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UNTERSCHÄCHEN: Stiftung rettet Urner Bauernhaus vor Abriss

Der Schweizer Heimatschutz hat eines der ältesten Bauernhäuser im Kanton Uri vor dem Abriss gerettet. Die Stüssihofstatt kann ab Juli von Touristen und Ausflüglern gemietet werden.
Die Stüssihofstatt in Unterschächen. Blick in den Wohnraum mit der Küche (hinten rechts). (Bild: PD)

Die Stüssihofstatt in Unterschächen. Blick in den Wohnraum mit der Küche (hinten rechts). (Bild: PD)

Über 700-jährige Holzhäuser werden in der Zentralschweiz auch heute noch aus finanziellen Überlegungen verantwortungslos abgerissen, teilt der Schweizer Heimatschutz mit. Dass es auch anders geht, zeigt die 2005 vom Heimatschutz gegründete Stiftung «Ferien im Baudenkmal».

Die Stiftung erwarb 2012 in Unterschächen das zweistöckige Bauernhaus Stüssihofstatt. Der Vorbesitzer hatte das baufällige Gebäude aus dem Mittelalter abreissen und durch einen Neubau ersetzen wollen.

Die Stiftung investierte gegen 750'000 Franken in den Kauf und die Renovation des Gebäudes. Die Arbeiten starteten 2013.

Die Renovation der Stüssihofstatt in Unterschächen fand in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Kantons Uri statt. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)Die Renovation der Stüssihofstatt in Unterschächen fand in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Kantons Uri statt. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)
Bild: KeystoneBild: Keystone
Ab Juli kann das Wohngefühl in diesem mittelalterlichen Holzhaus als Feriengast direkt erlebt werden. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)Ab Juli kann das Wohngefühl in diesem mittelalterlichen Holzhaus als Feriengast direkt erlebt werden. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)
Die gegen Westen gerichtet Laube in der Stüssihofstatt. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)Die gegen Westen gerichtet Laube in der Stüssihofstatt. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)
Blick ins sogenannte Stipli. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)Blick ins sogenannte Stipli. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)
Bild: KeystoneBild: Keystone
Trotz der Intervention des Schweizer Heimatschutzes wurden in Schwyz mehrere Häuser mit einer über 700jährigen Geschichte im Dezember 2013 dem Erdboden gleichgemacht. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)Trotz der Intervention des Schweizer Heimatschutzes wurden in Schwyz mehrere Häuser mit einer über 700jährigen Geschichte im Dezember 2013 dem Erdboden gleichgemacht. (Bild: Schweizer Heimatschutz / Ferien im Baudenkmal)
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Die Stüssihofstatt in Unterschächen

Ursprünglicher Charakter bleibt

Der Umbau wurde von der Denkmalpflege des Kantons Uri begleitet. Die Verantwortlichen wollten vorhandene Spuren der Nutzung nicht beseitigen. So blieben etwa die ausgetretene Treppe und der verruste Korridor bestehen.

Auf zeitgemässen Stand gebracht wurden hingegen die Elektro- und Sanitäranlagen sowie Bad und Küche. Unter anderem wurde auch das Dach verstärkt und die Fassade erneuert. Künftig wärmt ein Ofen aus der Talschaft aus dem 18. Jahrhundert das Gebäude.

Ab 1250 Franken

Ab dem 5. Juli vermietet die Stiftung das Haus für Feriengäste. Es bietet Platz für acht Personen. Das Haus wird jeweils wochenweise vermietet. Die Preise betragen 1250 Franken in der Neben-, bzw. 1520 Franken in der Hauptsaison. «Die Feriengäste sollen die Atmosphäre einer Urner Hofstatt erleben können, aber auch die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner spüren, ohne auf zeitgemässen Komfort verzichten zu müssen», schreibt die Stiftung in einer Mitteilung.

Das Wohnhaus ist im Schutzinventar des Kantons Uri aufgeführt. Es ist eines der ältesten Urner Bauernhäuser. Das spätmittelalterliche Bauwerk gilt als eines der letzten Bauernhäuser im Schächental, das noch weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Es stammt aus dem Jahr 1450.

Die Innenausstattung stammt grösstenteils aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Um 1900 wurde raumhoher Täfer, ein Parkettboden, ein Buffet und eine Kassettendecke eingebaut. Unter der Decke befindet sich die gotische Originaldecke.

19 Baudenkmäler als Ferienhäuser

Die Stiftung «Ferien im Baudenkmal» wurde 2005 vom Schweizer Heimatschutz gegründet. Sie übernimmt leerstehende Baudenkmäler, renoviert sie und vermietet sie als Ferienwohnungen.

Insgesamt hat die Stiftung 19 Baudenkmäler mit fast 100 Betten im Angebot. Darunter sind Fischerhäuser, Bauernhäuser, Heuställe sowie Statthalter-, Käsehandels- und Bürgerhäuser. Die Stüssihofstatt ist das erste Objekt in der Zentralschweiz.

Der Heimatschutz äussert sich besorgt über die Zukunft der historischen Holzhäuser. Der Druck auf die Häuser wachse in der Zentralschweiz stark, denn auf dem Immobilienmarkt herrsche vielerorts Goldgräberstimmung. Mancherorts heisse es, die Holzhäuser seien nicht mehr renovationsfähig und müssten abgerissen werden.

Gleichzeitig würden mehr Bauvorhaben auch mehr Arbeit für die Denkmalpflegen bedeuten. Diese seien jedoch durch Sparmassnahmen an der kurzen Leine gehalten, schreibt der Heimatschutz weiter.

So seien beispielsweise in Schwyz im Dorfbachquartier im Dezember 2013 trotz Intervention des Heimatschutzes mehrere rund 700 Jahre alte Häuser abgerissen worden.

rem/sda

Hinweis: Details zur Vermietung, Restaurierung und Baugeschichte auf www.magnificasa.ch

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