinsen in Rechnung. Mit gewissen Kunden habe man aber individuelle Vereinbarungen getroffen. «Wir wollen nicht der Parkplatz für grosse liquide Mittel sein», stellte Sommer klar.

Trotz des Umfelds konnte die UKB den Erfolg in ihrem Kerngeschäft, dem Zinsgeschäft, beinahe halten. Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft reduzierte sich 2019 lediglich um 0,8 Prozent auf 34,5 Millionen (Vorjahr: 34,8). Die Wertberichtigungen machten lediglich 300000 Franken aus. «Das lässt auf ein gutes Kreditportfolio der UKB schliessen», sagte Urs Eichenberger von der UKB-Geschäftsleitung. Der Netto-Erfolg betrug im Zinsgeschäft somit 34,3 Millionen (Vorjahr: 34,5).

Die Bilanzsummer der UKB ist um 2,1 Prozent gesteigert worden. Die Ausleihungen sind um 22 Millionen gewachsen, die Kundeneinlagen um 23 Millionen. Das Depotvolumen ist von Ende 2018 bis Ende 2019 um 444 Millionen gestiegen. Davon sind 72 Millionen Netto-Neugeld (Vorjahr: 100 Millionen). «Offenbar ist unsere Bank attraktiv auch für Neukunden», sagte CEO Christoph Bugnon. Nach Bekanntgabe der neuen Distributionsstrategie der UKB (inklusive Filialschliessungen) drohten viele Kunden die Bank zu verlassen. Die Zahlen würden nun aber eine andere Sprache sprechen, meinte Bankratspräsident Sommer. Man könne auf eine gesunde Eigenkapitalbasis blicken. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 4,9 Prozent (Vorjahr: 5,7). Die Eigenkapitalquote 8,8 Prozent, was dem Vorjahresniveau entspricht. Die Vorgaben, die der Kanton der Bank macht, wurden somit erfüllt. Die UKB kann somit 7 Millionen zuhanden des Kantonsbudgets übertragen.

Twint und Co. sind Kostenfaktoren

Im vergangenen Jahr hat sich die UKB mit der Einführung diverser digitaler Zahlungsapplikationen beschäftigt. Dazu zählen etwa Apple-Pay oder Swatch-Pay. «Wir können fast alles anbieten, das es auf dem Markt gibt», sagt CEO Christoph Bugnon. Für den einzelnen Kunden gebe dies zwar keinen Mehrwert. «Wir müssen aber praktisch alles anbieten, um für alle Kunden ein guter Partner zu sein», so Bugnon. Für die Bank bedeuten die neuen Bezahllösungen vor allem ein Kostenfaktor, an dem man nichts verdiene.» Twint liegt bei den UKB-Kunden am meisten im Trend mit rund 1300 Nutzern.