Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URI: 44 Millionen in riskanter Zeit in Kraftwerke investieren

In Gurtnellen und Bristen entstehen neue Kraftwerke. Trotz tiefer Strompreise sollen sich die Investitionen lang­fristig lohnen. Werner Jauch, VR-Präsident der beiden Kraftwerke, erklärt, warum.
Markus Zwyssig
So könnte sich dereinst die Wasserfassung des Kraftwerks Gurtnellen präsentieren. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte sich dereinst die Wasserfassung des Kraftwerks Gurtnellen präsentieren. (Bild: Visualisierung PD)

Markus Zwyssig

Kraftwerke zu erneuern oder neue zu bauen, ist im aktuellen Marktumfeld ein wirtschaftliches Risiko. Die Strompreise auf dem europäischen Markt sind zurzeit im Keller. Die KW Bristen AG und die KW Gurtnellen AG wollen es nun trotzdem wissen. Die Erneuerung des Kraftwerks Gurtnellen und der Neubau des Kraftwerks Bristen haben alle Hürden genommen. Mehr als acht Jahre dauerte es, bis man mit der Planung fertig war und alle Konzessionen und Bewilligungen beisammen hatte.

Der Markt steht zurzeit kopf

«Es braucht Mut, neue Projekte für die Wasserkraft in Angriff zu nehmen», sagt Werner Jauch. Er präsidiert die Verwaltungsräte beider Kraftwerke. Es sei eine anspruchsvolle Zeit, so Jauch. «Der Energiemarkt steht zurzeit kopf.» Alle Energieträger seien sehr günstig zu haben. So kostet Rohöl zurzeit deutlich weniger als noch vor ein paar Jahren. Die CO2-Abgaben sind gesunken. Das bewirkt, dass die Kohlekraftwerke weiter produzieren können. Negativ wirkt sich auch der Wechselkurs aus. Der Franken wurde teurer. «Das bekommen alle Energieversorger mit eigenen Kraftwerken zu spüren», sagt Jauch. «Wir bewegen uns auf einem europäischen Markt.»

Auch die Nachfrage ist zurzeit tief, da die Wirtschaft europaweit nicht so gut läuft. Zudem wird in Deutschland die Förderung von Solar- und Windenergie grossgeschrieben und massiv subventioniert.

KEV-Gelder helfen mit

Die beiden Grossprojekte kann die KW Bristen und die KW Gurtnellen AG nur dank der so genannten kostendeckenden Einspeise-Vergütung (KEV) realisieren. Diese garantiert, dass die Strompreise dank der Unterstützung durch den Bund auf die nächsten 25 Jahre fix sind. Das macht die Produzenten unabhängig vom Marktpreis. «Trotz den KEV-Geldern müssen wir sorgsam wirtschaften», sagt Jauch. Daher plant man bei der KW Bristen und der KW Gurtnellen AG denn auch für einen Horizont von 80 Jahren. Denn schliesslich muss es unter dem Strich rentieren. «Zudem wollen wir während der KEV-Zeit auch möglichst viel Fremdkapital wieder amortisieren», so Jauch.

25,5 Millionen Franken investiert die KW Gurtnellen AG in die Erneuerung. In Betrieb ist das Kraftwerk seit 116 Jahren. Am kommenden Montag wird es vom Netz genommen. Dann beginnen die umfassenden Erneuerungsarbeiten. Der Spatenstich ist erfolgt (siehe unsere Zeitung vom Mittwoch, 6. Juli). Im steilen Gelände wird das Material mit einer Seilbahn transportiert. Die Forstarbeiten sind abgeschlossen. Erste Rohre für die Wasserleitungen sind verlegt. Die Installations- und Vorarbeiten sind abgeschlossen. Beim KW Gurtnellen gehören 70 Prozent dem EWA, 30 Prozent der Korporation. Das Wasser für das Laufwasserkraftwerk wird auf Gorneren (1336 Meter über Meer) gefasst und fliesst in die Zentrale in Gurtnellen (751 Meter über Meer). Der Ausbau soll einiges bringen: Die Jahresproduktion soll von 26 auf 31,5 Gigawattstunden erhöht werden. Die Investitionen belaufen sich auf 25,5 Millionen Franken. Ein grosser Teil der Arbeiten wird durch lokale Unternehmen ausgeführt. Der Anteil der Urner Wertschöpfung liegt bei rund 75 Prozent oder bei 19,2 Millionen Franken. Die Wasserzinsen zu Gunsten der Korporation Uri betragen zirka 480 000 Franken pro Jahr. «Es gibt zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinde Gurtnellen und den Kanton Uri», sagt Werner Jauch. «Zudem können wir bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen.» Die Erneuerung soll bis Ende 2017 Tatsache sein.

Gornerbach wird stärker genutzt

An das Wasserkraftwerk in Gurtnellen werden hohe Anforderungen gestellt. Für das Projekt wurde eine Schutz- und Nutzungsplanung gemacht. Inzwischen hat der Bundesrat die vom Kanton Uri eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung für das KW Gurtnellen genehmigt. Die Planung sieht vor, dass der Gornerbach stärker genutzt wird, indem die Restwassermengen abgesenkt werden. Als Ausgleich dafür wird am Oberlauf des Gewässers auf die Wasserkraftnutzung ganz verzichtet. Dank der Schutz- und Nutzungsplanung kann das Wasserkraftwerk jährlich 1,5 Gigawattstunden mehr Energie produzieren.

Anders sieht es in Bristen aus. Dort wird ein komplett neues Kraftwerk gebaut. Eine besondere Herausforderung ist, dass das Kraftwerk in einem Gebiet gebaut wird, das zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) gehört. Daher arbeiten die Verantwortlichen eng mit der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission zusammen. «Auch die Umweltverbände schauen genau hin», sagt Jauch.

Schaukraftwerk für die Touristen

Die Kraftwerkzentrale wie auch die Wasserfassung und die Druckleitung befinden sich im Bau. Als neue Tourismusattraktion wird ein Schaukraftwerk geschaffen. Die Wasserzinsen zu Gunsten des Kantons betragen zirka 230 000 Franken. Es gibt zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinde Silenen und den Kanton Uri. Ins neue Kraftwerk werden 18,5 Millionen Franken investiert. Ein grosser Teil der Arbeiten wird durch lokale Unternehmungen ausgeführt. Der Anteil der Urner Wertschöpfung in Bezug auf das Gesamtprojekt liegt beim KW Bristen bei rund 80 Prozent oder 15 Millionen Franken. Geplant ist, dass das Kraftwerk im Frühling 2017 in Betrieb geht. Neben dem EWA (60 Prozent) sind der Kanton Uri (15 Prozent), die Korporation Uri (15 Prozent) und die Gemeinde Silenen (10 Prozent) Träger der KW Bristen AG. Die Jahresproduktion liegt bei 14 Gigawattstunden. Der Strom reicht für 3100 Haushalte.

Die Arbeiten für die Wasserfassung in der Lägni – hier in der Panorama­ansicht – für das neue Kraftwerk Bristen AG schreiten zügig voran. (Bild: PD)

Die Arbeiten für die Wasserfassung in der Lägni – hier in der Panorama­ansicht – für das neue Kraftwerk Bristen AG schreiten zügig voran. (Bild: PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.