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UNTERSCHÄCHEN: Das OK chrampft für «Rüchä Rock»

Für das Open Air opfern die OK-Mitglieder und viele weitere freiwillige Helfer ganze Ferientage. Sie machen alles, damit Publikum und Musiker am Rüchä Rock Festival ein paar unvergessliche Stunden erleben.
Markus Zwyssig
Das Festgelände für das Rüchä Rock Open Air eingangs des Brunnitals nimmt Gestalt an. Das OK sowie viele freiwillige Helfer bauen die Zelte und die Bühnen auf, damit am Wochenende gerockt werden kann. (Bild: Florian Arnold (Unterschächen, 19. Juli 2017))

Das Festgelände für das Rüchä Rock Open Air eingangs des Brunnitals nimmt Gestalt an. Das OK sowie viele freiwillige Helfer bauen die Zelte und die Bühnen auf, damit am Wochenende gerockt werden kann. (Bild: Florian Arnold (Unterschächen, 19. Juli 2017))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Koni Scheuber ist diese Woche telefonisch gar nicht so einfach zu erreichen. Grund ist nicht, dass er in einem fernen Land in den Ferien weilt. Auch im Kanton Uri gibt es Orte, an denen der Natelempfang alles andere als optimal ist. Schlecht erschlossen ist beispielsweise auch das Brunnital hinter Unterschächen. Scheuber ist als OK-Präsident des Rüchä Rock Festivals, das am kommenden Wochenende stattfindet, bereits jetzt vor Ort.

Statt am Meer verbringt Scheuber zusammen mit den anderen OK-Mitgliedern eine «Ferienwoche» in der Gruppenunterkunft Maria in der Au eingangs Brunnital. Auf der faulen Haut herumzuliegen ist offensichtlich nicht die Art der OK-Mitglieder. Marco Gnos (Marketing), Rico Zwyer (Bauten/Sicherheit), Melanie Imhof (Finanzen) und Claudio Prandi (Personal/Festwirtschaft) haben nämlich alle Hände voll zu tun.

Für den Strom braucht es zwei schwere, dicke Kabel

«Es braucht eben Leidenschaft, ein Open Air zu organisieren», sagt Scheuber. «Wichtig ist, dass das Team stimmt und dass man sich gut versteht.» Trotz der Arbeit sei es für das OK fast wie Ferien. Man könne mitverfolgen, wie das Festgelände langsam Gestalt annehme. Nach getaner Arbeit sitzt man bei einem Bier zusammen und hat es gemütlich. All das mache so viel Spass, dass man bis zuletzt an Details fürs Festival feile und immer wieder neue Ideen ausprobiere.

85 Helfer stehen am Freitag und Samstag für das Festival im Einsatz. Bereits unter der Woche sind es täglich zwischen 10 und 20 Personen. Jede Hand zählt. Denn es gibt einige logistische Herausforderungen zu meistern. So muss der Strom über eine Strecke von rund 100 Metern hergeleitet werden. Dazu braucht es zwei dicke Kabel, die je zwischen 200 und 300 Kilogramm schwer sind. Mit vereinter Muskelkraft werden die Kabel die Strecke entlang gezogen; Meter für Meter.

OK-Mitglied Rico Zwyer hat sieben Elektriker zur Seite, die ihm helfen, dass es überall Strom hat, wo dieser gebraucht wird. Sie sorgen gemeinsam dafür, dass am kommenden Wochenende Musik aus den Boxen dröhnt und Scheinwerfer leuchten, aber auch dass Bier und Mineralwasser schön kühl bleiben.

Das Festival ist zwar in einer felsigen Landschaft idyllisch gelegen. Zum Vorbereiten bringt aber der steinige, unebene Boden einen Mehraufwand mit sich. «Wir müssen überall zuerst einen Boden verlegen, bevor wir ein Zelt darauf stellen können», sagt Scheuber. Installiert werden müssen auch die sanitären Anlagen. Auf die Bewältigung des anfallenden Abfalls ist das OK dank einem Konzept vorbereitet. Zum Einsatz kommt auch eine grosse Abfallpresse. Beim heissen Sommerwetter werden diese Woche einige Schweisstropfen fliessen. «Wenn dann am Donnerstag die Getränke gebracht werden, weiss ich: Jetzt geht es bald los», sagt Scheuber.

Beim Gelände gibt es wenig Platz für grosse Lastwagen

Gut organisieren muss das OK auch, wer zum Festivalgelände fahren darf. «Zwei Lastwagen haben nicht auf einmal Platz», erklärt Scheuber. Trotzdem sei man froh um die Transporte, denn es sei natürlich von Vorteil, wenn man alles möglichst nahe geliefert bekomme. Das spart einiges an Muskelkraft. Denn davon braucht es noch für andere Tätigkeiten einiges. Grösser als in früheren Jahren wird auch die Bühne. Grund dafür ist die Folk-Metal-Band Eluveitie, die am Freitag als Headliner auftritt. Für die neun Musiker und ihr üppiges Instrumentarium braucht es mehr Platz auf der Bühne als sonst bei anderen Bands üblich.

Der Aufbau des Festivalgeländes wurde um 180 Grad gedreht. Das heisst, erstmals werden die Musiker auf der Seite der Strasse spielen. Das erleichtert vor allem auch den Zugang der Bands zum Festivalgelände respektive zum Backstage-Bereich am Rüchä Rock Festival. Bereit steht auch ein Sofa für den Backstage-Bereich. «Wir wollen, dass sich die Musiker im Schächental wohlfühlen und sich etwas zurückziehen können», sagt Koni Scheuber.

Doch nicht alle Bands werden den Backstage-Bereich auch geniessen können – oder wenigstens nicht für eine lange Zeit. So kommt etwa die Surseer Nu-Metal-Band Sickret, die am Freitag auftritt, direkt von einem Konzert in Tschechien. «Viele Musiker reisen nach ihrem Auftritt gleich wieder ab», weiss Koni Scheuber.

Musiker haben zwei Auftritte an einem Abend

Die deutsche Band Tune Circus, die ihren Stil mit Alternative-Rock beschreibt, kommt aus dem nördlichen Nachbarland. Sie spielt am Samstag gleich zwei Konzerte. Nach dem Auftritt am frühen Abend am Rüchä Rock in Unterschächen treten die Musiker am späten Abend noch am Zelt-Musik-Festival in Freiburg auf.

Von all der Hektik einzelner Bands wird das Publikum am Festival aber kaum etwas mitbekommen. Die Besucher wollen Musik hören und eine gute Zeit haben. Koni Scheuber und sein Team setzen alles daran, dass dies möglich ist.

Hinweis

Das Open Air findet am Freitag, 21., und am Samstag, 22. Juli, in Unterschächen statt. Beim Rüchä Rock sind insgesamt zwölf Bands zu hören. Mit dabei sind am Freitag Flying Backwheels, Blow Job, Shadow’s Far, Comaniac, Sickret und Eluveitie. Am Samstag rocken Dryhouse, The Marilyns, Tune Circus, Smools, Deathrope und die Single Malt Band.

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