UMZUG: Was für ein Affentheater!

Affen und Wölfe, Kühe und Elefanten: Der grosse Fasnachtsumzug in Altdorf ging tierisch ab! Aber auch die Anwohner des Winkelplatzes und der VW-Konzern ernteten Hohn und Spott der Fasnächtler.

Anian Heierli
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Futuristisch unterwegs: die Gruppe Per Tutti. (Bilder Urs Hanhart)

Futuristisch unterwegs: die Gruppe Per Tutti. (Bilder Urs Hanhart)

Tiere gehören zu Uri wie Konfetti zur Fasnacht. Doch am gestrigen Umzug in Altdorf hat das kantonale Wappentier – der Stier – starke Konkurrenz erhalten. Viele Fasnächtler verkleideten sich als Wölfe oder Affen. Allen voran der Schnupfclub Uri. Die Tabakfreunde gingen noch einen Schritt weiter und gestalteten auf ihrem Umzugswagen das Kantonswappen um: ein schwarzer Wolf auf gelbem Grund. Damit nehmen sie den Wolf-Alarm vom vergangenen Sommer auf die Schippe. Das Raubtier hatte damals Dutzende Schafe in Uri gerissen. Das Tier wurde daraufhin zum Abschuss freigegeben, doch die Urner Jäger erwischten den Wolf nicht. «Unsere Devise heisst: Suchen, schiessen, schaufeln, schweigen», sagte René Fröhlich vom Schnupfclub Uri. «Wir sind aber nicht für oder gegen den Wolf, sondern nehmen den ‹Skandal› aufs Korn.» Für Fröhlich ist deshalb klar: «Uri ist eine ‹Wolfühloase›.»

Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
33 Bilder
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Umzug in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Kiloweise Bananen

Für ein Affentheater sorgte die Gruppe Nächstenliebe Altdorf. Die als Affen verkleideten Narren schmissen kiloweise Bananen ins Publikum und verhöhnten den Kanton: «Kantendler, Kesb und Fall I. W., in Üri gits nur Affä zgseh», prangte auf dem Bananen-Mobil.

Anders als der Schnupfclub und «Nächstenliebe» fielen die ehemaligen Altdorfer Jungwachtleiter d’Roeschtis nicht mit einem politischen Motto, sondern mit schönen Kostümen und einem originellen Wagen auf. Die Alt-Jungwächtler verkleideten sich als indische Mönche mit Rastalocken und Bärten. Sie meditierten und rochen wie ein Esoterikladen. Einer flog sogar auf einem fliegenden Teppich. Auch die «Roeschtis» verzichteten nicht auf Tiere. Im Schlepptau hatten sie einen indischen Elefanten in Originalformat, der Konfetti aus seinem Rüssel blies. «Wir haben zahlreiche Stunden am Elefanten gebastelt, der komplett aus Kleister ist», sagte Mitglied Simon Zurfluh. «Unsere Gruppe ist immer unpolitisch. Für uns stehen an der Fasnacht das Verkleiden und die Kostüme im Vordergrund.»

Auch die als Kühe verkleideten «Gaggalaari Üri» überzeugten mit Kostümen, die mit Liebe zum Detail gefertigt wurden. Die Gruppe Schilterbrothers Uri machte derweil die Party Moove Uri vom vergangenen Oktober auf dem Winkelplatz zum Thema. «Moove Uri» hatte damals für scharfe Kritik unter den Anwohnern gesorgt, weil der vorgeschriebene Lautstärken-Höchstwert von 80 Dezibel überschritten wurde. Die «Schilterbrothers» bauten eine rollende Diskothek nach. «Wir achten aber darauf, dass die Musik nicht zu laut ist, ganz besonders in der Nähe des Winkelplatzes», meinte Claudio Ringenbach. Angst vor Reklamationen habe er keine. Dafür hätte man vorsorglich einen Rechtsanwalt engagiert.

Dicke Rauchschwaden

Mit ihrem «Abgas-Bschiss» sorgte VW 2015 weltweit für Schlagzeilen. Das konnte die Fasnachtsgruppe Per Tutti nicht auf sich beruhen lassen. Die Altdorfer bastelten einen riesigen VW-Lastwagen, der unentwegt dicke Rauchschwaden in die Luft blies. Zudem verkleideten sich die Mitglieder als Transformers – Science-Fiction-Figuren, die sich in ein Auto oder einen Roboter verwandeln können. Vor diesem Hintergrund ist auch ihr Motto «Ver Wandler» zu verstehen.
 

Anian Heierli

 

Bildergalerie: Mehr Bilder zum Umzug in Altdorf auf www.urnerzeitung.ch/bilder

Affen unter sich: Die Gruppe «Nächstenliebe Altdorf» verteilte den Zuschauern haufenweise Bananen. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

Affen unter sich: Die Gruppe «Nächstenliebe Altdorf» verteilte den Zuschauern haufenweise Bananen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Liebe zum Detail: die Kühe der Gruppe Gaggalaari Üri. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

Liebe zum Detail: die Kühe der Gruppe Gaggalaari Üri. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Der Wolf war ein Leitmotiv am Altdorfer Umzug. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

Der Wolf war ein Leitmotiv am Altdorfer Umzug. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)