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Interview

«Umgang mit Menschen ist zentral»

Die Brass Band Uri und die Brass Band Schattdorf treten gemeinsam auf die Bühne. Die beiden Dirigenten Matthias Kieffer und Markus Steimen sprechen im Interview über die Musikwelt.
Matthias Kieffer, Dirigent Brass Band Schattdorf. (Bild: PD)

Matthias Kieffer, Dirigent Brass Band Schattdorf. (Bild: PD)

Matthias Kieffer, Sie sind ein Teil der «Brass Confusion». Waren Sie auch schon mal etwas konfus?

Ja, das kommt durchaus vor. Im beruflichen und im privaten Umfeld. Das hat einstweilen auch mit dem Vorabend zu tun. Nach grösseren musikalischen Events wird der Erfolg gefeiert, was am nächsten Tag zu einer gewissen Konfusion führen kann. Es gibt natürlich auch Beispiele für Konfusionen während Proben, zum Beispiel wenn eine Partiturseite fehlt oder man Takte falsch nummeriert.

Sie sind Musiker. Mussten Sie auch zuerst einen «richtigen» Beruf lernen?

Ich habe zuerst die Handelsschule gemacht und dann einen richtigen Beruf, den des Dirigenten, gelernt.

Für was braucht es denn eigentlich den Dirigenten?

Er erarbeitet jedes Stück, bis es eine sinnvolle musikalische Einheit ergibt. Das heisst, er ist für die musikalische Gestaltung eines Werkes verantwortlich. Bei der Erarbeitung muss er darauf achten, dass seine Vorstellung des Werkes umgesetzt wird und dass alles so gemacht wird, wie es in den Noten steht. Der Dirigent leitet dann die Aufführung, indem er die Tempi mit dem Taktstock festlegt und mit seiner Gestik die Musik gestaltet. Er hält sozusagen die Zügel in der Hand und führt die Band durch die Aufführung.

Können die Dirigenten tatsächlich alle Noten in der Partitur gleichzeitig lesen, oder tun sie nur so?

Natürlich nicht. Ein Dirigent steht da, fuchtelt herum, bis die Band fertig gespielt hat, und verbeugt sich danach ... Ich persönlich schaue mir die Partitur zu Hause an und streiche mir die wichtigsten Dinge an. Alles gleichzeitig geht schon nicht. Es ist wohl ähnlich wie beim Autofahren. Man nimmt ganz viele verschiedene Dinge auf einmal und nacheinander wahr und verarbeitet diese ziemlich schnell.

Wo kriegt man so einen Dirigentenstab her? Ist das wie bei Harry Potter?

So ein Stab ist der Kern eines 1000-jährigen Edelholzbaumes aus dem Regenwald, meist Mahagoni- oder Ebenholz. Man holzt diese Bäume systematisch ab und dreht sie in einer überdimensionalen Drehbank so lange, bis nur noch der Taktstock übrig ist. Das Restholz wird entsorgt.

Was nervt am meisten an den Musikern?

Eine ungenügende Planung. Wenn plötzlich für Proben und Üben keine Zeit mehr ist, weil man andere Dinge erledigen muss, die man schon viel früher hätte machen können. Das führt zu Absenzen an den Proben und ungenügender Vorbereitung. Am meisten nerven mich die Lücken in der Besetzung.

Musik verbindet. Was verbindet Sie eigentlich?

Mit diesem Spruch sind wohl die vielen Freundschaften gemeint, die durch gemeinsames Musizieren entstanden sind. Natürlich verbindet sie auch ganze Kulturen, je nachdem, wer wie wo zusammen musiziert. Ich selber habe meine Frau in der Brass Band Uri kennen gelernt.

Markus Steimen, Dirigent Brass Band Uri. (Bild: PD)

Markus Steimen, Dirigent Brass Band Uri. (Bild: PD)

Markus Steimen, wieso haben Sie sich für die Musik entschieden?

Musik war mir schon immer wichtig und ich hatte schon früher viele Projekte diesbezüglich am Laufen. Als sich das Ganze immer mehr entwickelte und mir dazu noch grossen Spass bereitete, dachte ich, versuchen kannst du es ja mal mit der Musik. Momentan hätte ich für etwas anderes sowieso kaum Zeit und es gefällt mir sehr, die verschiedensten Facetten der Musik und insbesondere der Blasmusik auszuleben.

Was muss man können, um Dirigent zu werden?

Die drei «M» sollte man verinnerlicht haben: Musik – Motivator – Manager.

Wie kriegt man eine Horde wilder Musiker in den Griff?

Je nachdem wie wild sie sind, braucht es mehr oder weniger, um das Schiff auf Kurs zu bringen oder es auf Kurs zu halten. Der Umgang mit Menschen ist aber auf jeden Fall zentral bei der Arbeit.

Bekommen Sie keinen Muskelkater vom Dirigieren?

Bisher kam das noch nie vor. Aber ich weiss, dass es mühsam ist, mit Muskelkater zu dirigieren.

Erzählen Sie einen Musikerwitz.

Fragt der eine Schlagzeuger während des Konzerts seinen Kollegen: «He, wo sind wir?» Der andere: «Vierter Takt im Buchstaben D!». Meint der Schlagzeuger: «Mensch, keine Details! Welches Stück?» (pd/pz)

Die beiden Formationen spielen am Samstag, 17. November, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 18. November, um 19.30 Uhr in der Aula des BWZ Uri in Altdorf. Der Eintritt ist frei (Türkollekte).

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