UNTERSCHÄCHEN: Tradition lebt nach vielen Jahren wieder auf

Stimmig, lustig, «zwägg»: Auf der Alp Äsch wird Kilbi mit Volksmusik, Jodel und Betruf gefeiert.

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Auf der Alp Äsch wird am kommenden Samstag wieder echte Kilbistimmung aufkommen. (Bild: Bruno Arnold (Unterschächen, 8. Juli 2014))

Auf der Alp Äsch wird am kommenden Samstag wieder echte Kilbistimmung aufkommen. (Bild: Bruno Arnold (Unterschächen, 8. Juli 2014))

Im Buch «Unterschächen» schreibt Carl Franz Müller 1958 unter der Rubrik «Wirte und Wirtschaften» über das Gasthöfli in Äsch unter anderem Folgendes: «Als Pächter kennen wir 1877 den Tierarzt Anton Bissig und Josef Egger von Altdorf, welche den Betrieb u. a. durch die Einführung eines Älplerfestes zu beleben versuchten.» Und weiter heisst es: «1887 treffen wir Josef Maria Planzer von Bürglen als Wirt und Besitzer des Gasthöfli zum Stäubi, von dem es über einen kleinen Umweg an die heutigen Besitzer kam, die es als Ferienkolonien vermieteten. So dass die romantische Alp Äsch wirtschaftslos wurde. Deswegen ist jedoch dort noch nie ein Einheimischer oder fremder Gast an Hunger und Durst gestorben und wird wohl auch in Zukunft keiner verhungern oder verdursten.»

Am kommenden Samstag, 12. August, findet nach langer Zeit wieder eine Äsch-Kilbi statt, mit Vergnügen für Kinder und mit volkstümlicher Unterhaltung. Gastfreundschaft und Tradition, wie sie anno 1871 zur Eröffnung des Gasthauses in Äsch und Jahre später gepflegt wurden, erleben somit den zweiten Sommer. Das Gasthöfli-Team freut sich, nach jahrzehntelanger Vergessenheit an diesem schönen Ort wieder eine kleine Kilbi durchzuführen. Familien, Kirchgängerinnen und Kirchgänger, Tanzfreudige, Einheimische und Zugewandte sind am Fusse des «Stäibä» herzlich willkommen.

Auch «Sackgumpä» oder «Burdäliträgä»

Das Kilbiprogramm beginnt am Samstagnachmittag, 12. August, um 14 Uhr. Kinder können sich beim Büchsenwerfen, «Sackgumpä» oder «Burdäliträgä» verweilen. Um 18 Uhr wird in der Kapelle der Gottesdienst mit Pfarrer Stefan Schmitt gefeiert, umrahmt mit Jodelliedern, gesungen von Romy Föhn und Walty Küng, und dem «Bätrüäf», vorgetragen von Rosi Arnold. Ab 19.30 Uhr spielt dann die Seedorfer Ländlerkapelle Gitschägrüäss mit Hardy Bissig, Samuel Schuler und Dani Betschart zum Tanz auf. (ehg)