URI: 2016 geht der Ausbau der Zufahrt los

Just mit der Eröffnung des Gotthardbasistunnels werden auf den Zufahrtsstrecken im Norden viele Baustellen eröffnet. Die SBB hat am Freitag erklärt, wieso dies der beste Zeitpunkt sei und wieso es Sinn mache, Strecken für Bauarbeiten zu sperren.

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Ein Zug bei Erstfeld: Allein in der Zentralschweiz zwischen Zug und Erstfeld plant die SBB Bauvorhaben von rund 440 Millionen Franken. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Ein Zug bei Erstfeld: Allein in der Zentralschweiz zwischen Zug und Erstfeld plant die SBB Bauvorhaben von rund 440 Millionen Franken. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Nach der Inbetriebnahme des Gotthardbasistunnels werde sich die Bautätigkeit auf den Zufahrtsstrecken bis 2020 intensivieren, sagte der für diese Vorhaben zuständige SBB-Kadermann Markus Geyer in Erstfeld.

Nicht nur die neue schnelle Verbindung durch den Basistunnel, sondern auch das Bauen wird sich auf den Zugsverkehr auswirken. Es werden so viele Projekte realisiert, dass die Reserven, die die SBB für mögliche negative Auswirkungen von Baustellen in den Fahrplan einbauen, voll aufgebraucht werden. Die Fahrplanstabilität werde in dieser Zeit schwieriger sein, sagte Geyer.

Warten auf den Ceneri

Der Grund, dass die SBB just mit der Eröffnung des Gotthardbasistunnels zu bauen beginnen, ist gemäss Geyer der Ceneribasistunnel. Dieser wird erst 2019 zur Verfügung stehen.

Ohne Ceneritunnel können die Kapazitäten, die der Gotthardbasistunnel ab 2016 zur Verfügung stellt, noch nicht voll genutzt werden. Die SBB wollen dies deshalb nutzen, um die Zufahrtslinien zu den Basistunnels zu modernisieren und aufzurüsten.

Bauen für 440 Millionen Franken

Allein in der Zentralschweiz, zwischen Zug und Erstfeld, plant die SBB Vorhaben von rund 440 Millionen Franken. So wird das seeseitige Gleis am Axen saniert oder der Bahnhof Arth-Goldau erneuert. Das mit 200 Millionen Franken grösste Projekt ist aber der Umbau zwischen Zug und Arth-Goldau.

Die SBB will den Einspurstreckenabschnitt bei Walchwil auf Doppelspur ausbauen und die gesamte Strecke sanieren. Für Aufregung gesorgt hatte das Vorhaben, weil die Strecke zwischen Zug Oberwil und Arth Goldau von Ende 2016 bis Mitte 2018 gesperrt werden soll.

Weniger Züge zwischen Luzern und Zürich

Die Züge von Zürich Richtung Gotthard werden in dieser Zeit via Rotkreuz umgeleitet. Die Reisezeit wird länger. Auf der Strecke Luzern-Rotkreuz-Zürich müssen im Gegenzug Züge gestrichen werden.

Geyer begründete die Sperrung vor allem mit den Kosten und dem Zeitaufwand. Würde die Strecke während des Ausbaus und der Sanierung offen gehalten, würden die Arbeiten fünf bis sechs Jahre dauern, sagte er.

Vermehrte Gleissperrungen

Geyer erklärte, dass es Ziel der SBB sei, die Produktivität der Bauarbeiten generell zu erhöhen und vermehrt ein Gleis oder eine Strecke zu sperren. Könne nur während den nächtlichen Betriebspausen gearbeitet werden, sei die zur Verfügung stehende Zeit kurz. Auch der Lohnzuschlag für Nachtarbeit falle ins Gewicht.

Die SBB gibt bereits heute jährlich rund 650 Millionen Franken für den Infrastrukturunterhalt aus. Weil immer mehr Züge auf immer stärker ausgebauten Strecken fahren und die Personenzüge heute stärker motorisiert sind als früher, erhöht sich der Unterhaltsaufwand.

Dazu kommt, dass die SBB zwischen 1995 und 2010 den Unterhalt nicht forciert haben. Folge ist ein grosser Nachholbedarf. Dieser soll gemäss Geyer in den nächsten 20 Jahren abgebaut werden.

sda

Umfahrung der Baustelle am Zugersee. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Umfahrung der Baustelle am Zugersee. (Bild: Grafik: Janina Noser)