Uraufführung sorgt in Unterschächen für Schmuggler-Stimmung

Der Theaterverein Unterschächen hat bei der Hauptprobe bereits erste Publikumsreaktionen auf das neue Stück geerntet. Die auf Urner Verhältnisse angepasste Geschichte ist eine Uraufführung.

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Barosso wird dingfest gemacht: (von links) Curdin (Fabian Schuler), Barosso (Heinz Herger), Willy Muff (Dominik Arnold), Jecker (Josef Schuler), Falcone (Bernhard Arnold) und Arthur Lienert (Adrian Imholz). (Bild: Robert Kuster (Unterschächen, 23. März 2019))

Barosso wird dingfest gemacht: (von links) Curdin (Fabian Schuler), Barosso (Heinz Herger), Willy Muff (Dominik Arnold), Jecker (Josef Schuler), Falcone (Bernhard Arnold) und Arthur Lienert (Adrian Imholz). (Bild: Robert Kuster (Unterschächen, 23. März 2019))

Es ist eine schöne Geste des Theatervereins, dass zur Hauptprobe jeweils die Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) und das Alters- und Pflegeheim Gosmergarten Bürglen eingeladen werden. Sie kamen in den Genuss einer absoluten Neuheit. Gespielt wurde nämlich «Echo vom Gränzpass», eine Uraufführung des früheren Muotathaler Theaterregisseurs und Autors Norbert Schelbert.

Das letztjährige Stück «Alperosä und Edelwyss» aus seiner Feder kam so gut an, dass man ein weiteres Stück von Schelbert wählte. Dass es ein noch unveröffentlichtes sein würde, wusste man anfänglich noch nicht. «Wir waren begeistert und stolz, ‹Echo vom Gränzpass› erstmals aufführen zu dürfen, meinte Christian Herger, der zum fünften Mal in Unterschächen Regie führt. Zusammen mit Ruth Arnold hat er das Stück auf die Urner Verhältnisse angepasst.

Ein unvorhergesehenes Happy-End

Entstanden ist ein Volksstück, wie man es in Unterschächen liebt. Es handelt sich um eine Schmugglergeschichte früherer Jahre im Grenzgebiet der Schweiz und Italien. Der junge und mittellose alleinerziehende Vater Curdin ist dringend auf Geld angewiesen und gibt sich deshalb in die Hände einer Schmugglergruppe. Als deren Chef wirkt der einheimische und hinterlistige Falkner, der aber unter den Schmugglern als Falcone gilt.

Seine Leute haben es nicht leicht unter seinem Kommando, und so gerät auch der anständige und sympathische Curdin in seine Fänge. Sein Herz gilt aber der jungen Wirtin Eliane Brauer (Priska Gisler) von der Bergwirtschaft Passhöhe. Sie ist anfänglich wenig begeistert von seiner gefährlichen Arbeit. Der Verfasser des Stückes wusste aber auch da einen Ausweg und baute ein unvorhergesehenes Happy-End ein, was die Besucher am Samstag und Sonntag zu schätzen wussten.

Überzeugende Spielerinnen und Spieler

Da es sich um ein typisches Volksstück handelt, sind auch mehr Akteure am Werk, als dies etwa in Komödien üblich ist. Sämtliche Rollen sind sorgfältig ausgewählt und überzeugen mit guten schauspielerischen Leistungen. Mit Susi Schuler als warmherzige Grossmutter, ihrem Sohn Fabian Schuler als leidender Curdin und Tochter Florine als unerschrockene Angestellte von Albergo Falcone übernahmen gleich drei Personen einer Familie Rollen im Stück. Bernhard Arnold überzeugte in der Paraderolle als gewiefter und hartherziger Schmugglerchef Falcone.

Priska Gisler zeigt Vorsicht in der heimlichen Liebe zu Curdin. Adrian Imholz ist für einmal der vernünftige Gemeindepräsident Arthur Lienert. Heinz Herger spielt den Schmuggler Barosso und der bärtige Urner Roberto Melchiori den Italiener Lorenzo. Alle bringen aber etwas Schmuggler-Ambiente ins Geschehen. Und zur Auflockerung im Stück und fast wie ein «deus ex machina» treten Willy Muff (Dominik Arnold) und Hedy Muff (Ruth Arnold) als unterhaltsame Touristen auf.

Auch die Grenzwächter Jecker (Josef Schuler) und Jossi (Maria Marty) beherrschen ihr Handwerk. Während die meisten schon mehrjährige Erfahrung mitbringen, stehen Yara Gisler als Curdins Töchterchen Aurelia und ihr Grossvater Roberto Melchiori als Lorenzo zum ersten Mal auf einer Theaterbühne.

Bühne mit viel Liebe zum Detail

Der Theaterverein hat sich bemüht, die Bühne optimal auf das Stück anzupassen. So hat Sonja Bissig-Gisler die Kulissen und die Umgebung des Grenzpasses gemalt. Der zweite Akt spielt in einem völlig neu gestalteten Raum mit Doppelbühne vor und im Albergo. Die bärtigen Schmuggler, die immer wieder wechselnden Kostüme der Touristen oder das gesslerhafte Aussehen von Falcone passen zur Schmugglergeschichte.

Schliesslich fehlt auch das Musikalische nicht. Wie im letzten Jahr stellen sich alle am Ende des dritten Aktes nochmals zum Schlusslied auf. Diesmal ist es «La Montanara». Das Lied wurde von Franziska Dahinden und Wisi Kempf für die Theateraufführung in den Dialekt gesetzt. Der herzhafte Gesang ist der Abschluss eines schönen Theaterabends, der sicher den Geschmack des Publikums treffen wird. Das Echo dürfte nicht nur die Schmuggler erreichen, sondern auch die Theaterliebhaber.

Anmeldungen: www.theater-unterschaechen.ch oder Telefon 079 136 37 40 (Montag, Mittwoch, Freitag, 17.30 bis 19 Uhr), SMS/WhatsApp nicht möglich. Weitere Aufführungen: 29. und 30. März; 3., 5., 6., 7., 10., 12. und 13. April, 20.15 Uhr, 7. April auch 14.15 Uhr.