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UNTERSCHÄCHEN: Viel Rock und ein bekannter Name

Das zweitägige Open Air Rüchä Rock war ein Publikumserfolg. Rund 1200 Besucher hörten sich am Freitag und Samstag die zwölf Bands an. Für einen Höhepunkt sorgte die international bekannte Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie.
Markus Zwyssig
Von oben rechts im Uhrzeigersinn: Die Urner Band Dryhouse, die international bekannten Musiker von Eluveitie, der Gitarrist der Smools, Fans ins Ekstase und beim Plastikgitarrespielen und die Lokalmatadoren der Schächentaler Band The Marilyns. (Bild: Florian Arnold (Unterschächen, 21. und 22. Juli 2017))

Von oben rechts im Uhrzeigersinn: Die Urner Band Dryhouse, die international bekannten Musiker von Eluveitie, der Gitarrist der Smools, Fans ins Ekstase und beim Plastikgitarrespielen und die Lokalmatadoren der Schächentaler Band The Marilyns. (Bild: Florian Arnold (Unterschächen, 21. und 22. Juli 2017))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Vom fünfjährigen Enkelkind bis zum bärtigen Grossvater: Das Open Air Rüchä Rock ist ein Anlass für alle und ein Treffen der Generationen – zumindest des Schächentals. «Die älteste Festivalbesucherin, die ich getroffen habe, war 86-jährig», sagt OK-Präsident Koni Scheuber erfreut. «Das Festival ist familiär und idyllisch.»

Trotzdem: Die Musik war fast durchgehend von einer eher härteren Gangart. Der Name Rüchä Rock ist Programm. Nicht nur die Lage am Fusse des Ruchen gibt eine Vorgabe, sondern auch die Tatsache, dass am Festival – und das insbesondere am Freitagabend – vorwiegend rauer Rock gespielt wurde.

Mystische Gegend und dunkle Wolken passen zum Sound

Ein besonderer Anziehungspunkt war am Freitagabend die international bekannte Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie. Über 600 Personen sangen, tanzten und jubelten mit. An den Nummernschildern der Autos war zu erkennen, dass Folk-Metal-Fans in Eluveitie-T-Shirts zum Teil von Genf, Glarus, Appenzell oder Luzern angereist waren. Selbst für Sänger Chrigel Glanzmann, der mit Eluveitie im Jahr zwischen 150 und 200 Mal auftritt, war das Konzert etwas Spezielles. Er freute sich «von ganzem Herzen», mit seiner Band für einmal in der Urschweiz zu spielen.

Die mystische Gegend und die dunklen Wolken passten. Denn in den Songs der Band geht es um die altkeltische Zeit und um das Leben der gallischen Krieger. Für den bekannten Song der Band «The Call Of The Mountains» gebe es keinen besseren Ort als das Rüchä Rock, meinte Glanzmann. Verständlich, dass der Song denn auch zu einem Konzert-Highlight wurde.

Ehemaliges OK-Mitglied geniesst es, am Festival Gast zu sein

Einer, der lange auf seinen Auftritt warten musste, war Raffi Bissig. Am Samstagabend nach Mitternacht betrat der Sänger mit der einheimischen Band The Marilyns zum Festivalabschluss die Bühne. «Ich habe mich riesig auf den Auftritt gefreut», sagt Bissig. «Es ist Ehrensache, hier mitzumachen.» Bereits zum vierten Mal war er als Sänger respektive Musiker auf der Bühne: zum zweiten Mal mit The Marilyns, zuvor mit anderen Bands unter anderem als Schlagzeuger. Bei früheren Ausgaben des Festivals war Bissig Programmchef. «Ich war mit Leib und Seele dabei», blickt Bissig zurück. Nun könne er es etwas lockerer nehmen, sei nur noch als Gast dabei. Mit Koni Scheuber, dem neuen OK-Präsidenten, habe man einen tollen Man gefunden, der das Festival nun mit grossem Einsatz weiterführe.

Der Regen stoppt weder Musiker noch Besucher

Ständiger Begleiter des Rüchä-Rock-Open-Airs ist der Regen. «Warum regnet es jedes Mal?», fragte Roman «Römu» Emmenegger, Sänger der Thrash- und Death-Metal-Band Blow Job, beim Auftritt. An ihnen könne es doch nicht liegen. «Wir haben doch immer ausgetrunken», so der Sänger scherzhaft. Der prognostizierte Regen hielt die Band nicht davon ab, wieder zu kommen. Bereits zum dritten Mal spielten die Musiker in Unterschächen.

Auch schon ein paar Mal dabei war die Urner Thrash-Metal-Band Shadow’s Far. Ihren Auftritt hatten die Musiker am späten Freitagabend um 1.30 Uhr. «Wir freuen uns immer sehr, wenn wir im Kanton Uri spielen können», sagt Remo ­Poletti, Schlagzeuger der Band. Vor den heimischen Fans zu spielen, sei etwas Spezielles. Der Auftritt sei für die Band insbesondere auch deshalb wichtig gewesen, weil man konzertmässig in den vergangenen zwei Jahren etwas zurückbuchstabiert habe. Dies erfolgte vor allem aus familiären und beruflichen Gründen. Doch weitermachen wollen Shadow’s Far trotzdem. So ist die Band im Herbst wieder unterwegs. Sie spielt insbesondere auch mehrere Konzerte in Irland. In zwei Jahren können die Musiker zudem ihr 20-jähriges Bestehen feiern.

Viel Lob hat Poletti für das Musikprogramm am Open Air Rüchä Rock. «Es standen durchwegs gute Bands auf der Bühne», sagt er. «Mit Eluveitie trafen die Organisatoren eine kluge Wahl.» Die Band sei momentan im Bereich Folk-­Metal sehr angesagt – und das nicht nur in der Schweiz. «Ein solcher Name hilft auch, das Rüchä Rock weiter herum bekannt zu machen und vermehrt Musikfans von auswärts anzuziehen.»

Musiker loben neuen Backstage- und Bühnenbereich

Das Rüchä Rock findet vor einer einzigartigen Kulisse statt. In früheren Jahren sah es für das Publikum noch imposanter aus. Wenn man in Richtung Bühne schaute, konnte man die steile schroffe Felswand hochblicken. Diesmal wurde die Bühne um 180 Grad gedreht. Das ermöglicht es, den Backstage-Bereich so anzuordnen, dass die Musiker direkt von der Strasse her Zugang zur Bühne hatten. «Die Umstellung hat sich gelohnt», findet Remo Poletti. Von der Logistik her sei das ideal. «Zudem hat es mehr Platz hinter der Bühne.» Koni Scheuber bestätigt dies: «Bei den Musikern und Helfern kam die Neuerung sehr gut an.»

Das OK hofft nun auf schwarze Zahlen

Das Open Air Rüchä Rock lockte mit insgesamt zwölf Bands an zwei Abenden rund 1200 Besucher an. Am Freitag waren es über 600 Personen. Am Samstag kamen erneut rund 550 Zuhörer. «Finanziell hoffen wir unter dem Strich auf schwarze Zahlen», sagt Koni Scheuber. Doch um Genaueres zu erfahren, müssen die Organisatoren in den nächsten Tagen zuerst Bilanz ziehen.

Koni Scheuber fand auch am Sonntag kaum eine ruhige Minute. Dank dem grossen Einsatz der Helfer war am Sonntagabend das meiste auf dem Festivalgelände bereits wieder weggeräumt.

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