UNTERSCHÄCHEN: Die Schützen wollen ihr Beizli nicht vermieten

Auf einer topmodernen Anlage können die Schützen ihrem Hobby frönen. Ein Projekt zur Bewirtung der Langläufer scheint einer Mehrheit hingegen noch zu wenig ausgereift.

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Der neue Präsident Franzxaver Schuler (rechts) mit Ehrenmitglied Heidi Welti und Toni Kempf. (Bild: Paul Gwerder (Unterschächen, 14. 1. 2017))

Der neue Präsident Franzxaver Schuler (rechts) mit Ehrenmitglied Heidi Welti und Toni Kempf. (Bild: Paul Gwerder (Unterschächen, 14. 1. 2017))

Am meisten zu reden gab an der 111. Generalversammlung der Schützengesellschaft Unterschächen die Vermietung des privaten Schützenbeizlis. «Heute ist neben dem Schützenrestaurant unser Langlaufzentrum, da sollte etwas zu machen sein», sagte Interessent Martin Arnold. Er wollte in einer ersten Phase von Mitte Januar bis 19. März die bestehende Schützenstube öffnen.

«Für mich ist dies ein Bedürfnis, damit die Langläufer dort einkehren, etwas trinken und ­einen kleinen Imbiss zu sich nehmen können», so Arnold. «Zudem soll es ein gemütliches Beizli für Jung und Alt sein, wo sich jedermann willkommen fühlt.»

Angst vor Nachtruhestörung ist bei den Schützen zu gross

An einzelnen Abenden war geplant, dass auch Livemusik zu hören und das kleine Restaurant teilweise bis morgens um 4 Uhr geöffnet hätte. Die Mitglieder der Schützengesellschaft sahen dem Vorhaben kritisch entgegen. Sie befürchten vermehrt Nachtruhestörungen und damit verbunden Ärger mit den Nachbarn. Für viele ist das Projekt noch zu wenig ausgereift. Sie rieten Arnold, es nach vermehrten Abklärungen im nächsten Winter nochmals zu versuchen. Einzelne Redner wollten Arnold eine Chance geben, aber diese konnten die vielen Bedenken nicht zerstreuen. Nach einer fast einstündigen Diskussion wurde das Anliegen des jungen Schächentalers grossmehrheitlich abgelehnt.

Der Kugelfang und die Trefferanzeige sind montiert

Mario Gisler orientierte, dass der neue Kugelfang Ende Frühling montiert und bereits in Betrieb genommen wurde. Die Trefferanzeige konnte im Herbst dank der Unterstützung zahlreicher Helfer planmässig eingebaut werden. Die Anlage wurde von Schiessoffizier Hans Wyrsch (Oberst i Gst) abgenommen.

Präsident Toni Kempf sagte an der Generalversammlung am Samstagabend den 31 stimmberechtigten Mitgliedern, dass nach der Sanierung der 300-Meter Anlage das «Grümpelschiessen» der eigentliche Höhepunkt aus Unterschächner Sicht war. 355 Teilnehmer, darunter 114 Frauen, 163 Männer und 78 Jugendliche, machten diesen Anlass zum unvergesslichen Erlebnis. Ein Wermutstropfen war die Niederlage gegen die Nachbarn der SG Spiringen nach neun Siegen in Folge.

Dafür konnte Kempf von vielen Erfolgen der Unterschächner Schützen an Wettkämpfen berichten. Das gut eingespielte Vorstandsteam ­hatte versucht, den Schützen eine perfekte Plattform zu bieten, damit sie den Schiesssport, verbunden mit Kameradschaft und Geselligkeit, kombinieren konnten. Gemäss dem Jungschützenleiter Bruno Bissig starteten die Jungschützen mit zwei Theorieabenden, an dem 13 neue Jungschützen teilnahmen. Am Feldschiessen im heimischen Schiessstand schoss Jan Herger mit 63 Punkten das beste Resultat vor Sämi Bissig (61).

Am Wettschiessen in Seelisberg erreichte David Kempf mit 87 Treffern den guten 7. Rang. An der Jahresmeisterschaft belegten David Kempf und Ruedi Bissig mit je 342 Punkten den ersten Platz beim Nachwuchs.

70-jähriger Franzxaver Schuler wird neuer Präsident

Präsident Toni Kempf gab nach sechs Jahren seinen Rücktritt bekannt. Kempf schlug als Nachfolger Franzxaver Schuler vor. Damit war Schuler überhaupt nicht einverstanden: «Ich bin 70 Jahre alt. Für dieses Amt braucht es ­einen Jüngeren», sagte er und schlug seinerseits Heinz Bissig vor. Bissig gab den «Schwarzen Peter» zurück und meinte: «Für mich ist Franzxaver Schuler der Richtige.» Er appellierte an die Versammlung, Schuler zu wählen. In der Abstimmung fielen 18 Stimmen auf Schuler und nur 7 auf Bissig. Ebenfalls galt es, eine Nachfolgerin für Heidi Welti, die nach acht Jahren Aktuarin ihre Demission eingereicht hatte, zu finden. Für sie wurde Susi Schuler mit grossem Applaus gewählt. Die anderen Chargenträger wurden bestätigt: Mario Gisler (Anlagewart), Marco Herger (Schützenmeister), Thomas Imholz (Jungschützenhilfsleiter), Vali ­Arnold (Bogenvater) und Josef Arnold (1. Rechnungsrevisor).

Für ihre langjährige Vorstandstätigkeit wurde Heidi Welti mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt. Gemeinderat Martin Huser gratulierte den gewählten und den geehrten Mitgliedern. «Ein Dorf lebt nicht nur vom Dorfladen, sondern ebenso wichtig sind die vielen Vereine», sagte er. Pfarrer Stefan Schmitt freute sich, dass wiederum ein grosser Teil der Anwesenden am Schützengedächtnis teilgenommen hatte.

 

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch