UKB will mit 500 000 Franken Impulse in den Gemeinden setzen

Urner Kantonalbank, Volkswirtschaftsdirektion und Gemeindeverband haben ein Programm für die Unterstützung ausgearbeitet. Profitieren sollen auch Projekte zur Wohnraumförderung.

Markus Zwyssig
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Die UKB-Strukturimpulse unterstützen die Urner Gemeinden bei der Gestaltung eines attraktiven Lebensraums.

Die UKB-Strukturimpulse unterstützen die Urner Gemeinden bei der Gestaltung eines attraktiven Lebensraums.

Bild: Christof Hirtler 

Die Urner Kantonalbank (UKB) begegnet den strukturellen Herausforderungen in den Urner Gemeinden und unterstützt von 2020 bis 2023 Projekte mit insgesamt 500 000 Franken. Die Unterstützung wird auf das Umsetzungsprogramm der Neuen Regionalpolitik (NRP) im Kanton Uri abgestimmt. Daher wurde das Programm unter Führung der Volkswirtschaftsdirektion Uri in enger Zusammenarbeit mit der Urner Kantonalbank und dem Urner Gemeindeverband ausgearbeitet.

Nach der angekündigten Schliessung von Zweigstellen und dem Umbau von Geschäftsstellen der UKB gab es Proteste aus der Bevölkerung. «Das Kundenverhalten hat sich verändert, das erforderte Anpassungen von Seiten der Bank», erklärt Christoph Bugnon, CEO der UKB. Bei der angekündigten Anpassung des Geschäftsstellenkonzeptes kam man den Gemeinden entgegen. So wird die Geschäftsstelle in Erstfeld weiterhin an fünf Halbtagen betrieben. Bürglen erhält eine 24-Stunden-Zone mit Einzahlungsmöglichkeiten und in Göschenen wird ein Bancomat eingerichtet. Beratungen vor Ort sind in allen Geschäftsstellen in Zukunft noch möglich. Zudem wird voraussichtlich auf den 1. Juli als Ersatz der Schalter ein Videoservice eingerichtet. Neu eingeführt wurde zudem ein Zustellservice für Bargeld bis 2000 Franken.

Breit getragener Kompromiss erarbeitet

Bugnon kommt in diesem Zusammenhang auf die Durchführung des sogenannten «Denkraum-Prozesses» unter Beteiligung der Gemeinden und der kantonalen Verwaltung zu sprechen. Damit sei ein breit getragener Kompromiss erarbeitet werden, der nun umgesetzt wird. Im Rahmen dieses Prozesses entstand unter Mitwirkung des Urner Gemeindeverbands sowie der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Uri der Ansatz der UKB-Strukturimpulse. «Diese gehen über die eigentlichen Dienstleistungen der Bank hinaus», so Bugnon.

Die Gemeinden stehen vor grossen strukturellen Herausforderungen. Eine Herausforderung gerade in Randgemeinden ist es, die Einwohner im Dorf zu halten. Dorfkerne sollen belebt und nachhaltige Zukunftsinvestitionen angestossen werden. Dazu will die Urner Kantonalbank Impulse geben. Sie stellt daher in den nächsten vier Jahren 500 000 Franken für Projekte zur Verfügung, welche die Gemeinden bei der Bewältigung des Strukturwandels unterstützen. In der Erarbeitung der Kriterien zur Prüfung der Projekte und des Prüfungsprozesses arbeiteten die Urner Kantonalbank, die Volkswirtschaftsdirektion sowie der Urner Gemeindeverband eng zusammen. Die Bedürfnisse und Meinungen der Urner Gemeinden wurden in einem gemeinsamen Workshop eingeholt und in der Ausgestaltung berücksichtigt.

Neue Regionalpolitik weist die Richtung

Die erforderlichen Kriterien und der Prüfungsprozess der UKB-Strukturimpulse sind an die Neue Regionalpolitik (NRP) angelehnt. Ein Projekt, welches einen Beitrag der NRP erhält und von einer oder mehreren Gemeinden finanziell oder auch ideell unterstützt wird, kann für die Sicherstellung der finanziellen Eigen- und Drittmittel zusätzlich von den UKB-Strukturimpulsen profitieren. Für ein Projekt, das sich im konzeptionellen Stadium befindet, werden maximal 10 000 Franken gesprochen, für ein Umsetzungsprojekt maximal 25 000 Franken.

Volkswirtschaftsdirektor Camenzind freut sich

«Bei der Umsetzung der Neuen Regionalpolitik stellen wir oft fest, dass innovative Projektideen scheitern, weil die notwendigen finanziellen Eigen- und Drittmittel nicht zusammenkommen. Ein Beitrag durch die UKB-Strukturimpulse kann somit ein bedeutendes Puzzleteil sein, um ein Projekt zum Fliegen zu bringen», wird Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind in einer Mitteilung zitiert. Im Rahmen der UKB-Strukturimpulse können auch Projekte im Bereich der Wohnraumförderung unterstützt werden, obwohl diese nicht unter die Kriterien der NRP fallen. Damit sollen Gemeinden auch Unterstützung bei ihren strukturellen Herausforderungen im Bereich des Wohnens erhalten. Beispielsweise könnten in ländlichen Gemeinden Projekte zur Wohnbauförderung und Belebung von Dorfkernen unterstützt werden.

Die Vergabe der Mittel findet nach Eingang des Gesuches statt und endet bei Erreichen der 500 000 Franken oder spätestens Ende 2024. Projektträger können Gemeinden, Unternehmen, Vereine oder auch Privatpersonen sein. Anlaufstelle für Projektideen ist das Regionalmanagement des Urner Gemeindeverbands, welches eine Erstbeurteilung vornimmt und den Projektträgern die weiteren Schritte aufzeigt. «Die zusätzlichen Mittel stellen für die Gemeinden einen wertvollen Anreiz für die Umsetzung wichtiger Projekte zur Gestaltung ihrer Zukunft dar. Ich bin überzeugt, dass die UKB-Strukturimpulse vielen spannenden Projekten einen zusätzlichen Schub verleihen können», so Hermann Epp, Vizepräsident des Urner Gemeindeverbands in der Mitteilung.

Neue Regionalpolitik kommt Berggebieten zugute

Mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützen Bund und Kantone das Berggebiet, den weiteren ländlichen Raum und die Grenzregionen bei der Bewältigung des Strukturwandels. Als Programm der Standortförderung unterstützt die NRP Initiativen, Programme und Projekte, die das Unternehmertum fördern, die Innovationsfähigkeit der KMU sowie die regionale Wertschöpfung steigern und auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit dieser Räume nachhaltig erhöhen. Damit leistet die NRP einen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in den Zielgebieten. Indirekt trägt die NRP dazu bei, die dezentrale Besiedlung in der Schweiz zu erhalten und regionale Unterschiede abzubauen. (pd/MZ)