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Urner Unternehmer erhält Galgenfrist von sieben Jahren

Die Firma Walker’s Söhne GmbH muss ihr Kieswerk im Gebiet Argseeli aus Naturschutzgründen aufgeben. Der Urner Unternehmer Otto Walker zeigt einerseits Verständnis, äussert sich anderseits aber auch kritisch.
Bruno Arnold
Die Konzession der Firma Walker’s Söhne GmbH zur Kiesentnahme aus dem Fätschbach wird nicht mehr verlängert. (Bild: Bruno Arnold, Urnerboden, 10. Oktober 2018)

Die Konzession der Firma Walker’s Söhne GmbH zur Kiesentnahme aus dem Fätschbach wird nicht mehr verlängert. (Bild: Bruno Arnold, Urnerboden, 10. Oktober 2018)

Seit Anfang der 1960er-Jahre fördert die Firma Walker’s Söhne GmbH im Gebiet Argseeli auf dem Urnerboden gewerbsmässig Kies aus dem Fätschbach. Jährlich sind es zwischen 500 und 5000 Kubikmeter. Konzessionsgeberin ist die Korporation Uri, der das Gewässer gehört. Auf dem Werkareal, das nur wenige hundert Meter von der Kantonsgrenze zu Glarus entfernt liegt, betreibt Unternehmer Otto Walker zudem auch eine eigene Betonanlage. Ende 2018 läuft die von der Korporation Uri auf 15 Jahre befristete Bewilligung für den Kiesabbau ab.

Eigentlich wollte die Korporation Uri die Konzession erneuern. Deshalb musste der Kanton prüfen, ob allenfalls öffentliche Interessen in den Bereichen Hochwasser-, Natur-, Landschafts- und Gewässerschutz oder auch Gewässerraum tangiert würden. Die Abteilung Natur- und Heimatschutz des Amts für Raumentwicklung des Kantons Uri sah dies wegen der Lage im Schutzgebiet als gegeben an. Die Fachstelle des Bundesamts für Umwelt ihrerseits kam zum Schluss, dass eine Kiesgewinnung in der bisherigen Form «aufgrund der überwiegenden Moorlandschaftsinteressen eine nicht schutzzielverträgliche und somit nicht zulässige Nutzung darstellt». Sie sei somit rechtlich nicht zulässig.

Auf Übergangslösung einigen können

Für die Firma Walker’s Söhne GmbH ist aber Ende 2018 trotzdem (noch) nicht Schluss. Sie hat sich mit dem Kanton, der Gemeinde und der Korporation Uri auf eine Übergangslösung geeinigt. «Damit wir einen geordneten Ausstieg aus dem Kiesabbau und der Betonproduktion im Gebiet Argseeli realisieren können, haben wir bis zum Rückbau der Anlagen sieben Jahre Zeit erhalten», erklärt Otto Walker (63). «Mit diesem Kompromiss kann ich in meinem Alter leben, da es mir ermöglicht, vom Urnerboden aus zumindest noch Material für die in naher Zukunft im Klausenpassgebiet anfallenden Bauvorhaben zu liefern.»

Trotz des Verständnisses für den Schutz der Moorlandschaft äussert sich der Unternehmer aber auch kritisch: «Wir können viele Aufträge in unserem Einzugsgebiet dank kurzer Transportwege ausführen. Wenn der Beton aber im Glarnerland oder sogar in Flüelen geholt werden muss, ist dies mit Blick auf den CO2-Ausstoss aus ökologischer Sicht sicher auch nicht mehr sehr sinnvoll.»

Auch Georges Eich, Vorsteher des Amts für Raumentwicklung des Kantons Uri, hat sich für den Kompromiss starkgemacht – allerdings aus andern Gründen. «Gemeinde, Korporation, Fachstellen von Bund und Kanton sowie die betroffene Firma brauchen genügend Zeit, um gemeinsam ein Renaturierungskonzept für das Gebiet Argseeli zu erarbeiten», sagt er. «Es muss aber auch untersucht werden, wo es in Zukunft am sinnvollsten ist, im geschützten Gebiet Kies aus dem Bach zu baggern, um die Hochwassersicherheit weiterhin zu gewährleisten respektive um Übersarungen zu vermeiden.» Die Firma Walker ist heute zudem wesentlich am Winterbetrieb auf dem Urnerboden beteiligt, wobei Synergien mit dem Betrieb für die Kiesgewinnung genutzt werden können, so etwa bei den Fahrzeugen. Hier gilt es gemäss Eich in den kommenden Jahren im Interesse des Tourismus, Lösungen zu suchen. Und schliesslich müsse ein möglicher alternativer Standort für die Neuansiedlung einer in diesem Segment tätigen Firma gefunden werden.

Walker zweifelt an Alternativstandort

Walker selber zweifelt, ob ein Unternehmer den Aufwand für einen Wiederaufbau der Infrastrukturen oder die Anschaffung der benötigten Fahrzeuge auf sich nehme, um beispielsweise auf dem Hergersboden südlich der Kirche Kies abbauen respektive Beton produzieren zu können. «Dies wäre mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden, und dürfte platzmässig und aufgrund des zu erwartenden Widerstands der Älpler nicht ganz einfach werden», so Walker.

Das Gebiet ist geschützt

Das Gebiet vom Kirchenport bis zur Kantonsgrenze beim Argseeli auf dem Urnerboden ist im Inventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung enthalten. Die Moorlandschaftsverordnung des Bundes bildet die rechtliche Grundlage für den Schutz dieses Gebiets. Seit der Annahme der sogenannten Rothenthurm-Initiative im Jahr 1987 sind die Moore und Moorlandschaften auch per Verfassung geschützt. Gemäss eidgenössischer Natur- und Heimatschutzverordnung müssen Verfügungen, die Bauten, Anlagen und Bodenveränderungen in Biotopen von nationaler Bedeutung betreffen, der zuständigen Fachstelle des Bundesamts für Umwelt gemeldet werden. (bar)

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