UNTERSCHÄCHEN: Nicht nur der Titel passt perfekt

Der Theaterverein feierte gestern Ostermontag mit einem interessanten Volksstück Premiere. Die Darsteller wussten dabei mit ihrer grossen Spielfreude zu überzeugen.

Robi Kuster
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Das etwas ungeschickte Hausmädchen Ursula (Florine Schuler) und Kellner Anton (Heinz Herger) im Gespräch mit der Journalistin Rita Hürlimann (Susi Schuler). (Bild: Robi Kuster (Unterschächen, 30. März 2018))

Das etwas ungeschickte Hausmädchen Ursula (Florine Schuler) und Kellner Anton (Heinz Herger) im Gespräch mit der Journalistin Rita Hürlimann (Susi Schuler). (Bild: Robi Kuster (Unterschächen, 30. März 2018))

Robi Kuster

redaktion@urnerzeitung.ch

Wer anders als der Theaterverein Unterschächen könnte ein Stück mit dem Titel «Alpärosä und Edelwyss» passender aufführen? Im Schächental ist die (fast) gleichnamige «Chyybäderli»-Kabarettnummer angesiedelt, und dorthin passt auch das Theaterstück in vier Akten von Norbert Schelbert. Dieser hat es für das Theater Muotathal geschrieben, dort wurde es 2006 auch mit grossem Erfolg aufgeführt. Christian Herger und Ruth Arnold haben das Volksstück in den Urner Dialekt umgeschrieben.

In «Alpärosa und Edelwyss» sind etliche träfe Sprüche enthalten, die ihre Wirkung bei den Theaterbesuchern nicht verfehlen. Daneben wechseln sich Dramatik, Humor und Besinnliches ab. Der Besucher verspürt keine Langeweile, und die Spannung bleibt bestehen, bis die wahren Beweggründe für das Verhalten des Bergführers Martin Indergand (Marcel Herger) geklärt sind. Seine Situation ist nicht einfach, da er den Vater in der gefährlichen Felswand verloren hat und ihm seine Mutter Elisabeth Indergand (Ruth Arnold) das extreme Bergsteigen abraten möchte. Martin ist aber nicht nur ein ausgezeichneter Berggänger, sondern auch ein Helfer in der Not. So war er an einer Bergrettung beteiligt, die den Feriengast Reiner Liebherr (Vic Bissig) betraf, der ein Auge hat auf Maya Schönfelder (Ines Herger) vom Hotel Flora Alpina. Nichtsahnend hat aber auch Martin Indergand Interesse an ihr, obwohl er im Grunde genommen seine Jugendfreundin Rösli Matter (Priska Gisler), die Schwester seines Bergkameraden Beat Matter (Fabian Schuler) liebt. Da sind Konflikte notgedrungen vorprogrammiert.

Gute Durchmischung von Jung und Alt

Martin Indergand, Beat und Rösli Matter sowie Maya Schönfelder bilden den Kern der Geschichte. Zu gefallen wissen aber auch Martins Grossvater Xaver Indergand (Josef Schuler), dessen Bruder Heiri Indergand (Hansruedi Herger) sowie auf der Schönfelder Seite Tochter Antonia (Livia Bissig), aber auch Kellner Anton (Heinz Herger) und Ursula, das Hausmädchen (Florine Schuler) vom Hotel Flora Alpina. Ebenso nebensächlich, aber hervorragend gespielt, sind die Rollen der Journalistin Rita Hürlimann (Susi Schuler) und des Feriengasts aus dem Welschland, Pierre Lütolf (Adrian Imholz). Sie alle tragen zum sehr guten Gelingen des Volksstückes bei. Priska Gisler und Fabian Schuler feiern im diesjährigen Theater Premiere. Die junge Livia Bissig ist zum zweiten Mal, Heinz Herger nach einem Unterbruch wieder dabei. Auffallend am Unterschächner Theaterensemble ist die sehr gute Mischung von Jung und Alt. Da wirkt Adrian Imholz fast wie der Vater der jungen Garde. Florine und Fabian Schuler haben offensichtlich das Talent ihrer Mutter Susi geerbt und spielen überzeugend. Es wäre aber müssig, einzelne Rollen speziell hervorzuheben. Das Team überzeugt nämlich in seiner Gesamtheit. Das zeigte sich schon am Karfreitagabend, als die eingeladenen Gäste von der Stiftung Behindertenbetriebe Uri und vom «Gosmergartä» an der Hauptprobe hell begeistert waren.

Alle Mitwirkenden tragen zum guten Gelingen bei

Auch Regisseur Christian Herger war über die Leistung seiner Akteure sehr erfreut. Es sei nicht ganz einfach gewesen, das Stück glaubhaft auf die Bühne zu bringen, so Herger. Zum guten Gelingen tragen auch die Souffleusen Annemarie Imholz und Edith Arnold bei. Bühne, Ton und Beleuchtung tragen die Handschrift von Beni und Dominik Arnold sowie von Adrian Imholz. Die Kostüme besorgte Bernadette Lee, und für Frisuren und Maske sind Carmen und Josef Denier verantwortlich. Und schliesslich ist es der Theaterverein selber unter dem Präsidium von Christian Bissig, der die Fäden in den Händen hält. «Alpärosä und Edelwyss» bietet gute Unterhaltung, ist humorvoll und regt auch zum Nachdenken an.

Hinweis

Weitere Aufführungen finden am 6., 7., 11., 13., 14., 15. (Nachmittag und Abend), 18., 20. und 21. April statt. Kassaöffnung ist eine Stunde vor Spielbeginn. Anmelden kann man sich ebenfalls unter www.theater-unterschächen.ch oder über Telefon 041 879 17 33, und zwar jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag, 17.30 bis 19 Uhr. Abmeldungen sind nur telefonisch möglich. Nach den Aufführungen trifft man sich im Hotel Alpina oder im Restaurant Rose.