Urner Uni-Institut lanciert erstes Projekt

Die Wissenschaftler befassen sich historisch und musikalisch mit Seilbahnen. Die offizielle Eröffnung wird am 29. Februar 2020 gefeiert.

Markus Zwyssig
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Die Erschliessung mit Seilbahnen hat den alpinen Raum nachhaltig geprägt.

Die Erschliessung mit Seilbahnen hat den alpinen Raum nachhaltig geprägt.

Bild: Elias Bricker

Der Kanton Uri baut aktuell in enger Zusammenarbeit mit der Universität Luzern ein universitäres Forschungsinstitut auf. Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg stellte am Dienstag am Mediencafé des Regierungsrats dieses näher vor.

Das Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern bezog kürzlich in Altdorf Räumlichkeiten der Dätwyler-Stiftung. Mit Romed Aschwanden konnte ein einheimischer Historiker als Geschäftsführer gewonnen werden. Als Institutsleiter sind die Universitätsprofessoren Boris Previšić, Roland Norer, und Daniel Speich Chassé vorgesehen.

Präsident des wissenschaftlichen Beirats des Instituts soll der emeritierte Professor Jon Mathieu werden. Von 2006 bis 2018 war er Titularprofessor mit ständigem Lehrauftrag an der Universität Luzern.

Am 29. Februar 2020 findet die Eröffnung statt

Wie Beat Jörg weiter betonte, werden am Institut in Altdorf ab dem kommenden Jahr mehrere Doktorierende tätig sein. Diese werden sich im Rahmen ihrer Dissertationen mit regionalen und gesamtalpinen Fragestellungen im Kontext globaler Herausforderungen auseinandersetzen. Zudem sind wissenschaftliche Tagungen geplant – dies als Beitrag zur lokalen Verankerung und zur Förderung der interdisziplinären Forschung. Das Institut wird am 29. Februar 2020 offiziell eröffnet. «Der offizielle Start soll auch nach aussen getragen werden», betonte Beat Jörg.

Urner Professor komponiert in der Heimat

Das Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern lanciert nun sein erstes grösseres Projekt. Dazu spannt das Institut mit der Universität Luzern und der Hochschule für Musik der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Basel zusammen. Das Projekt befasst sich mit Seilbahnen im Kanton Uri und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird aus historischer Perspektive untersucht, wie die Erschliessung des alpinen Raums durch Seilbahnen in den vergangenen rund hundert Jahren das Leben der Bevölkerung, die Nutzung der Berggüter und die Landschaft selbst verändert hat. Im zweiten Projektteil soll aus typischen Seilbahngeräuschen eine Komposition entstehen, die schliesslich als Klanginstallation der Öffentlichkeit vorgeführt wird.

Romed Aschwanden, Geschäftsführer des Urner Instituts Kulturen der Alpen an der Universität Luzern, zeichnet für die historische Recherche verantwortlich. Dabei will der Wissenschaftler nicht nur einfach historische Quellen heranziehen, sondern auch mit Zeitzeugen Interviews führen. Den musikalischen Part übernimmt Michel Roth. Der im Kanton Uri aufgewachsene Komponist ist Professor für Komposition und Musiktheorie, Analyse und Tonsatz an der Hochschule für Musik FHNW. Ebenfalls am Projekt beteiligt ist Boris Previšić von der Universität Luzern. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das interdisziplinäre Seilbahn-Projekt mit einem Förderbeitrag. Der Start erfolgt Anfang Februar, innert eines Jahres wird das Projekt abgeschlossen sein.

Urner Regierungsrat erreicht sein Ziel

Das Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern bildet organisatorisch eine von der Universität Luzern unabhängige Einheit und wird vorerst für eine Dauer von drei Jahren (2019 bis Ende 2022) betrieben. Dies jedoch mit dem klaren Ziel, das Projekt anschliessend definitiv weiterzuführen. Damit wird das im Urner Regierungsprogramm 2016 bis 2020 Plus gesetzte Ziel für die physische Präsenz eines Bildungs- beziehungsweise Forschungsinstituts aus dem Hochschulbereich erreicht, wie Jörg erfreut feststellte.

Der Verein Wissenschaft Uri dient während der ersten drei Jahre als Projektträger. Der Verein besteht aus dem Kanton Uri sowie den beiden Urner Korporationen Uri und Ursern. Finanziert wird das Vorhaben durch den Kanton Uri und die Dätwyler-Stiftung. Die drei Professoren der Institutsleitung bleiben hingegen bei der Universität Luzern angestellt.