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UNTERSCHÄCHEN: «Wir Frauen geben den Tarif durch»

Muriel Rhyner ist Texterin, Sängerin und Bassistin der Delilahs. Sie erzählt von Frauenpower und sagt, weshalb sie gerne auf dem Land rockt.
Interview Markus Zwyssig
Die Delilahs mit Sängerin und Bassistin Muriel Rhyner (Zweite von links). (Bild: PD)

Die Delilahs mit Sängerin und Bassistin Muriel Rhyner (Zweite von links). (Bild: PD)

Ursprünglich waren The Delilahs aus Zug eine reine Frauenband. Von der Originalbesetzung sind noch Muriel Rhyner und Isabella Eder dabei. Musikalisch unterstützt werden sie heute von Philipp Rhyner an der Gitarre und Daniel Fischer am Schlagzeug. Die Delilahs spielen am Open Air Rüchä Rock in Unterschächen eine Mischung aus Punkrock und Power-Pop.

Muriel Rhyner, erinnern Sie sich noch an den ersten Autritt in Uri?

Rhyner: Das war im «Vogelsang». Es war megacool. Das Konzert liegt aber sechs oder sieben Jahre zurück. Das war zu unserer Anfangszeit. Wir spielten im Trio. Da müssten wir wieder einmal hin.

Spielen Sie nach wie vor in kleinen Klubs?

Rhyner: Wir lieben die Klubs, in die so 200 Leute reinpassen. Wir füllen ja auch jetzt mit unserer Musik nicht die grossen Hallen. Vor allem auf dem Land haben die Musikfans Freude und sind dankbar, wenn etwas läuft und ein tolles Konzert stattfindet. Da wird es recht wild (lacht).

Wie gut kennen Sie Uri?

Rhyner: Nicht so gut. Ich habe jetzt gerade gegoogelt, wo Unterschächen liegt. Die Glarner Alpen liegen in der Nähe. Da fühle ich mich zu Hause. Ich stamme ja ursprünglich auch aus dem Glarnerland. Das ist das Schöne am Touren: Wir kommen an Orte, die wir noch nicht kennen. Da sieht man etwas von der Schweiz.

Früher waren The Delilahs eine reine Frauenband. Heute sind zwei Männer dabei. Leben Sie trotzdem noch von Frauenpower?

Rhyner: Um Frauenpower darzustellen, muss man nicht eine pure Frauenband sein. Isabella Eder und ich, wir sind die originalen Überbleibsel. Die Entscheidungen laufen über uns, wir geben den Tarif durch. Die Texte, in denen es auch um Frauensachen geht, stammen von mir. Wir rocken wie die Männer und kommen genauso ins Schwitzen. Für uns wäre es am schönsten, wenn es gar kein Thema mehr wäre, ob Männer oder Frauen auf der Bühne stehen.

Sie sind nicht die einzige Frauenband am «Rüchä Rock». Kennen Sie auch Crucified Barbara aus Schweden, die zweite Frauenband, die auftritt?

Rhyner: Die habe ich schon gehört. Solche Bands helfen uns. Je mehr Girls auf der Bühne stehen und Musik machen, umso selbstverständlicher wird das. Leider können wir sie uns nicht anhören. Wir spielen am Freitag, Crucified Barbara aber erst am Samstag. Da treten wir am Open Air Lumnezia auf. Wir sind viel auf Tour und haben dabei schon einiges erlebt.

Was war das speziellste Erlebnis?

Rhyner: Etwas Besonderes waren zu Beginn die Touren durch England. Letztes Jahr spielten wir mit der deutschen Punkrock-Band Donots. Sie nahmen uns als Spezial Guests mit auf die Tour. Das ging echt unter die Haut. In der vollen Hütte warten alle auf die Donots. Trotzdem schreien sie bei uns nach einer Zugabe. Einiges erlebt haben wir auch in Tschechien. Aber bei uns ist eigentlich jeder Gig ein Highlight. Auf Unterschächen freuen wir uns sehr.

Von Tonträgern zu leben ist in Zeiten von Downloads und Streaming schwierig. Sind sie deshalb so viel live unterwegs?

Rhyner: Nein, von der Musik können wir nicht leben – egal wie viele Konzerte wir geben. Wir arbeiten alle Teilzeit. Bei mir ist das so, dass ich 50 Prozent für die Musik einsetze, das heisst für das ganze Management, die Planung und das Songwriting. Daneben muss ich Geld verdienen, um den Mietzins und alle Rechnungen zahlen zu können. Finanziell ist das Musikmachen nicht so lukrativ. Trotzdem haben wir ganz bewusst viel investiert, damit wir eine gute neue Platte auf den Markt bringen konnten.

Die neue CD «Past True Lust» tönt geschliffener als die ersten Songs der Delilahs. Ist Ihre Band mit eingängiger Musik kommerzieller geworden?

Rhyner: Nein, überhaupt nicht. Wir sind immer noch genauso eine Indie-Band wie vor fünf oder sechs Jahren. Es steckt kein grosses Label dahinter. Natürlich entwickelt man sich zum Glück weiter. Das findet auf sämtlichen Ebenen statt. Ich will als Songwriterin immer besser werden. Wir haben einen Schritt gemacht und sind für das Album auch ins Ausland gereist. Die CD ist nicht geschliffener, aber sie ist durchdachter. Wir haben frischen Wind hineingebracht. Es steckt aber auch mehr Arbeit dahinter. Wir sind sehr happy mit dem Endprodukt. Man kann relativ selten die Energie eines Livekonzerts auf die CD übertragen. Ich denke aber, wir haben ein fettes Album gemacht, das man sich zu Hause anhören kann.

Die Band trägt ein «The» im Namen, so wie das vor allem in den Sechziger- und Siebzigerjahren viele britische Bands gemacht haben. Ist das eine Referenz an die Vorbilder?

Rhyner: Das war zu Beginn so, als wir noch im Trio unterwegs waren. Das «The» ist inzwischen weggefallen. Auch wegen des Ex-Managements und der Trennung wollten wir kein Risiko eingehen. Jetzt heissen wir nur noch Delilahs. Das ist auch besser für die Radiostationen zum Aussprechen. Britische Musik finde ich aber immer noch sehr cool. Ich liebe den Punk aus den Siebziger- und Achtzigerjahren. Es gibt aber noch ganz viele weitere Einflüsse.

Was hat sie musikalisch am meisten geprägt?

Rhyner: Entscheidend war vor allem die Plattensammlung meiner Eltern. Da gabs Punk und Reggae bis hin zu Pop aus Italien. Die Mischung macht es aus. Ich habe immer den perfekten Song im Hinterkopf. Ich versuche ständig, besser zu werden. Irgendwann gelingt mir das. Das Songwriting ist nicht Stil gebunden. Egal ob Schlager oder was auch immer: Einen tollen Song finde ich einfach cool.

Was gibt es von den Delilahs in

Unterschächen zu hören?

Rhyner: Im Zentrum steht unser neues Album. Wir sind seit September 2014 damit unterwegs. Es macht immer noch extrem viel Spass, auch wenn wir schon rund 50 Konzerte gegeben haben. Wir haben einen guten Weg gefunden, die Songs der CD live rüberzubringen. Am «Ruchä Rock» haben die Urner Gelegenheit, sich selber zu überzeugen.

Interview Markus Zwyssig

Hinweis

Das Open Air Rüchä Rock findet am 24. und 25. Juli statt. Die Delilahs spielen am Freitagabend. Tickets gibt es im Walterli-Shop in Altdorf und im Hotel Alpina in Unterschächen.

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