UNTERSCHÄCHEN: «Seppersleut» gehen zu viel Risiko ein

Das Hornschlittenrennen bot sehr viel spannenden Sport, aber auch Spass. Die Zielkurve wurde nicht nur den Favoriten aus Uri zum Verhängnis.

Paul Gwerder
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Die favorisierten «Seppersleut» mussten mit diesem Sturz ihre Siegesambitionen im Schnee begraben. (Bilder Paul Gwerder)

Die favorisierten «Seppersleut» mussten mit diesem Sturz ihre Siegesambitionen im Schnee begraben. (Bilder Paul Gwerder)

Paul Gwerder

«Dank eines Grosseinsatzes von Helfern, welche die Rennstrecke präparierten, aber auch aufgrund des günstigen Wetters der letzten Tage konnten wir das 15. ‹Hooräschlittärännä› doch noch durchführen», freute sich Thomy Gisler von den «Seppersleut» gestern vor dem Start zum Hornschlittenrennen im Brunnital. Die «Seppersleut» (Richi Arnold, Sepp Herger und Thomy Gisler) sind auch die eigentlichen Drahtzieher und Verantwortlichen des traditionellen Rennens im Schächental.

Auch Pläuschler unterwegs

Am Samstag herrschten dann auch beim Start um Punkt 11 Uhr Topbedingungen mit einer perfekten Piste und schönem Wetter. Die föhnartigen Böen störten die Zuschauer wohl mehr als die Rennfahrer selber. Am Start waren insgesamt 43 «Hooräschlittä» in den Kategorien Zweier-Büürä-Schlittä, Viererschlitten und Dreierrennschlitten. Schon von weitem waren einige «Hooräschlittä» zu hören, denn die Fahrer rasten mit lautem Gejohle dem Ziel entgegen.

Neben den fünf «Profiteams» auf den schnellen Dreierrennschlitten waren im Brunnital auch viele Pläuschler dabei, so etwa «Die Alten Eisflitzer», «Hoorärodler», «Die Flauschigen», «Holzwirm» oder «Geissbalmflitzer». Und alle waren wohl auch ein klein wenig verrückt – zumindest scheuten die Teams das Risiko nicht, allen voran die ambitionierten Fahrer. Mit horrendem Tempo steuerten sie auf die entscheidende Kurve vor dem Ziel zu, und nur wenige kamen dort ungeschoren und ohne Rempler durch.

«Wir haben zu wenig abgebremst»

«Bei uns zählen in erster Linie der Plausch und das Dabeisein, weniger die Zeit», sagte die 29-jährige Steuerfrau des reinen Unterschächner Frauenteams «Viktor und sini Minions». «Das Rennen ist uns auch nicht schlecht gelungen – bis zur entscheidenden Stelle, wo wir im zweiten Lauf zu wenig abgebremst haben und dann voll in die Planken geknallt sind.» Aber wichtig sei, dass alle unverletzt geblieben seien. Häufig geht bei einem Sturz das Gefährt kaputt oder ein Passagier verloren. In die Wertung kommt aber das Team nur, wenn es komplett durch das Ziel fährt.

Vorjahressieger stürzen

Die Fahrer in ihren hautengen Overalls, ausgerüstet mit Rennschlitten und Vollvisierhelmen, erinnerten eher an Profisportler als an «Hooräschlittä»-Fahrer. «Für mich war die relativ einfach zu fahrende Strecke in einem guten Zustand», meinte Thomy Gisler von den «Seppersleut» nach dem Rennen. Nach dem ersten Lauf lagen die Vorjahressieger und erklärten Favoriten nur 4 Hundertstelsekunden hinter dem führenden SC Hulftegg zurück. «Bis zur letzten grossen Kurve im zweiten Lauf waren wir auch ganz gut im Rennen, bis wir an der einzigen schwierigen Stelle einen Sturz in Kauf nehmen mussten.»

Letzter Einsatz in dieser Saison

Die «Seppersleut» nehmen mit ihrem Rennschlitten, der aus Stahl und Karbon gebaut ist, schon über ein Dutzend Jahre an Europacuprennen teil. Das Heimrennen vom vergangenen Samstag im Brunnital war zugleich auch der letzte wettkampfmässige Einsatz in der langen Europacupsaison, in der sie bis am Samstag auf dem 8. Platz klassiert waren.

Aus der Rangliste

Dreierrennschlitten: 1. SC Hulftegg, 1:32,40; 2. Pista Boys, Dardin, 1:37,13; 3. Team Herisau, 1:38,21; 4. Alpenkälber Grabs, 2:06,33; 5. Seppersleut, Bürglen, 2:18,50. – Viererschlitten: 1. Alte Eisflitzer, Lichtensteig, 1:32,91. Ferner: 7. Hoorärodler, Altdorf, 1:51,71; 8. Seppersleut 3, Bürglen, 1:52,95; 9. Hoorä ab, Unterschächen, 1:53,22; 10. Viktor und sini Minions, Unterschächen, 2:26,21; 11. Vierfruchtkompanie, Bürglen, 2:26,74.