Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URI 18: Am Kollegi lernen die Schüler in Wirtschaft und Recht «fürs Leben»

Kollegischüler mit dem Schwerpunktfach «Wirtschaft und Recht» gründen jeweils eine Minifirma. Lehrer Simon Gamma erklärt, wieso die Schüler in seinem Unterricht nicht nur für die Uni lernen.
Kollegilehrer Simon Gamma vermittelt Wissen an die Schüler. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. März 2018))

Kollegilehrer Simon Gamma vermittelt Wissen an die Schüler. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. März 2018))

Wirtschaft und Recht gelten gemeinhin als trockene Materie. Man denkt an Paragrafen und abstrakte Theorien, die man «im richtigen Leben» kaum je zu brauchen scheint. Dass dem nicht so ist, beweist Simon Gamma. Der 35-jährige Schattdorfer unterrichtet seit neun Jahren Wirtschaft und Recht sowohl als Grundlagen-, Ergänzungs- als auch als Schwerpunktfach am Kollegi. In seinem Unterricht knüpft er nicht in erster Linie bei der Theorie an, sondern dort, wo seine Schülerinnen und Schüler geradestehen: mitten im Leben.

Denn auch wenn sie sich dessen nicht immer so bewusst seien, so würden auch junge Leute im Alltag sehr oft mit wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen konfrontiert. Etwa wenn sie in den Ferien Euro wechseln, Auto fahren, als Pfadileiter tätig sind oder wenn das Smartphone nicht mehr funktioniert. «Auch in so alltäglichen Situationen ist juristisches und ökonomisches Wissen wichtig. Das will ich meinen Schülern vermitteln», sagt Gamma.

Dabei setzt Gamma auf die Verbindung von Theorie und Praxis. Da das Fach noch relativ jung sei und es eine begrenzte Auswahl an geeigneten Unterrichtsmitteln gebe, sei Kreativität gefragt.

Unterricht nicht nur im Schulzimmer

Das führt dazu, dass die Schüler auch ab und zu ihr Schulzimmer verlassen, um die Theorie «in der Praxis» zu erfahren. So besucht Gamma mit ihnen Generalversammlungen von Urner Firmen oder Gerichtsverhandlungen, analysiert Geschäftsberichte und schafft die Gelegenheit, Fragen bei Besuchen von Unternehmen und Veranstaltungen direkt stellen zu können. Auch von seinen Erfahrungen als ehemaliger Marketingmanager kann Gamma den Schülern erzählen. Im September verbringen einige Schüler jeweils eine ganze Projektwoche in einem Urner Betrieb. Und selbst sehr abstrakte Themen wie Börse und Geldanlage erarbeiten die Schüler anhand der Praxis: indem sie etwa bei einem fiktiven Börsenspiel mitmischen oder in einer Online-Simulation «Nationalbank spielen».

Projekte werden an der «Uri 18» gezeigt

Am deutlichsten wird der Praxisbezug des Fachs «Wirtschaft und Recht» bei der Teilnahme am Wettbewerb von «Young Enterprise Switzerland» (YES). Dabei gründen die Schüler des Schwerpunktfachs im 5. Kollegi in Gruppen ein eigenes Mini-Unternehmen, mit dem sie das Gelernte eins zu eins anwenden können. Die diesjährigen Projekte werden auch an der «Uri 18» präsentiert.

Das praxisbezogene Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht erfreut sich an der Kantonalen Mittelschule Uri grosser Beliebtheit. Bei durchschnittlich 50 Schülern pro Jahrgang entscheidet sich rund ein Drittel für das Schwerpunktfach. Ungefähr jeder dritte Schwerpunktfachschüler entscheidet sich dann auch nach der Matura für ein Studium der Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften oder verwandten Fachgebieten.

Antworten auf Fragen, die aus dem Leben kommen

Das sei für ihn nicht so entscheidend, sagt der diplomierte Wirtschaftspädagoge. In erster Linie würden seine Schüler fürs Leben lernen, nicht nur für die Uni. Hier knüpft der Ökonom an seine eigenen Erfahrungen als Kollegischüler an. «Ich war zwar bereit fürs Wirtschafts- und Jurastudium, hatte aber von den Rechten und Pflichten, die auf mich zukommen, kaum eine Ahnung.»

So legt Gamma als Lehrer denn auch viel Wert darauf, die Schüler aufs Leben vorzubereiten. Sie erstellen im Unterricht ihr eigenes Budget, füllen die Steuererklärung aus, studieren Rechte von Konsumenten und Mietern und erfahren, was man im Schadenfall tun kann. «Das ist ja gerade das Spannende an Wirtschaft und Recht», sagt Simon Gamma. Und weiter meint er: «Die Fächer sind vielseitig und bieten Antworten auf Fragen, die täglich in den Medien sind und mitten aus dem Leben kommen.» Die Mär der trockenen Materie trifft also am Kollegi nicht zu.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Hinweis
Das «Urner Wochenblatt» und die «Urner Zeitung» publizieren im Vorfeld der «Uri 18» unter der Rubrik «Noch x Tage bis zur Uri 18» mehrere gemeinsame Beiträge zur Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse im September 2018.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.