UNTERSCHÄCHEN: Beizli ist nicht ganz vom Tisch

Die Schützen sind nicht grundsätzlich abgeneigt, ihr Lokal beim Langlaufzentrum zu vermieten. Es dürfte aber nicht zur Festbude werden. Vor allem will man die Nachbarn nicht verärgern.

Markus Zwyssig
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Das Schützenbeizli beim neuen Raiffeisen-Langlaufzentrum in Unterschächen ist geschlossen. Martin Arnold alias DJ Mertel möchte das ändern. (Bild: Urs Hanhart (Unterschächen, 19. Januar 2017))

Das Schützenbeizli beim neuen Raiffeisen-Langlaufzentrum in Unterschächen ist geschlossen. Martin Arnold alias DJ Mertel möchte das ändern. (Bild: Urs Hanhart (Unterschächen, 19. Januar 2017))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Martin Arnold will das Beizli der Schützengesellschaft Unterschächen öffentlich zugänglich machen. An der GV der Schützen hatte er mit der Idee jedoch keinen Erfolg (siehe unsere Zeitung vom Montag). Ganz aufgeben will Arnold, besser bekannt als DJ Mertel, aber noch nicht.

Arnold räumt ein, dass er einen sportlichen Zeitplan hatte. «Es war eine Idee, die mir erst vor kurzem gekommen ist», sagt er. Sein Hauptanliegen war es, das private Beizli der Schützen in der Winterzeit öffentlich zu nutzen. «Beim Vorstand der Schützen stiess ich auf ein positives Echo», so Arnold. Das habe ihn motiviert, an der GV der Schützen sein Projekt vorzustellen. «Es gab aber derart viele negative Voten, dass ich mit meinem Anliegen nicht durchkam.»

«Das wäre positiv fürs Image der Schützen»

Arnold hatte im Schützenbeizli einiges geplant. So sollte das Lokal jeweils mittwochs, donnerstags, freitags sowie am Wochenende geöffnet sein. Am Samstag und Sonntag wäre das Schützenbeizli auch während des Tages offen gewesen. Davon hätten vor allem die Langläufer profitiert. Denn das Schützenbeizli befindet sich in unmittelbarer Nähe des neuen Langlaufzentrums.

«Das Restaurant Alpenrose und das Hotel Brunnital gibt es nicht mehr», sagt Arnold. «Offen haben nur noch das Hotel Alpina und das Restaurant Rose. Da würde das Schützenbeizli eine ideale Ergänzung darstellen.»

Für die Schützen sieht Arnold bei einer öffentlichen Vermietung einen weiteren Vorteil. «Es wäre positiv fürs Image, wenn die Schützen ihr Beizli der Bevölkerung zugänglich machen würden», sagt er. «Die Jungen kämen dadurch in Kontakt mit den Schützen und dem Schiesswesen. Viele könnten sich dann vielleicht einmal vorstellen, beispielsweise einen Jungschützenkurs zu besuchen.»

Umstritten war beim Projekt vor allem eines: An zehn Samstagen wäre das Beizli zum Teil bis weit nach Mitternacht offen gewesen. Die Schützen hatten Angst vor Nachtruhestörungen.

Tourismus und Sportler unterstützen das Projekt

Walter Muheim, verantwortlich für den Wintersport Tourismus Unterschächen-Klausenpass, begrüsst das Projekt von DJ Mertel grundsätzlich. Für ihn ist aber eines klar: «Wir wollen nicht selber wirten.» Mit dem neuen Raiffeisen-Langlaufzentrum hat der Tourismus Unterschächen- Klausenpass einen grossen Aufgabenbereich und will sich diesem voll und ganz widmen.

Bei den Langläufern gibt es einiges an Potenzial für Kunden im Schützenbeizli. Nicht nur am Wochenende sind jeweils viele Langläufer in Unterschächen. Die Loipe ist jeden Abend in der Woche beleuchtet und zieht daher viele Langläufer an. 30 bis 40 Läufer sind durchschnittlich unterwegs. Finden Kurse des Skiklubs Unterschächen oder von anderen Veranstaltern statt, kommen 70 bis 80 Personen dazu.

Muheim findet ein gutes Konzept wichtig, wenn das Schützenbeizli öffentlich zugänglich ist. «Wir sind nicht abgeneigt, wenn es den Langläufern etwas bringt», so Muheim. «Es darf aber nicht sein, dass das Schützenbeizli den anderen Gastbetrieben zu starke Konkurrenz macht.» Entscheidend sei vor allem auch, dass das Langlaufzentrum nicht in ein schlechtes Licht rücke. Die neue Schneekanone verursache im angrenzenden Quartier bereits gewisse Emissionen. «Weil wir guten Kontakt zu den Bewohnern in der Umgebung pflegen, ist unser Projekt positiv aufgenommen worden», sagt Muheim.

Die Schützen sind nicht grundsätzlich abgeneigt, ihr privates Beizli zu vermieten. «Es soll aber im einfacheren Stil bewirtschaftet werden», sagt Franz­xaver Schuler, neuer Präsident der Schützengesellschaft Unterschächen. «Es reicht, wenn das Beizli bis 22 Uhr offen wäre.» Momentan ist das Lokal der Schützengesellschaft Unterschächen jeweils bei Schiessanlässen geöffnet. Auch finden im Beizli Apéros statt. «Wir haben ein gutes Verhältnis mit den Nachbarn, das soll auch so bleiben», sagt ­Schuler.

DJ Mertel will seine Idee überarbeiten. «Wahrscheinlich werde ich im Sommer noch einmal an die Schützen gelangen für die Nutzung im kommenden Winter.» Ganz sicher ist dies aber nicht. Arnold hat auch noch andere Pläne. Er träumt von einem Hotel in höheren Lagen. Denkbar ist für ihn aber auch, einen älteren Stall zu kaufen und diesen zu bewirtschaften. «Ich habe zwei Jahre in Österreich gearbeitet», sagt Arnold. «Dort wird eine solche Gastronomie an manchen Orten erfolgreich angeboten.»