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UNTERSCHÄCHEN: Eiserner Wille wird belohnt

Der 66-jährige Alois Arnold ist «Querschnittgelähmter des Jahres». Der ehemalige Gemeindeschreiber widmet die Auszeichnung seinen Helfern.
Florian Arnold
Alois Arnold konnte 2012 sein 40-Jahr-Jubiläum auf der Gemeindekanzlei Unterschächen feiern. (Bild Urs Hanhart)

Alois Arnold konnte 2012 sein 40-Jahr-Jubiläum auf der Gemeindekanzlei Unterschächen feiern. (Bild Urs Hanhart)

Florian Arnold

Als Alois Arnold die Bühne des Paraplegikerzentrums Nottwil betritt, hat er Tränen in den Augen. Er ist überwältigt von der grossen Anerkennung, die ihm entgegen gebracht wird, aber wohl auch von den Erinnerungen, die hochkommen. «Hier wurde der Grundstein gelegt, damit ich wieder durchstarten konnte», sagt Arnold, der sein halbes Leben schon vom Hals abwärts teilweise gelähmt ist. Doch der Schächentaler liess sich nicht unterkriegen. Mit eisernem Willen blieb er auf seinem «Traumjob», wie er sagt: Als Gemeindeschreiber von Unterschächen bis zur Pensionierung vergangenes Jahr.

Für seine Willenskraft wurde Arnold am Sonntag ausgezeichnet. Die Paraplegiker­stiftung hat ihn zum «Querschnittgelähmten des Jahres» gewählt. Arnold teilt sich den Titel mit dem Walliser Jean-Louis Page. Die beiden konnten die Auszeichnung von Guido A. Zäch, dem Gründer der Stiftung, sowie von Stiftungspräsident Daniel Joggi in Nottwil entgegennehmen. Die Geehrten hätten Aussergewöhnliches geleistet. Damit seien sie Vorbilder für andere Betroffene.

Mitgetragen vom Umfeld

«Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel», sagt Arnold. Es sei eine Anerkennung dafür, dass er trotz körperlicher Beeinträchtigungen am Ball geblieben sei. «Doch das war nur möglich, weil die ganze Familie, mein Freundeskreis, mein Arbeitgeber, mein Physiotherapeut und die Spitex Uri mitgeholfen haben.» All seinen Helfern, die ihn während mehrerer schwieriger Lebensphasen unterstützt hätten, widmet Arnold nun seine Auszeichnung.

Arnold ist ein begeisterter Sportler, als sein Rückenmark mit 33 Jahren wegen eines engen Wirbelkanals und eines Bandscheibenvorfalls geschädigt wird. Fast zehn Operationen sind nötig. Doch Arnold wird später für immer auf den Rollstuhl angewiesen sein. Seine Hände können nicht mehr alles, was vorher selbstverständlich war. Es ist Chefarzt Guido A. Zäch, der Arnold Mut macht. «Er hat mir gesagt, dass es nichts bringt, dem nachzutrauern, was man nicht mehr machen kann», erinnert sich Arnold. Es sei besser, sich darauf zu konzentrieren, was noch möglich sei. «Nach diesem Motto habe ich gelebt.» Es habe ihm die Motivation gegeben, sich erst recht anzustrengen und sich zu beweisen.

Jederzeit willkommen

Während der Rehabilitation im Paraplegikerzentrum plant Arnold seine Zukunft. Ein Diktierprogramm wird ihm dabei helfen, dass er am Computer ohne den Einsatz seiner Finger arbeiten kann. Seine Wohnung in Unterschächen wird umgebaut, die Gemeindekanzlei rollstuhlgängig eingerichtet und mit einem Spezialparkplatz ausgestattet. Doch die Schwierigkeiten zeigen sich erst im Alltag, ausserhalb des Zentrums. In diesem Moment habe er auf sein Umfeld zählen können, das neben Arnold ebenfalls eine grosse Veränderung durchzumachen hatte. «Ich hatte nie das Gefühl, dass ich nicht mehr willkommen wäre», erinnert sich Arnold. «Das war fantastisch.»

Bereits zum 23. Mal hat die Stiftung nun zwei Querschnittgelähmte ausgezeichnet. Was früher über ein Publikumsvoting lief, hat eine fünfköpfige Jury übernommen. Mit der Wahl habe er niemals gerechnet, sagt Arnold, was seine Freude noch verstärkt habe. Bescheiden wie man ihn kennt, möchte er sich aber mit der Auszeichnung nicht brüsten. «Ganz viele andere hätten sie ebenfalls verdient», betont er.

Hinweis

Alle Infos zur Schweizer Paraplegikerstiftung unter www.paraplegie.ch

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